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MÄRKTE EUROPA/Etwas fester dank fallender Renditen - Zahlenausweise bewegen

DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas fester dank fallender Renditen - Zahlenausweise bewegen

DOW JONES--Europas Börsen sind mit kleinem Plus in den Handel am Dienstag gestartet - und dies trotz eines bei über 105 Dollar notierenden Brent-Ölpreises. Positiv ist aber die sich fortsetzende Entspannung an den Anleihemärkten. Die vielbeachtete 10-jährige US-Benchmarkanleihe rentiert bei 5,19 Prozent, ein Minus von 5 Basispunkten (Bp). Auch an den europäischen Anleihemärkten fallen die Renditen. Die Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen deutschen und französischen Benchmarkanleihen zeigt sich derweil mit rund 140 Bp stabil. Im Handel heißt es dazu, dass sich die Entwicklung an den Anleihe- und Energiemärkten zuletzt etwas entkoppelt hätten, es steige die Zuversicht, dass die Hochstände der Renditen an den Anleihemärkten zumindest zunächst nicht wieder getestet werden.

Der DAX gewinnt 0,5 Prozent auf 25.401 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 hinkt mit Aufschlägen von 0,2 Prozent hinterher, hier drücken unter anderem nachgebende Luxusgüteraktien. Der Euro erholt sich auf 1,1191 Dollar. Der Goldpreis notiert bei 4.188 Dollar die Feinunze, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag.

Zunehmend setzt die Berichtssaison für das dritte Quartal Akzente. Diese könnte nach Einschätzung der Deutschen Bank genauso wie die für das zweite Quartal positiv überraschen. Die Nachfrage sei stark genug, um es den Unternehmen zu erlauben, höhere Preise weiterzugeben, was zu höheren Umsätzen führen sollte. Gleichzeitig machten die Energiekosten einen kleineren Anteil am Umsatz aus, als es die Schlagzeilen vermuten ließen. Den "offiziellen" Auftakt in den USA bilden am Dienstag die Geschäftszahlen der Banken Wells Fargo, Goldman Sachs, JP Morgan sowie der Citigroup. In Deutschland veranstalten Porsche sowie BMW am Dienstag Pre-Close-Calls.

Infineon stellen mit Abgaben von 2,9 Prozent den Hauptverlierer im DAX. Die Aktie folgt damit negativen Sektorvorgaben, der technologielastige Kospi-Index in Südkorea brach am Morgen zeitweise um mehr als 6 Prozent ein. Auslöser waren neue Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms. Broadcom-CEO Hock Tan hat die Stimmung im Sektor mit einer "Casino"-Mentalität verglichen. Daneben belastete die Sorge vor einer zunehmenden Konkurrenz durch chinesische DRAM-Produzenten. Anleger warten nun mit Spannung auf die Geschäftszahlen der Chip-Giganten ASML am Mittwoch und TSMC am Donnerstag. Genauso wichtig wie die Zahlen dürften die Ausblicke werden. Aixtron verlieren 2,3 Prozent, Siemens Energy 1,2 Prozent, Suss 2,7 Prozent, STMicroelectronics 3,1 Prozent oder ASML 2,3 Prozent.

Die Geschäftszahlen von LVMH (-1,7%) für das dritte Quartal bieten Licht und Schatten. Das organische Wachstum erreichte mit einem Plus von 1 Prozent die Markterwartung. Schwach entwickelte sich aber der Bereich Mode & Lederwaren; hier fielen die Umsätze laut Citigroup um 4,5 Prozent, der Konsens war aber nur von einem Minus von nur 2 Prozent ausgegangen. Das Management hob allerdings positive Impulse durch eigene Produkt- und Vertriebsinitiativen hervor - insbesondere bei Dior, Celine und Vuitton - sowie eine Verbesserung der Trends im September gegenüber Juli/August, vor allem in China. Die Analysten erwarten im Nachgang der Umsatzzahlen weitere Kürzungen der Konsensgewinne im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Im Gefolge verlieren Kering 1,4 Prozent, Hermes 2,7 Prozent oder Richemont 1,6 Prozent.

