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Jörg Schulte
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Jetzt kommt es drauf an...: Wochenrückblick KW 41-2026! Verschnaufpause vor dem Zahlencheck!?

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Öl und Renditen halten die Börsen in Bewegung, Gold erholt sich, Kupfer legt zu. Jetzt zeigen US-Inflationsdaten und Unternehmensberichte, wie belastbar die Zuversicht an der Wall Street ist.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Börsen haben Zeit gewonnen - nun müssen die Zahlen überzeugen. In der Handelswochevom 5. bis 9. Oktober sorgten die Spannungen am Persischen Golf für heftige Ausschläge bei Öl und Anleiherenditen. Die spätere Entspannung nahm Druck von den Märkten, beseitigte aber weder die Inflationsgefahr noch die hohen Finanzierungskosten.

Bemerkenswert blieb die Widerstandskraft der Wall Street: S&P 500 und Nasdaq erreichten zwischenzeitlich neue Rekorde.

Quelle: Eigene Darstellung

Auch Europas Börsen erholten sich am Freitag. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die anstehende Berichtssaison genügend Substanz liefert, um die Zuversicht zu rechtfertigen. 1

Öl bleibt der Treiber für die Inflation!

Donald Trumps Ankündigung, den Iran vor den US-Zwischenwahlen am 3. November nicht anzugreifen, dämpfte die unmittelbaren Eskalationsängste. Eine dauerhafte Entwarnung war damit jedoch nicht verbunden. Brent-Öl blieb teuer: Der Dezemberkontrakt schloss am Freitag bei 104,72 USD je Barrel. 1,3

Für die Wirtschaft zählt dieses Preisniveau: Teure Energie erhöht Transport- und Produktionskosten und sollte auf Verbraucherpreise durchschlagen. Anhaltender Inflationsdruck erschwert Zinssenkungen und kann weitere Zinserhöhungen nötig machen. Das belastet Unternehmen gleich doppelt, über höhere Betriebskosten und teurere Kredite.

Eine Zinspause wäre noch keine Entwarnung!

Für die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober spricht die aktuelle Erwartungslage für unveränderte Zinsen, eine weitere Anhebung im Dezember bleibt im Blick. Auch bei der EZB erwarten die von Reuters befragten Ökonomen überwiegend eine Pause am 29. Oktober und anschließend einen Dezember-Schritt. Beschlossen ist beides nicht.4,5

Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten zum Freitagabend noch mit rund 5,24 Prozent. Damit bleibt die Konkurrenz für Aktien und unverzinste Edelmetalle hoch. Sinkende Renditen würden entlasten, ein erneuter Anstieg könnte dagegen besonders jene Bewertungen treffen, die auf weit entfernten Gewinnen beruhen. 2

Die Rekorde brauchen ein breiteres Fundament!

Der S&P 500 beendete die Woche bei rund 7.810 Punkten, 1,2 Prozent Plus. Der Nasdaq Composite schloss bei rund 27.365 Punkten mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent. Der Nebenwerteindex Russell 2000 verlor dagegen 0,9 Prozent. Die Stärke der großen Indizes erfasste damit nicht alle Marktsegmente gleichermaßen.2

Unsere Einordnung: Bei KI und Technologie rückt die Frage nach den Erträgen der hohen Investitionen stärker in den Vordergrund. Wer neue Rechenzentren finanziert, muss auch steigende Kapitalkosten verdienen. Belastbare Gewinne und solide Bilanzen werden dadurch wichtiger.

Gold erholt sich trotz hoher Renditen!

Gold lag am Freitag gegen 21:30 Uhr MESZ bei über 4.194 USD je Feinunze. Laut Reuters entsprach das zu diesem Zeitpunkt einem Wochenplus von rund 1,3 Prozent. Silber notierte im selben Marktbericht bei 60,77 USD je Feinunze. Es handelt sich um Spotnotierungen im späten US-Handel, nicht um Futures-Schlusskurse.6

Der am Freitag etwas schwächere Dollar unterstützte die Erholung: Er verbilligt die in US-Währung gehandelten Metalle für Käufer aus anderen Währungsräumen. Für Gold bleiben Renditen und Dollar entscheidende Gegengewichte zur Krisennachfrage. Silber reagiert zusätzlich auf die Industriekonjunktur. Aus einer einzelnen Wochenbewegung lässt sich deshalb nicht ableiten, geopolitische Risiken seien bereits vollständig eingepreist.1,6

Kupfer zeigt die materielle Seite des Fortschritts!

