DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Fed/Williams: Weitere Zinserhöhung könnte angemessen sein
Eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank könnte in diesem Jahr angemessen sein, so New Yorker Fed-Präsident John Williams. Weitere Zinsschritte im Jahr 2027 schloss er jedoch nicht aus. "Ich habe meine Ansicht nicht geändert, dass eine weitere Zinserhöhung angemessen sein könnte", sagte Williams Bloomberg. "Ich glaube derzeit nicht, dass wir Grund hätten, mehr zu tun. Aber Sie haben nach 2027 gefragt - das müssen wir abwarten", fügte er hinzu. Zur Inflationsentwicklung sagte Williams, das Thema, das er am genauesten beobachte, sei die durch künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage. Andere neue Treiber für Inflationsdruck sehe er hingegen nicht.
Fed/Collins: Weitere geldpolitische Maßnahmen hängen von kommenden Daten ab
Die Präsidentin der Bostoner Fed, Susan Collins, sagte, sie erwarte, dass es angemessen sein werde, die Zinsen vor Ende des Jahres weiter anzuheben. Dies solle eine rechtzeitige und dauerhafte Rückkehr der Inflation zum Ziel der Fed gewährleisten. In ihrer Rede am Dienstag in Boston erklärte Collins, dass die jüngsten Inflationsdaten zwar einige vielversprechende Nachrichten enthielten, andere Entwicklungen jedoch weniger günstig gewesen seien. Collins erwarte, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation in den kommenden Monaten angesichts des Preissprungs bei raffinierten Energieprodukten erneut über dem 2-Prozent-Ziel der Fed liegen werden. Zudem dürften die mit Rechenzentrumsprojekten verbundenen Preisdrücke laut Collins wahrscheinlich anhalten.
Chinesische Exporte beschleunigen sich im September
Chinas Exportwachstum hat sich im September beschleunigt. Es übertraf die Markterwartungen und könnte die Handelsspannungen mit wichtigen Partnern weiter verschärfen. Die Exporte stiegen im September im Vergleich zum Vorjahr um 36,3 Prozent. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem Anstieg von 25,0 Prozent im August, wie aus Daten hervorgeht, die die Allgemeine Zollverwaltung am Mittwoch veröffentlichte. Der Wert übertraf den von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal prognostizierten Anstieg von 25,0 Prozent.
Chinas Verbraucher- und Erzeugerpreise beschleunigten sich im September
Chinas Verbraucher- und Erzeugerpreise sind im September schneller gestiegen. Dies war teilweise auf die stark steigenden Energiepreise und eine niedrige Vergleichsbasis aus dem Vorjahr zurückzuführen. Der Erzeugerpreisindex kletterte im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 Prozent. Damit beschleunigte sich der Anstieg gegenüber dem Zuwachs von 3,8 Prozent im August. Der Wert für September markierte den stärksten Anstieg seit Juni 2022. Zudem übertraf er den von Ökonomen in einer Umfrage von The Wall Street Journal prognostizierten Median-Anstieg von 4,5 Prozent. Unterdessen stieg der chinesische Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent. Dies war schneller als das Wachstum von 0,8 Prozent im August, lag jedoch leicht unter dem in der WSJ-Umfrage von Ökonomen erwarteten Anstieg von 1,0 Prozent.
Singapurs Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im dritten Quartal
Singapurs Wirtschaftswachstum ist im dritten Quartal höher als erwartet ausgefallen, wenngleich es sich aufgrund des Konflikts im Nahen Osten verlangsamte. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Quartal von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,4 Prozent. Dies geht aus vorläufigen Schätzungen hervor, die das Ministerium für Energie, Handel und Industrie am Mittwoch veröffentlichte. Dies steht im Vergleich zu einem revidierten Wachstum von 6,2 Prozent im zweiten Quartal und einer Expansion von 5,1 Prozent im dritten Quartal, die von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal prognostiziert worden war.
EZB/Lane: KI-Investitionen straffen Finanzierungsbedingungen
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird bei ihren geldpolitischen Entscheidungen nach den Worten von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane berücksichtigen, dass der Anstieg der Langfristzinsen infolge der Investition in Künstliche Intelligenz zu einer Straffung der Finanzierungsbedingungen geführt hat. "Es ist wahrscheinlich, dass der weltweite Investitionsboom im Bereich der KI und die Erwartungen eines künftigen, durch KI angetriebenen globalen Produktivitätsschubs auf längere Sicht plausibel zum weltweiten Anstieg der langfristigen Zinsen beitragen", sagte er laut veröffentlichtem Redetext in Dublin.
