DJ MÄRKTE USA/Aktien behauptet - Banken mit insgesamt guten Zahlen
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Ein ähnliches Bild wie schon am Vortag zeigt sich am Dienstag zum Handelsstart an der Wall Street. Technologieaktien, besonders solche aus dem Halbleitersektor, geben eher nach, wohingegen der breite Markt leicht nach oben tendiert. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes geben um bis zu 0,3 Prozent nach. Der eng gefasste Dow-Jones-Index steigt um 0,1 Prozent, der breite S&P-500-Index bewegt sich kaum.
Hinter dem Druck auf Halbleiteraktien mit KI-Fantasie steckt eine ausgeprägte Schwäche von Aktien aus dem KI-Sektor an den Börsen in Ostasien, nachdem die Branchenwerte an der Wall Street schon am Montag geschwächelt hatten. Zum einen belastet die Sorge vor zunehmender Konkurrenz aus Asien, nachdem CXMT, einer der größten chinesischen Speicherchiphersteller, einen neuen DRAM-Chip angekündigt hat. Zum anderen wird als Belastungsfaktor weiter das hohe Zinsniveau gesehen. Dadurch erhöhen sich die Bewertungen von Technologieaktien, zum anderen verteuert es die Finanzierungen der oft massiven KI-Investitionen. Im Frühhandel geben Micron um 4,3 Prozent nach, AMD und Intel um 1,1 Prozent. Nvidia kommen um 0,4 Prozent zurück, Marvell um 2,5 Prozent.
Etwas stützend für den Gesamtmarkt wirken wieder gesunkene Ölpreise, nachdem diese an den drei Tagen zuvor gestiegen waren. Russland habe mitgeteilt, dass seine Diesel-Exporte die im Rahmen eines Lieferabkommens mit den USA angekündigten Mengen übersteigen könnten. Das wirke Befürchtungen hinsichtlich der Lieferströme aus dem Golf entgegen, heißt es im Handel.
Entspannungssignale kommen von den Anleihen: Nachdem der Anleihehandel am Vortag wegen des "Columbus Day" pausierte, geht es mit den Renditen weiter nach unten. Die US-Zehnjahresrendite fällt gegenüber Freitag um 3 Basispunkte auf 5,21 Prozent. Hier dürften einige Anleger weiter zugreifen, um sich das hohe Zinsniveau zu sichern. Neue Impulse werden am Mittwoch von neuen US-Inflationsdaten erwartet. Sie dürften zeigen, inwieweit der Anstieg der Energiepreise auf die Lebenshaltungskosten durchschlägt.
Keine klaren Akzente setzen die Quartalszahlen der Banken JP Morgan, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup, die wie üblich die Quartalsberichtssaison eröffneten. Die Zahlen gelten vielen Akteuren als Indikator für die allgemeine wirtschaftliche Lage. Insgesamt fielen sie eher besser aus als gedacht.
JP Morgan hat zwar die Erwartungen im Quartal verfehlt, der Ausblick für den Zinsüberschuss im vierten Quartal ist aber besser ausgefallen als gedacht. Die Aktie liegt knapp im Plus. Für Goldman Sachs geht es dagegen um 1,7 Prozent nach oben. Die Bank verzeichnete das zweitbeste Quartal ihrer Geschichte bei den Einnahmen und steigerte den Gewinn um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei Wells Fargo, einem der größten Hypothekengeber, ist der Gewinn besser ausgefallen als erwartet, die Einnahmen dagegen schlechter. Die Aktie gibt um 1,4 Prozent nach. Citigroup verlieren 0,7 Prozent, obwohl hier Gewinn und Einnahmen gut ausgefallen sind.
Der Krankenversicherer Unitedhealth hat die Erwartungen des Marktes übertroffen, die Aktie bewegt das aber kaum. Auch der Pharmariese Johnson & Johnson hat die Konsensschätzungen geschlagen und dazu für das Gesamtjahr die Prognose für den bereinigten Gewinn und den Umsatz ganz leicht erhöht. Allerdings fiel der Quartalsgewinn wegen eines massiven Sonderaufwands im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten deutlich niedriger aus als vor Jahresfrist. Der Kurs fällt um 4,3 Prozent. Die negative Reaktion könne auch auf das eher maue Wachstum der Medizintechniksparte zurückgeführt werden, sagen Händler.
Das Zahlungsunternehmen Visa hat die Genehmigung erhalten, sich auf ein Zahlungsgeschäft in China vorzubereiten. Die Aktie steigt um 0,8 Prozent.
Für Apple geht es nach der Vorstellung einer Reihe von Smart-Home-Produkten, darunter auch eine Kollektion gemeinsam mit LG Electronics und Schneider, um 0,8 Prozent nach oben.
Biontech geben um 5,0 Prozent nach. Ein Krebsimmuntherapie-Kandidat hat in einer Studie keine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens gezeigt.
Syndax Pharmaceuticals brechen um fast 18 Prozent ein, nachdem in einer Phase-II-Studie ein Misserfolg erzielt wurde. Teradyne fallen um 3,0 Prozent nach der Ankündigung, 300 Millionen Dollar in Formfactor investieren zu wollen, einen Experten für Halbleiter-Testsysteme. Formfactor geben mit den schwachen Halbleiteraktien um 3,2 Prozent nach.
Navitas Semiconductor hat seine neueste Stromversorgungsplatine für Nvidia-Infrastrukturen vorgestellt. Der Kurs zieht darauf um 1,1 Prozent an.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.902,46 +0,1 +51,91 51.850,55 S&P-500 7.805,85 -0,0 -1,39 7.807,24 NASDAQ Comp 27.249,92 +0,0 +4,02 27.245,90 NASDAQ 100 30.560,83 -0,3 -103,87 30.664,70 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,81 +0,02 4,82 4,76 5 Jahre 5,02 -0,00 5,02 4,96 10 Jahre 5,22 -0,02 5,24 5,17 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:00 EUR/USD 1,1188 +0,3 0,0035 1,1153 1,1158 EUR/JPY 177,2 +0,2 0,2600 176,94 177,0800 EUR/CHF 0,9318 +0,1 0,0008 0,9310 0,9313 EUR/GBP 0,8447 +0,0 0,0003 0,8444 0,8449 USD/JPY 158,38 -0,2 -0,2300 158,61 158,6900 GBP/USD 1,3239 +0,3 0,0033 1,3206 1,3204 USD/CNY 6,6937 +0,0 0,0012 6,6925 6,6925 USD/CNH 6,6931 -0,0 -0,0016 6,6947 6,6951 AUS/USD 0,6975 +0,2 0,0016 0,6959 0,6958 Bitcoin/USD 83.169,37 +0,2 149,36 83.020,01 82.798,18 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 93,33 -0,4 -0,41 93,74 Brent/ICE 105,44 -1,1 -1,21 106,65 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.169,37 -0,0 -1,73 4.171,10 Silber 59,67 -1,1 -0,64 60,32 Platin 1.681,25 -0,3 -4,28 1.685,53 (Angaben ohne Gewähr)
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