DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
TAGESTHEMA
Die Weltwirtschaft hat sich angesichts des schwersten Energieschocks seit Jahrzehnten als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Sollten die Kreditkosten und die Inflation jedoch unkontrolliert steigen, droht eine drastische Verlangsamung, so der Internationale Währungsfonds. In seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick hielt der IWF an seiner Basisprognose für das globale Wachstum von 3,1 Prozent in diesem Jahr fest. Das ist ein Rückgang gegenüber 3,5 Prozent im Jahr 2025, aber angesichts der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Turbulenzen auf dem Energiemarkt immer noch ein relativ solides Ergebnis. Unter diesem Szenario " das auf Annahmen wie einer schrittweisen Normalisierung der Energieströme beruht" würde die US-Wirtschaft sowohl 2026 als auch 2027 um 2,3 Prozent wachsen. Dies bliebe dank des privaten Konsums, der Fiskalpolitik und technologiebezogener Investitionen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Prognosen für die Eurozone und Großbritannien sind ebenfalls weitgehend stabil. Die weltweite Gesamtinflation würde in diesem Jahr 4,7 Prozent erreichen. Das entspricht der IWF-Prognose vom Juli, liegt aber über den 4,1 Prozent des Vorjahres. Sollte sich der Krieg jedoch länger hinziehen, was die Rohstoffpreise weiter in die Höhe treiben und die Kreditkosten weiter erhöhen würde, werde das globale Wachstum deutlich geringer ausfallen und die Inflation weitaus heißer sein, warnte der IWF. Die Kreditkosten seien in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften kräftig gestiegen, die Staatsverschuldung befinde sich auf einem historischen Höchststand und die fiskalischen Puffer seien durch eine Flut von Krisen geschrumpft, sagte Silvana Tenreyro, Chefökonomin des IWF.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
11:55 US/Unitedhealth Group Inc, Ergebnis 3Q
12:45 US/Johnson & Johnson, Ergebnis 3Q
12:45 US/JP Morgan Chase & Co, Ergebnis 3Q
13:00 US/Wells Fargo & Co, Ergebnis 3Q
13:30 US/Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 3Q
14:00 US/Citigroup Inc, Ergebnis 3Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser September
PROGNOSE: -0,8% gg Vm
zuvor: -2,0% gg Vm
ÜBERSICHT INDIZES
Index zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 7.848,00 -0,1 E-Mini-Future Nasdaq-100 30.696,00 -0,7 S&P/ASX 200 (Sydney) 8.783,90 +0,0 Topix-500 (Tokio) 4.107,60 +0,1 Kospi (Seoul) 6.012,97 -5,8 Shanghai-Composite 3.815,86 +0,5 Hang-Seng-Index (Hongkong) 24.285,50 +0,1
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Teilweise kräftig abwärts geht es am Dienstag an den ostasiatischen Aktienmärkten. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, anstehende US-Inflationsdaten und der Beginn der Berichtssaison in den USA drückten auf das Sentiment, heißt es. Unter Abgabedruck stehen dabei vor allem die Technologiewerte, die den negativen Vorgaben der Wall Street folgen. Dort hatten vor allem Chip-Werte nachgegeben mit Aussagen von Broadcom-CEO Hock Tan. Die KI-Unternehmen investierten massiv in den Aufbau von Rechenzentren und Rechenkapazität, in der Erwartung, dass die Nachfrage weiter stark ansteigen werde. Es bestünden jedoch Zweifel, ob diese Investitionen die Renditen erwirtschaften würden, die Unternehmen und ihre Investoren erwarteten, so Tan. Intel-CEO Lip-Bu Tan äußerte ähnliche Bedenken und hob sowohl die Finanzierungskosten als auch die Notwendigkeit hervor, langfristig Renditen nachzuweisen. Unter Druck steht vor allem die technologielastige Börse in Seoul, wo es für den Kospi um 5,8 Prozent nach unten geht. Damit baut der Index seine Vortagesverluste aus. Die Aktien der Index-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix knicken um 6,8 bzw. 8,4 Prozent ein. In Tokio, wo nach der Feiertagspause zu Wochenbeginn wieder gehandelt wird, fällt der Nikkei-225 um 2,0 Prozent. Der Topix gewinnt dagegen 0,1 Prozent. Auch hier stehen Technologiewerte unter Druck. Mit Spannung wird auch auf die Ergebnisse für das dritte Quartal von TSMC am Donnerstag geschaut. Der Konzern könnte seine Prognose für das jährliche Umsatzwachstum erneut anheben, meint Vincent Fernando von Zero One. Der taiwanische Chiphersteller verzeichnete im September einen Umsatz nahe dem Rekordwert vom August, ergänzt der Teilnehmer.
