DJ MÄRKTE USA/Uneinheitlich - Technologieaktien hinken hinterher
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Uneinheitlich geht es am Montag in den ersten Handelsminuten an der Wall Street zu. Marktbeobachter rechnen mit einem ruhigen Handel zum Feiertag "Columbus Day". Der Anleihehandel pausiert wegen des Feiertags, weswegen am Aktienmarkt einige Akteure fehlen dürften und ein verlängertes Wochenende genießen. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,3 Prozent, der breite S&P-500 tendiert gut behauptet. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes geben um bis zu 0,5 Prozent nach. Hier dürften angesichts neu angekündigter Deals weiter die Bedenken über die hohen Investitionen für Kaufzurückhaltung sorgen, zumal auch angesichts des stark gestiegenen Zinsniveaus.
Etwas bremsend dürften die Ölpreise wirken. Brent-Öl verteuert sich um rund 2 Prozent auf knapp unter 107 Dollar. Dass US-Präsident Trump mit Russland eine Vereinbarung getroffen hat, wonach Russland große Mengen Diesel an die USA und die Weltmärkte liefern solle im Gegenzug für die Lockerung von Sanktionen, sorgt für keine Entspannung. Auch, weil von Iran unterstützte Huthi-Milizen am Wochenende Angriffe auf den wichtigsten Flughafen Saudi-Arabiens verübten.
Allerdings herrscht - zumindest bei den Anleihen in Europa - trotz der deutlich anziehenden Ölpreise relative Ruhe. Die Renditen tendierten zunächst seitwärts, inzwischen ziehen sie leicht an, weil der Ölpreis immer weiter steigt. Unterdessen hat Goldman Sachs Goldman für einen Zeitraum von drei Monaten wieder eine Übergewichten-Position für Aktien eingenommen vor dem Hintergrund gesunkener Bewertungen und zugleich Anleihen für zwölf Monate auf Übergewichten hochgestuft.
Der Tageskalender gibt an Impulsgebern nichts her. Das ändert sich am Dienstag, wenn der Startschuss für die Berichtssaison der US-Unternehmen gegeben wird, wie üblich von den Banken. Konkret öffnen dann Goldman Sachs, die Citigroup, JP Morgan Chase und Wells Fargo die Bücher. Daneben berichten der Pharmariese Johnson & Johnson und der Krankenversicherer Unitedhealth. Die großen Banken setzten oft den Ton, weil aus ihren Zahlen abzulesen ist, wie es der Wirtschaft gehe, sagen die Strategen von Bellwether Wealth.
Im Blick haben die Akteure daneben auch schon den Mittwoch mit neuen wichtigen Inflationsdaten. Ob sie die Zinsspekulation für das Treffen der US-Notenbanker am 28. Oktober doch noch einmal bewegen, bleibt abzuwarten. Aktuell wird eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit dafür in den Marktzinsen eingepreist, dass die Zinsen stabil gehalten werden. Im Dezember könnte es dann aber soweit sein mit einer Zinserhöhung; hierfür wird die Wahrscheinlichkeit bei rund 85 Prozent gesehen.
Amazon liegen knapp im Minus. Der Konzern befindet sich laut einem Bericht des Wall Street Journal in Gesprächen über den Kauf von Decart, einem KI-Software-Startup, das Entwicklern hilft, zwischen verschiedenen KI-Chips zu wechseln. In dem Deal könnte Decart mit rund 7 Milliarden Dollar bewertet werden. Daneben soll Nvidia Interesse an Reflection AI zeigen. Die Nachrichten unterstrichen, dass der KI-Investitionsboom intakt sei, so Marktteilnehmer. Nvidia geben um 0,8 Prozent nach.
Microsoft hat seinen neuesten KI-Chip mit dem Namen Maia 300 vorgestellt, als Teil einer Initiative, maßgeschneiderte Hardware in seinen Rechenzentren einzusetzen. Die Ausweitung von Maia wird als jüngstes Zeichen dafür gesehen, dass große KI-Unternehmen den Einsatz maßgeschneiderter, eigener Hardware ausbauen und ihre Abhängigkeit von teuren Chips von Drittanbietern verringern wollen. Microsoft liegen im frühen Handel 0,7 Prozent höher.
Iren steigen um 1,7 Prozent. Das Cloud-Computing-Unternehmen soll laut The Information eine Vereinbarung mit Anthropic getroffen haben.
Salesforce werden nach einer Hochstufung um zwei Stufen auf "Buy" von "Underperform" durch die Bank of America 2,6 Prozent höher gestellt. Gespräche deuteten darauf hin, dass große Unternehmen ihre bestehenden Plattformen kaum aufgeben dürften. KI dürfte die Bedeutung solcher Plattformen sogar noch erhöhen. Zudem biete Salesforce einen besonders umfassenden Ansatz, um KI in Unternehmen einzusetzen, so die Analysten.
RTX liegen 0,3 Prozent höher, nachdem die Tochter Raytheon einen Auftrag zur Entwicklung fortschrittlicher Zielerkennungsfähigkeiten für Marine-Radarsysteme erhalten hat.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.734,16 +0,2 +79,21 51.654,95 S&P-500 7.811,89 0,0 +0,35 7.811,54 NASDAQ Comp 27.338,26 -0,1 -27,91 27.366,17 NASDAQ 100 30.745,13 -0,4 -138,02 30.883,15 US-Treasuries Kein Handel DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17.31 EUR/USD 1,1177 -0,2 -0,0024 1,1201 1,1193 EUR/JPY 177,27 -0,0 -0,0400 177,31 177,2500 EUR/CHF 0,9312 +0,2 0,0014 0,9298 0,9300 EUR/GBP 0,8446 -0,2 -0,0016 0,8462 0,8460 USD/JPY 158,6 +0,2 0,2900 158,31 158,3500 GBP/USD 1,3228 -0,0 -0,0003 1,3231 1,3228 USD/CNY 6,6925 +0,0 0,0005 6,6920 6,6920 USD/CNH 6,694 +0,0 0,0013 6,6927 6,6935 AUS/USD 0,6966 -0,2 -0,0016 0,6982 0,6976 Bitcoin/USD 82.711,05 -1,1 -903,50 83.614,55 82.949,37 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 93,86 +2,2 2,01 91,85 Brent/ICE 106,72 +1,9 2,00 104,72 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.170,74 -0,6 -23,09 4.193,83 Silber 60,48 -0,5 -0,32 60,81 Platin 1.685,30 -0,1 -1,91 1.687,21 (Angaben ohne Gewähr)
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