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Ein neuer Großaktionär aus China, ein Kurs um die 23 Euro und ein Chart, der zur Zeit wieder Sorgen macht. Bei Puma prallen gerade gute und schlechte Nachrichten aufeinander. Anta Sports hat rund 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt. Trotzdem bleiben die Analysten vorsichtig. Die Zahlen drücken, die ganze Branche schwächelt. Und technisch sieht es alles andere als freundlich aus. Reicht der Deal, um die Wende einzuleiten, oder geht es weiter bergab?
Neuer Besitzer, alte Sorgen
Bei Puma hat sich die Aktionärsstruktur geändert. Anta Sports aus China hat das Paket von 29,06 Prozent übernommen, das bisher Artémis gehörte. Der Preis: rund 1,5 Milliarden Euro in Cash. Damit ist Anta der größte Aktionär. Puma betont, man bleibe eigenständig. Konzernchef Arthur Höld spricht von einem großen Vertrauensbeweis. Auch Anta-Chef Ding Shizhong lobt das Management. Eine Komplettübernahme steht nicht im Raum. An der Börse kam die Nachricht gut an. Am Mittwoch legte die Aktie zur Abwechslung mal wieder knapp 5 Prozent zu und schloss bei etwas über 23 Euro. Viele hoffen auf Rückenwind in Asien, wo Anta sein Netzwerk einbringen will, doch der Schwung hielt nur kurz. Zum Wochenende steht der Kurs praktisch still. Ein Kursfeuerwerk blieb bisher aus. Dazu kommt der Blick auf die Zahlen. Am 30. Oktober legt Puma das dritte Quartal vor. Die Analysten von mwb rechnen mit rund 1,76 Milliarden Euro Umsatz, etwa 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis erwarten sie einen Verlust von rund 15 Millionen Euro. Jefferies und UBS haben ihre Kursziele zuletzt auf 23,50 und 22,70 Euro gesenkt. Der Großhandel kehrt nur Schritt für Schritt zurück.
Charttechnik
Der Chart zeigt ein eher ungutes Bild. Der 50er SMA hat den 200er SMA von oben nach unten geschnitten. Das ist ein klassisches Verkaufssignal und gilt als absolut bärisch. Die Aktie tut sich auch sichtbar schwer, nach oben zu kommen. Jeder Anstieg trifft schnell auf Verkäufer und auch die Erholung der letzten Tage wirkt eher wie eine kurze Atempause im Abwärtstrend als wie eine echte Trendwende. Was heißt das für die nächsten Wochen? Es könnte weiter abwärts gehen. Die Marke von 22 Euro ist das untere Ende der aktuellen Woche und wackelt. Fällt sie, rückt die Zone um 20 Euro ins Blickfeld. Auch darunter ist Luft in Richtung 18 Euro. Dazu passt die Stimmung, denn für Sportartikel ist das Sentiment derzeit eher negativ. Erst ein klarer Sprung über die beiden wichtigen SMA-Linien würde das Bild aufhellen.

Was tun?
Fundamental bleibt der Umbau mühsam. Die Analysten von mwb erwarten für 2026 einen Umsatzrückgang auf 6,89 Milliarden Euro und einen Verlust von 1,26 Euro je Aktie. Erst 2027 soll es wieder bergauf gehen. Positiv ist aber anzumerken, dass wohl die Bruttomarge steigen dürfte. Dem stehen jedoch hohe Kosten und der Abgang von Vertriebsvorstand Matthias Bäumer gegenüber. Die meisten Analysten stehen bei "Hold", nur Berenberg bleibt bei "Buy". Unterm Strich passt Abwarten derzeit wohl am besten. Zwar ist der Einstieg von Anta ein Pluspunkt, doch Zahlen und Chart sprechen noch gegen eine schnelle Wende. Wer dabei ist, behält die Marke von 22 Euro im Blick und wer neu einsteigen will, wartet besser die Zahlen am 30. Oktober ab. Neue Aussagen zur Zusammenarbeit mit Anta könnten der Aktie Schub geben.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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