PARIS (dpa-AFX) - Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor einer anhaltenden Verknappung des weltweiten Dieselangebots bis weit ins Jahr 2027 herein. Die kriegsbedingten Lieferausfälle im Nahen Osten und rückläufige Exporte aus Russland und Teilen Asiens hätten durch höhere Ausfuhren aus den USA und China zuletzt nicht ausgeglichen werden können, teilte die IEA in Paris in ihrem Ölmarktbericht mit.
Die angespannte Versorgung treffe auf sinkende Lagerbestände und eine durch Preisanstiege kaum beeinträchtigte Dieselnachfrage, während hohe Kraftstoffkosten zugleich die Transport- und Warenpreise, die Kaufkraft und die wirtschaftliche Aktivität belasteten. Da sich die Spannungen auf dem Rohöl-Frachtmarkt ausgeweitet hätten, könnten die Preise für gelieferten Diesel in den wichtigsten Importmärkten - Europa, Afrika und Lateinamerika - in den kommenden Wochen erneut steigen, erklärte die IEA.
Lockerung von russischen Exportbeschränkungen hilft kaum
Die kürzlich von US-Präsident Donald Trump angekündigte Lockerung der russischen Exportbeschränkungen für Diesel dürfte das Gleichgewicht auf dem globalen Ölmarkt kaum wesentlich verändern, meinte die Energieagentur. Die derzeitigen russischen Exporteinschränkungen seien nämlich auf einen Mangel an betriebsbereiten Raffinerie-Kapazitäten in Folge von Drohnen-Angriffen aus der Ukraine zurückzuführen.
Mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise will die IEA unterdessen die von den G7-Staaten geforderte beschleunigte Freigabe von Ölnotreserven umsetzen. Angesichts der angespannten Lage auf den Dieselmärkten solle der Freigabe von Dieselvorräten so weit wie möglich Vorrang eingeräumt werden. Über diese Schritte will der IEA-Verwaltungsrat bei einem Treffen an diesem Donnerstag konkret beraten./evs/DP/men
