NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel gefallen und haben ihre Vortagsgewinne abgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember verlor zuletzt 1,57 Prozent auf 104,39 US-Dollar. Die jüngsten Sorgen über mögliche Lieferausfälle im Nahen Osten haben etwas nachgelassen. Zudem rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) mit einem stärkeren Rückgang der weltweiten Ölnachfrage als bislang erwartet, wie gestern bekannt wurde. Die Aussichten auf eine diplomatische Entspannung zwischen den Kriegsparteien USA und Iran bleiben unterdessen ungewiss.
Zwar setzen die vom Iran unterstützten Huthi ihre Raketen- und Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien fort. Bislang ist jedoch unklar, ob dadurch die Öllieferungen des weltweit größten Rohölexporteurs beeinträchtigt wurden. "Die Angriffe der Huthi haben bislang nicht zu den schweren Lieferunterbrechungen geführt, die der Markt befürchtet hatte", sagte Takahiro Asaoka, leitender Volkswirt beim Itochu Research Institute, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Deshalb gehe ein Teil des geopolitischen Risikoaufschlags bei den Ölpreisen zurück. Auch die schwächeren Nachfrageprognosen der IEA belasteten die Notierungen.
Die Versorgungslage am Ölmarkt bleibt nach monatelangen Beeinträchtigungen durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran dennoch angespannt. Brent-Öl hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 70 Prozent verteuert./stk/mis