WALL STREET
Index Schluss +/- %
Dow-Jones 51.850,55 +0,4
S&P-500 7.807,24 -0,1
Nasdaq Composite 27.245,90 -0,4
Montag Freitag
Umsatz NYSE (Aktien) 1,02 Mrd 1,07 Mrd
Gewinner 1.290 1.539
Verlierer 1.434 1.177
Unverändert 72 78
Uneinheitlich - Bremsend wirkten die wieder gestiegenen Ölpreise, die die US-Börsen im späten Geschäft weiter drückten. Der Energiesektor im S&P-500 schloss auf dem ersten Rekordhoch seit fast einem Monat und legte um 1,5 Prozent zu. Im KI-Sektor sorgten wieder einmal Bedenken über die hohen KI-Investitionen für Kaufzurückhaltung, zumal angesichts des stark gestiegenen Zinsniveaus. Die CEO von Broadcom (-1,9%) und Intel (-3,2%) hatten sich kritisch geäußert. Amazon gaben um 1,1 Prozent nach. Der Konzern befindet sich laut einem Bericht in Gesprächen über den Kauf von Decart, einem KI-Software-Startup. In dem Deal könnte Decart mit rund 7 Milliarden Dollar bewertet werden. Daneben soll Nvidia Interesse an Reflection AI zeigen. Nvidia gaben um 1,3 Prozent nach. Microsoft gewannen 1,1 Prozent. Das Unternehmen stellte einen neuen KI-Chip vor. Micron büßten 3,9 Prozent ein, nachdem der chinesische Konkurrent CXMT Fortschritte bei einer neuen DRAM-Architektur gemeldet hatte und so den Konkurrenzkampf anheizen könnte. Salesforce wurden nach einer Hochstufung auf "Buy" von "Underperform" durch die Bank of America 2,1 Prozent höher gehandelt.
USA - ANLEIHEN
Kein Handel aufgrund des Feiertages "Columbus Day".
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 10:10 Uhr % YTD EUR/USD 1,1173 +0,2 1,1153 1,1194 -4,9 EUR/JPY 176,88 -0,0 176,94 177,38 -3,9 EUR/GBP 0,8450 +0,1 0,8444 0,8455 -3,1 USD/JPY 158,31 -0,2 158,61 158,45 +1,1 USD/KRW 1.343,70 +0,7 1.334,58 1.331,80 -6,7 USD/CNY 6,6957 +0,1 6,6925 6,6930 -4,3 USD/CNH 6,6965 +0,0 6,6947 6,6944 -4,0 USD/HKD 7,8472 0,0 7,8475 7,8476 +0,8 AUD/USD 0,6961 +0,0 0,6959 0,6974 +4,3 NZD/USD 0,5592 +0,1 0,5586 0,5602 -2,9 BTC/USD 83.555,35 +0,6 83.020,01 83.753,58 -4,7
Der Dollar zog deutlich an, der Dollar-Index legte um 0,4 Prozent zu. der Euro kostete zuletzt 0,4 Prozent weniger und ging bei 1,1157 Dollar um. Marktteilnehmer sahen die Dollar-Stärke im Zusammenhang mit dem gestiegenen Ölpreis und den anhaltenden geopolitischen Unwägbarkeiten, unter anderem in der Ukraine, wo es trotz einer Trump'schen "Energie-Waffenstillstandserklärung" zu russischen Angriffen auf ein Kraftwerk kam.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.191,73 +0,5 20,63 4.171,10 Silber 60,53 +0,4 0,22 60,32 Platin 1.694,46 +0,5 8,93 1.685,53
Der Goldpreis gab um 0,6 Prozent auf 4.166 Dollar zum Settlement nach. Er wurde belastet vom deutlich festeren Dollar, wodurch sich das Edelmetall für Käufer aus dem Nichtdollarraum verteuert.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,71 -1,1 -1,03 93,74 Brent/ICE 105,37 -1,2 -1,28 106,65
Brent-Öl verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 106,65 Dollar. Dass US-Präsident Trump mit Russland eine Vereinbarung getroffen hat, wonach Russland große Mengen Diesel an die USA und die Weltmärkte liefern soll im Gegenzug für die Lockerung von Sanktionen, sorgte für keine Entspannung. Gemessen am weltweiten Energieverbrauch gehe es dabei um keine große Menge, hieß es. Getrieben wurde der Ölpreis vom Angriff der Huthi-Milizen auf den wichtigsten Flughafen Saudi-Arabiens. Verwiesen wurde außerdem darauf, dass Russland ukrainische Energieziele angegriffen hatte - nur wenige Stunden nachdem Präsident Trump einen "Energie-Waffenstillstand" zwischen den beiden Ländern ausgerufen hatte.
MELDUNGEN SEIT MONTAG 20.00 UHR
GELDPOLITIK USA
Die Präsidentin der Fed-Filialie von Cleveland, Beth Hammack, würde es vorziehen, wenn die Zentralbank rasch kleine geldpolitische Anpassungen vornähme, um die Inflation einzudämmen, anstatt abzuwarten und später eine größere Kursänderung zu riskieren.
KONJUNKTUR AUSTRALIEN
Das Vertrauensniveau in der australischen Wirtschaft ist weiter stark gedrückt. Die September-Umfrage der National Australia Bank unter Unternehmen zeigt, dass ihr Maß für das Vertrauen 18 Punkte unter seinem langfristigen Durchschnitt und 22 Punkte niedriger als vor einem Jahr liegt. Unterdessen ist der Beschäftigungsindex der NAB auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken, während die Einkaufskosten hoch blieben. Die Kombination aus schwachem Vertrauen, Kostendruck, überdurchschnittlicher Kapazitätsauslastung und einer geringeren Rentabilität sei ungewöhnlich und könnte auf eine weitere Abschwächung der Aktivität im letzten Quartal 2026 hindeuten, meint die NAB.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/gos/flf/ros
(END) Dow Jones Newswires
October 13, 2026 01:46 ET (05:46 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
