07.10.2026 -
Mit Banken verhält es sich wie mit Tolstois Familien: Die guten ähneln sich alle, jede schwache ist auf ihre eigene Weise schwach. Darin liegen der Reiz des Sektors und die Herausforderung der Analyse. Banken sind inhärent fragile Konstrukte, weshalb jeder Bankenanalyst sein eigenes Idealbild mit sich herumträgt, an dem er einzelne Institute misst und auf dessen Grundlage er letztlich entscheidet, wo in der Kapitalstruktur er investieren würde.
An Instrumenten mangelt es dabei nicht: von Covered Bonds über Senior Preferreds, Senior Non-Preferreds und OpCo-/HoldCo-Senioranleihen bis hin zu Tier 2 und Additional Tier 1. Die Risikoprämien sind niedrig, die Gesamtrenditen jedoch weiterhin attraktiv. Worin unterscheiden sich die einzelnen Regionen? Welche Instrumente sind aus welchen Gründen im aktuellen Umfeld besonders interessant - und welche könnten es künftig wieder werden?
Nicht alle Banken sind gleich. Zwar betreiben die meisten Institute das klassische Kreditgeschäft, doch unterscheiden sie sich teils erheblich in ihrer Ausrichtung, Kundenstruktur und Risikoneigung. Während einige Banken vor allem vom zinsgetriebenen Kredit- und Einlagengeschäft leben, erwirtschaften andere einen größeren Teil ihrer Erträge über Provisionen aus Investment Banking, Vermögensverwaltung oder Private Banking.