IWF warnt vor steigenden Kosten der Staatsverschuldung
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Industrieländer vor den steigenden Kosten der Staatsverschuldung gewarnt. In einem Blog-Beitrag weist er darauf hin, dass die hohe und zunehmende Verschuldung die Wechselwirkungen zwischen Fiskalpolitik und Zinsen verstärke. Für bedenklich hält er auch die unter anderem in den USA zu beobachtende Tendenz einer zunehmend kurzfristigen Verschuldung. "In den USA beispielsweise werden die Zinszahlungen voraussichtlich von etwa 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor der Pandemie auf 5,7 Prozent im Jahr 2031 steigen. Dies entspricht in etwa den prognostizierten Ausgaben für Social Security, dem größten einzelnen Sozialleistungsprogramm", schreibt der IWF.
IWF drängt große Volkswirtschaften zur Haushaltskonsolidierung
Der Internationale Währungsfonds hat seine Warnung an die großen Volkswirtschaften vor der Notwendigkeit einer dringenden Haushaltskonsolidierung verschärft. Die Regierungen müssten handeln, bevor die Finanzmärkte sie dazu zwingen. "Was wir wissen, ist, dass Wendepunkte unbekannt sind, aber je länger man wartet, desto größer ist das Risiko, dass wir einen Wendepunkt erreicht haben", sagte Rodrigo Valdés, Direktor der Abteilung für Fiskalangelegenheiten beim IWF, am Mittwoch. "Die Länder müssen konsolidieren, bevor die Märkte sie [dazu] zwingen", sagte Valdés auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Jahrestagung von IWF und Weltbankgruppe in Bangkok.
Fed/Cook kann nicht an Anhörung teilnehmen - Terminkonflikt
Ein Anwalt der US-Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook erklärte, sie stehe für die Teilnahme an der für den 5. November vom Weißen Haus angesetzten Anhörung nicht zur Verfügung. Präsident Trump hatte diese Anhörung im Rahmen seiner erneuten Bemühungen angeordnet, sie möglicherweise zu entlassen. Cook werde sich zu diesem Zeitpunkt in geschäftlichen Angelegenheiten der US-Notenbank in Europa aufhalten. In dem Schreiben hieß es, sie könne frühestens im Dezember erscheinen, also nach der letzten planmäßigen geldpolitischen Sitzung der Zentralbank in diesem Jahr.
US-Justiz klagt OpenAI-Ingenieur wegen Abhörens geheimer Sitzungen an
Ein Ingenieur des KI-Konzerns OpenAI ist in San Francisco unter dem Vorwurf festgenommen worden, einen streng vertraulichen Vorstandskonferenzraum des Unternehmens mit versteckten Wanzen abgehört zu haben. Abdulrahman Alfozan, ein saudischer Staatsbürger, habe wochenlang den Raum ausgekundschaftet, der nach Angaben der US-Bundesanwaltschaft ausschließlich von Führungskräften des KI-Unternehmens und deren Assistenten reserviert werden konnte. Der Konferenzraum sei häufig für Vorstandssitzungen, Lagebesprechungen mit Regierungsvertretern und Geschäftspartnern sowie für streng vertrauliche Forschungs- und Produktgespräche genutzt worden. Alfozan, der seit mehr als einem Jahr im Produktteam von OpenAI tätig war, habe vorgehabt, vertrauliche Gespräche in diesem Raum abzuhören, teilte das US-Justizministerium mit.
US-Richter: Trump muss CNN, Politico und MS NOW Zugang zu Weißem Haus gewähren
Die Trump-Regierung muss Reportern von CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum Weißen Haus gewähren, während eine rechtliche Anfechtung gegen den Versuch von US-Präsident Donald Trump, die Nachrichtenmedien auszuschließen, verhandelt wird. Dies entschied ein Bundesrichter am Dienstag. Richter Timothy Kelly in Washington, D.C., gab dem Antrag der Medienhäuser auf eine einstweilige Verfügung statt. Damit wird der US-Regierung die Durchsetzung des Ausschlusses der drei Medien untersagt, solange das Gerichtsverfahren läuft.
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October 14, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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