BERLIN/POTSDAM (dpa-AFX) - Der Comedian Kurt Krömer stößt mit seiner Kritik an der AfD und ihren Wählern auf Widerstand in der Partei. Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch, der Mitglied des Bundesvorstands ist, erstattete gegen Krömer Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Beleidigung. Krömer macht in einem Instagram-Beitrag vom 9. Oktober deutlich, dass er keine Wähler der AfD bei seiner Lesung im nächsten Jahr sehen will.
"Ich wollte mich an dieser Stelle auch nochmal an unsere geistig abgehängten Freunde von der AfD richten", sagt er darin. "Keine Tickets für AfD-Wähler, ja? Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt - genauso wie ihr. Außerdem habe ich keine Lust, auf der Bühne zu stehen und in irgendwelche Schweinegesichter zu gucken."
"Wir haben die pauschale Herabwürdigung von Menschen", sagte Hohloch über seine Strafanzeige gegen Alexander Bojcan, wie Krömer mit bürgerlichem Namen heißt. "Wir reden hier nicht nur über AfD-Mitglieder, wir reden über eine viel größere Gruppe und zwar die der AfD-Wähler."
Krömer plant für die Zeit ab September 2027 eine Lese-Tour seines Buches "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst". Beim ZDF ist zudem eine neue Show mit dem Titel "Krömers letzte Stunde" geplant, sie soll für ZDFneo und das ZDF-Streamingportal produziert werden. Bei ZDfneo soll sie wöchentlich ab 26. November 2026 um 22.15 Uhr erscheinen. Vorgesehen sind vier Folgen, in denen er je zwei Gäste bei Talk und Spielen begrüßt.
Petition gegen Krömers ZDF-Show
Der AfD-Politiker Hohloch startete eine Online-Petition mit dem Titel "AfD-Wähler als "Schweinegesichter" - ZDF muss die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer beenden!". Krömer kommentierte am Mittwoch die Petition, ging dabei aber nicht auf die Strafanzeige ein.
In einem Reel bei Instagram veröffentlichte er ein Foto von Hohloch und schrieb: "Der Mann hinter der ZDF Petition" mit zwei lachenden Smileys. Darunter stand: "Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag gehört zu einer Gruppe von Abgeordneten des Landesverbandes, die der Verfassungsschutz Brandenburg namentlich als gesicherte Rechtsextremisten führt."
Verfassungsschutz sieht AfD bundesweit als Verdachtsfall
Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Einzelne Landesverbände werden vom jeweiligen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft - das gilt für Brandenburg, auch für einzelne Landtagsabgeordnete.
Das ZDF reagierte so auf Krömers Post, der bei der AfD auf Kritik stieß: "Der Beitrag Kurt Krömers auf seinem Instagram-Kanal ist eine Äußerung, die in keinem Zusammenhang mit einer Produktion des ZDF steht."/vr/DP/men
