BERLIN (dpa-AFX) - Drei verlorene Landtagswahlen, Umfragewerte unter 20 Prozent und ein deutlich angeschlagener Kanzler und Parteichef Friedrich Merz: Die CDU sucht am Sonntag und Montag bei einer Führungsklausur (Beginn 13.00 Uhr) nach Wegen aus ihrer tiefen Krise. Das Treffen des Parteipräsidiums mit seinen etwa 25 Mitgliedern war angesetzt worden, nachdem die CDU Ende September in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus einem Landtag geflogen war.
In der Aussprache soll es darum gehen, wie man mit konkreten Maßnahmen auf die Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung in Berlin reagieren kann. Es soll aber auch um die langfristige strategische Ausrichtung gehen.
Die Lage in Sachsen-Anhalt und in Berlin nach den Wahlen und die möglichen Auswirkungen auf die Koalition dürften ebenfalls eine Rolle spielen. Die SPD verdächtigt CDU-Abgeordnete, in Sachsen-Anhalt den AfD-Landtagspräsidenten mitgewählt und damit ein Tabu gebrochen zu haben. Die Union warnt die SPD vor einer Zusammenarbeit mit der von ihr als extremistisch angesehenen Linken in Berlin.
Am Abend ist Ex-Bundespräsident Joachim Gauck bei der Klausur zu Gast. Am Montag informieren Merz und CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann auf einer Pressekonferenz über die Ergebnisse der Klausur./mfi/DP/zb