Givaudan meldet am Morgen für das dritte Quartal einen Umsatz von 2,092 Milliarden Franken, was einem flächenbereinigten Wachstum (LFL) von 8,6 Prozent entspricht. Das liegt laut Jefferies deutlich über der eigenen Prognose sowie der Markterwartung von 4,7 Prozent. Der Bereich Fine Fragrances habe ein LFL-Wachstum von 31 Prozent verzeichnet, was eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem zweiten Quartal von 5 Prozent darstelle. Givaudqan haussieren um 6,8 Prozent, die Zahlen schieben das Symrise-Papier mit plus 2,8 Prozent an die DAX-Spitze.

Publicis reagieren auf Drittquartalszahlen mit Aufschlägen von 0,2 Prozent. Das organische Wachstum hat mit 5,0 Prozent die Konsensschätzung von 4,8 Prozent geschlagen. Das Management rechnet nun damit, dass Sapient im vierten Quartal weltweit auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. "Dies ist ein positives Signal für das Jahr 2027, da dieses Geschäft in den ersten neun Monaten ein Gegenwind für das Wachstum war", heißt es bei der Citigroup. Im Gefolge steigen WPP um 0,4 Prozent.

Die von der Rendite-Hausse stark gebeutelten Immobilienaktien geben ein Lebenszeichen von sich. Die Hoffnung, dass die Anleihemärkte zumindest bis auf Weiteres das Renditehoch gesehen haben könnten, stützt das Sentiment. Viele Anleger dürften auch mit Short-Positionen in dem Sektor unterwegs sein, was Erholungsbewegungen unterstützen könnte. Vonovia gewinnen 1,9 Prozent, LEG Immobilien 1,8 Prozent oder Aroundtown 2,1 Prozent.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.212,43  +0,2   11,22    6.201,21    7,3 
Stoxx-50        5.364,84  +0,5   24,80    5.340,04    9,1 
DAX          25.400,96  +0,5   123,28    25.277,68    3,7 
MDAX          30.133,09  +0,1   28,76    27.039,42    -1,6 
TecDAX         3.991,58  -0,0   -1,58    3.091,28    10,2 
SDAX          18.067,71  +0,1   18,52    13.062,07    5,2 
FTSE          10.742,01  +0,8   85,73    10.656,28    8,2 
CAC           7.859,23  +0,3   26,35    7.832,88    -3,6 
SMI          14.029,07  +1,1   151,23    13.877,84    5,7 
ATX           6.645,98  +0,6   36,22    6.609,76    24,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:00 
EUR/USD          1,1186  +0,3   0,0033     1,1153   1,1158 
EUR/JPY          176,98  +0,0   0,0400     176,94  177,0800 
EUR/CHF          0,9317  +0,1   0,0007     0,9310   0,9313 
EUR/GBP          0,8452  +0,1   0,0008     0,8444   0,8449 
USD/JPY          158,18  -0,3  -0,4300     158,61  158,6900 
GBP/USD          1,3232  +0,2   0,0026     1,3206   1,3204 
USD/CNY          6,6943  +0,0   0,0018     6,6925   6,6925 
USD/CNH          6,6939  -0,0  -0,0008     6,6947   6,6951 
AUS/USD          0,6965  +0,1   0,0006     0,6959   0,6958 
Bitcoin/USD      83.944,30  +1,1   924,29    83.020,01 82.798,18 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         92,09  -1,8   -1,65      93,74 
Brent/ICE         104,93  -1,6   -1,72     106,65 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.185,77  +0,4   14,67    4.171,10 
Silber           60,50  +0,3    0,19      60,32 
Platin         1.700,82  +0,9   15,29    1.685,53 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

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October 13, 2026 04:11 ET (08:11 GMT)

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