MAINZ (dpa-AFX) - Das ZDF hat einen umstrittenen Einspieler in der Satiresendung "ZDF Magazin Royale" mit Jan Böhmermann verteidigt. Das Format setze sich satirisch mit aktuellen Themen auseinander, teilte der Sender auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Dazu gehöre auch, "ironische Mehrdeutigkeit als Stilmittel zu nutzen, um Pointen zu erzeugen".
Hintergrund ist eine Szene aus der Sendung vom 2. Oktober, in der Böhmermann auf einem blauen Simson-Moped mit weißem Helm unterwegs ist und von einem Lastwagen erfasst wird. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete, sehen Kritiker darin eine Anspielung auf den AfD-Politiker Ulrich Siegmund. Dieser war im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt ebenfalls mit einer blauen Simson-Schwalbe und weißem Helm unterwegs. Gegenüber der Zeitung sprach Siegmund von "Gewaltfantasien niederträchtigster Art".
Beim ZDF-Fernsehrat seien inzwischen Programmbeschwerden im unteren dreistelligen Bereich zu der Sendung eingegangen, teilte der Sender mit. Derzeit werde geprüft, ob ein sogenanntes Mehrfachbeschwerdeverfahren eingeleitet werde.
ZDF verweist auf wiederkehrendes Motiv
Das ZDF verwies darauf, dass sich das Motiv der "politisierten Marke Simson" durch die gesamte Sendung gezogen habe. "Das Gefährt kam im Laufe der Sendung immer wieder vor, ohne auf bestimmte Personen Bezug zu nehmen, darunter auch im sogenannten "Cold Opener" zu Staffelbeginn", erklärte eine Sprecherin.
Bei der ersten Sendung jeder Staffel gebe es einen solchen besonderen Einstieg. Dabei sei Böhmermann in der Vergangenheit schon mehrfach bei verschiedenen Aktionen "verunglückt"./svv/DP/men