Der von Westmetall dokumentierte LME-Kassapreis für Kupfer stieg vom 2. bis 9. Oktober um rund 2,3 Prozent auf 14.689 USD je Tonne. Gleichzeitig sanken die erfassten LME-Lagerbestände um über 6% von 248.650 auf 233.025 Tonnen.7

Der Ausbau von Stromnetzen, Rechenzentren und Elektrifizierung bleibt ein wichtiger Nachfragefaktor. Darin liegt für Rohstoffanleger die langfristige Perspektive. Kurzfristig können hohe Preise, Lagerverlagerungen und eine schwächere Konjunktur das Bild verändern. Eine überzeugende Nachfragegeschichte ersetzt daher nicht den Blick auf Angebot und Bewertung.

Ausblick und Fazit: Jetzt müssen Inflation und Unternehmenszahlen liefern und sich die Verschnaufpause bewähren!

Am Mittwoch, 14. Oktober, um 14:30 Uhr MESZ erscheinen die US-Verbraucherpreise für September. Veröffentlichte Prognosen liegen bei etwa 3,6 bis 3,7 Prozent Gesamtteuerung und rund 2,4 Prozent Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel, jeweils gegenüber dem Vorjahr. Am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise.8

In Europa stehen LVMH, ASML, Schneider Electric und der Produktionsbericht von Rio Tinto an. In den USA liefern JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Bank of America und BlackRock Einblicke in Kreditgeschäft und Kapitalmärkte. Johnson & Johnson, UnitedHealth und Fastenal ergänzen das Bild von Gesundheit und Industrie. Entscheidend werden auch die Ausblicke auf Nachfrage, Kosten und Investitionen.9

Eine Zinspause allein wäre angesichts der Erwartungen kaum eine Überraschung. Niedrigere Inflationswerte und überzeugende Unternehmensausblicke könnten dagegen neue Zuversicht schaffen. Hartnäckiger Preisdruck oder schwächere Margen würden die Erholung auf die Probe stellen. Achten Sie deshalb auf die Abweichung von den Erwartungen.

Für Rohstoffe könnte das Umfeld anspruchsvoll, aber dennoch chancenreich bleiben, vor allem langfristig. Warum wir das so sehen können Sie auch in unserem folgenden Wochenrückblick nachlesen.

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

Quellen: Reuters und Associated Press (8./9. Oktober 2026), MarketScreener (9. Oktober 2026), BLS, Federal Reserve, EZB, Westmetall, Admirals (8. Oktober 2026) sowie die Terminkalender der genannten Unternehmen. Berechnungen und redaktionelle Einordnung: eigener Research. Grafikquellen: AP und Westmetall; eigene Darstellungen vorgesehen.

1 Marktumfeld und Ausgangsinformationen

MarketScreener · Wochenrückblick vom 9. Oktober · Reuters · Märkte am 9. Oktober · Reuters · Rekorde am 6. Oktober

2 US-Indizes und US-Anleiherendite am 9. Oktober

AP · Schlussstände und Wochenveränderungen

3 Brent-Future für Dezember 2026

Investing.com · Historische Kurse, 9. Oktober

4 Fed-Termine und Zinserwartungen

Federal Reserve · Sitzungskalender 2026 · Reuters · Waller zu weiteren Zinsschritten, 8. Oktober

5 EZB-Termine und Ökonomenumfrage

EZB · Sitzungskalender · Reuters · Umfrage vom 5. bis 8. Oktober

6 Gold und Silber im späten US-Handel am 9. Oktober

Reuters · Spotpreise und Gold-Wochenentwicklung, 19:29 UTC

7 Kupfer und erfasste LME-Lagerbestände

Westmetall · Cash-Settlement und Lagerbestände, 2. bis 9. Oktober

8 US-Inflationstermine und Prognosen

BLS · Veröffentlichungskalender 2026 · Admirals · CPI-Vorschau vom 8. Oktober · MarketScreener · Prognosen vom 9. Oktober

9 Unternehmenstermine für die Woche vom 12. bis 16. Oktober

LVMH · 12. Oktober · ASML · 14. Oktober · Schneider Electric · 16. Oktober · Rio Tinto · Kalender der Produktionsberichte · JPMorgan Chase · 13. Oktober · Goldman Sachs · 13. Oktober · Bank of America · 14. Oktober · BlackRock · 14. Oktober · Johnson & Johnson · 13. Oktober · UnitedHealth · 13. Oktober · Fastenal · 14. Oktober

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