CHANIA (dpa-AFX) - Bei einem Militärtraining der Bundeswehr auf Kreta wird es eine Premiere beim Ausbau der deutschen Luftverteidigung geben. Auf der griechischen Mittelmeerinsel sollen die Soldaten den ersten scharfen Schuss mit dem schon in der Ukraine bewährten Flugabwehrsystem Iris-T SLM abfeuern, wie die Bundeswehr mitteilte. Es wurde vom deutschen Rüstungsunternehmen Diehl Defence entwickelt und erweitert die Fähigkeiten der Luftwaffe zur Bekämpfung von Luftzielen im mittleren Entfernungsbereich, wie eine Sprecherin der Luftwaffe erklärte.
Zudem kommt das Flugabwehrsystem Ozelot auf Kreta zum Einsatz, das damit auch von der Luftwaffe zurück ans Heer übergeben wird - ein wesentlicher Schritt zum Wiederaufbau der sogenannten Heeresflugabwehr, die 2012 aufgelöst wurde. Das Waffensystem Ozelot soll nun wieder die zu Lande kämpfende Truppe gegen Tiefflieger, Drohnen und Marschflugkörper schützen.
Die Männer und Frauen der Bundeswehr üben auf der Insel zusammen mit den schwedischen Streitkräften. Die gemeinsame Übung, bei der das Patriot-Flugabwehrsystem zum Einsatz kommt, heißt Spartan Arrow 2026.
Der Hauptteil der Übung beginnt am Mittwochvormittag. Erwartet wird auch Verteidigungsminister Boris Pistorius. Schon am Vortag angereist sind Luftwaffeninspekteur Holger Neumann und Heeresinspekteur Christian Freuding.
Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hat das Verteidigungsministerium mehrere Beschaffungsprogramme zur Stärkung der weitgehend abgerüsteten Flugabwehr aufgelegt. Die Luftverteidigung ist in mehreren Schichten organisiert. Verschiedenen Waffensysteme sind dabei auf unterschiedliche Höhenbereiche ausgerichtet./cn/DP/zb
