Bayreuth (ots) -
Laut der Weltgesundheitsorganisation betrifft Osteoporose Millionen Menschen weltweit und zählt dennoch zu den häufig unterschätzten Erkrankungen. (1) Die Folgen reichen von chronischen Schmerzen bis hin zu Frakturen, die Mobilität und Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken können. Anlässlich des Weltosteoporosetages am 20. Oktober hat der Medizinprodukte-Hersteller medi mit drei renommierten Fachärzten über aktuelle Erkenntnisse zur Prävention sowie zur konservativen und operativen Therapie bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen gesprochen. Ihre Erfahrungen aus der Praxis zeigen, wie wichtig eine frühzeitige Versorgung und ein ganzheitlicher Therapieansatz sind.
Osteoporose ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die sich schleichend entwickelt, zunächst schmerzfrei ist und dadurch lange Zeit unbemerkt bleibt. In Deutschland sind laut Schätzungen circa 5,7 Millionen Menschen betroffen, davon Frauen mit 4,5 Millionen deutlich häufiger als Männer (1). Oft wird die Erkrankung erst erkannt, wenn die Knochensubstanz bereits so stark geschwächt ist, dass es zu einer Fraktur kommt. Die Folgen können gravierend sein: Schmerzen, Unsicherheit bei Bewegungen und die Angst vor weiteren Brüchen begleiten viele Betroffene im Alltag. Dr. Peter Keysser, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Oberammergau, erklärt: "Wer bereits eine osteoporotische Wirbelkörperfraktur erlitten hat, trägt ein erhöhtes Risiko für weitere Frakturen. Gerade die erste Zeit nach einer Fraktur gilt als besonders kritisch. Genau deshalb ist es wichtig, früh gegenzusteuern."
Nach der Fraktur: Daher sind Bewegung und Sturzprävention essenziell
Ein entscheidender Baustein der Sekundärprävention ist die Sturzprävention. Unterschiedliche physiologische oder körperliche Ursachen wie Schwindel, Blutdruckschwankungen, mangelnde Muskelkraft oder auch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente können in Kombination mit häuslichen Stolperfallen zum Risikofaktor werden. Zudem kann eine medikamentöse Therapie zu Beginn der Anwendung noch nicht ihre volle Wirkung entfalten. Umso wichtiger ist ein Bewegungsprogramm, das gezielt die Rumpf- und Rückenmuskulatur kräftigt und Betroffene rasch und aktiv unterstützt. "Es geht dabei aber nicht nur um Muskelkraft, sondern auch um Balance, Koordination und Gangsicherheit", betont Dr. Peter Keysser. "Ergänzendes funktionelles Training kann dazu beitragen, Mobilität und Selbstständigkeit langfristig zu erhalten. Je kontinuierlicher Betroffene körperlich aktiv sind, desto mobiler und sicherer sind sie im Alltag. Neben Bewegung spielt auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine Rolle: Lebensmittel, die Vitamine, Kalzium und Eiweiß enthalten, unterstützen den Knochenaufbau ebenfalls."
Aktivorthesen als sicherer Begleiter im Alltag
Auch der Einsatz von modernen Aktivorthesen kann in ausgewählten Situationen sinnvoll sein. Dazu Dr. Peter Keysser: "Gerade in der akuten Phase nach der ersten Fraktur können Aktivorthesen Betroffenen helfen, Stabilität zurückzugewinnen, Schmerzen zu reduzieren und das Vertrauen in die eigene Bewegung zu stärken. Diese Erfahrung bestätigt auch Dr. Dino Georg Schulz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Münster: "Bei uns in der Praxis behandeln wir Wirbelkörperfrakturen überwiegend konservativ mit einer Aktivorthese. Viele Patient:innen berichten dabei über eine deutliche Schmerzlinderung. Aus meiner Erfahrung trägt vor allem die Akzeptanz der Versorgung zum Therapieerfolg bei: Die Aktivorthese sollte wenig wiegen, leicht anzulegen und individuell einstellbar sein - älteren Damen ist es zudem wichtig, sie unter der Kleidung tragen zu können, damit sie nicht auffällt. Ich habe noch keine Patient:innen gesehen, die mit einer solchen Aktivorthese nachgesintert wären, heißt, bei denen der bereits gebrochene Wirbelkörper weiter zusammengesackt wäre."
