BERLIN (dpa-AFX) - Mit Blick auf die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt, vermutlich auch mit Stimmen der CDU, pocht der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, weiter auf eine standfeste Brandmauer. Er stehe "für eine sehr harte Abgrenzung" von der AfD und schaue mit "Fassungslosigkeit auf die Wahl des Landtagspräsidiums in Sachsen-Anhalt", sagte Radtke im Deutschlandfunk.
Es sei jedoch "Quatsch", in der Brandmauer ein geeignetes Werkzeug zu sehen, um die AfD zu bekämpfen, betonte er. "Die Brandmauer ist kein Instrument, Feuer zu löschen, sondern die Brandmauer ist ein Instrument, um zu verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreift."
Hinsichtlich der möglichen CDU-Stimmen für Rausch sagte Radtke, wenn die CDU-Landtagsabgeordneten sich an die Empfehlung gehalten hätten, sich bei dieser Wahl zu enthalten, "dann müsste meine Partei sich jetzt nicht einer unerträglichen Diskussion ausgesetzt sehen, ob CDU-Leute am Ende AfD-Leute mit in Funktionen gewählt haben. Da haben die Abgeordneten sicherlich der CDU keinen Gefallen mit getan."
Derzeit sucht die CDU-Führung bei einer Klausur in Berlin nach Wegen aus ihrer Krise nach einer Serie krachender Niederlagen bei den Landtagswahlen im September. Bei dem Treffen geht es aber auch darum, ob der schwer angeschlagene Kanzler und Parteichef Friedrich Merz sich wieder stabilisieren kann./vio/DP/mis