Individuelle Therapie statt Standardlösung
Doch nicht jede Fraktur ist gleich. Ob eine Aktivorthese im Rahmen einer konservativen Behandlung eingesetzt wird oder ein operativer Eingriff erforderlich ist, hängt stets von der individuellen Situation der Betroffenen ab: "Die Entscheidung für eine konservative oder operative Therapie ist immer sehr fallabhängig", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Böcker, Orthopäde und Unfallchirurg aus München. "Hier orientiert sich die Therapieentscheidung an den aktuellen Leitlinien und berücksichtigt unter anderem Frakturschwere, Allgemeinzustand, Mobilität und neurologischen Status der Patient:innen." Kommt eine operative Versorgung infrage, setzt Prof. Dr. Böcker bevorzugt auf moderne Hybridverfahren, die eine Kyphoplastie mit einer dorsalen Instrumentierung kombinieren. Dabei wird der eingebrochene Wirbelkörper zunächst mithilfe eines speziellen Ballonverfahrens wieder aufgerichtet. Im Anschluss wird der entstandene Hohlraum mit Knochenzement gefüllt und der Wirbel somit stabilisiert. Zusätzlich wird die Wirbelsäule durch eine operative Fixierung entlastet und gesichert. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Stabilität der Wirbelsäule wiederherzustellen und eine möglichst schnelle Mobilisierung der Betroffenen zu ermöglichen. "Diese Kombination zeigt langfristig gute Ergebnisse hinsichtlich Stabilität, Schmerzreduktion und Korrektur der Kyphose. Fällt die Entscheidung auf eine konservative Therapie, beispielsweise auf Basis eines niedrigen Scores gemäß den aktuellen Leitlinien, können dynamische Orthesen eine sinnvolle Behandlungsoption sein. Sie können zur Schmerzreduktion beitragen, die Rumpfmuskulatur stärken und die Korrektur einer kyphotischen Fehlstellung unterstützen." Für Prof. Dr. Böcker steht daher fest: "Es gibt nicht die eine Therapie - die Versorgung sollte stets individuell erfolgen und sowohl die aktuelle Situation von Betroffenen als auch das langfristige Risiko weiterer Frakturen berücksichtigen."
Gemeinsam Versorgungslücken schließen
Der Austausch mit den Fachexperten zeigt vor allem eines: Die erfolgreiche Versorgung osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen beginnt nicht erst im Behandlungszimmer. Prävention, frühzeitige Diagnostik, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine konsequente Nachsorge sind entscheidende Faktoren, um Folgefrakturen zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Es gilt, Patient:innen ausführlich zu informieren, sie auf vielfältige Weise durch die Therapie zu begleiten und das Bewusstsein für Selbstmanagement und moderne Versorgungskonzepte weiter zu stärken.
Weitere Fachinformationen für den medizinischen Fachhandel gibt es im medi Kundencenter, Telefon 0921 912-333, E-Mail OrderOrthopaedie@medi.de.
Informationen für Ärzt:innen: Telefon 0921 912-977, E-Mail: aerzte.service@medi.de
Quellen:
(1) Kanis JA et al. SCOPE 2021: a new scorecard for osteoporosis in Europe. Arch Osteoporos.2021;16(1):82.
Surftipps:
www.medi.de/haendlersuche/
www.medi.de/fachhandel/
www.medi.de/diagnose-therapie/osteoporose/
www.medi.de/produkte/highlights/spinomed/
www.medi.de/produkte/orthesen/osteoporose/
Zweckbestimmung Spinomed: Orthese zur aktiven Entlastung und Korrektur der Lendenwirbelsäule / Brustwirbelsäule in Sagittalebene.
Pressekontakt:
medi GmbH & Co. KG
Medicusstraße 1
95448 Bayreuth
www.medi.de
Janine Lenhart
Senior Communication & PR Managerin
Telefon: +49 921 912-2819
E-Mail: j.lenhart@medi.de
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/23931/6371470
Laut der Weltgesundheitsorganisation betrifft Osteoporose Millionen Menschen weltweit und zählt dennoch zu den häufig unterschätzten Erkrankungen. (1) Die Folgen reichen von chronischen Schmerzen bis hin zu Frakturen, die Mobilität und Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken können. Anlässlich des Weltosteoporosetages am 20. Oktober hat der Medizinprodukte-Hersteller medi mit drei renommierten Fachärzten über aktuelle Erkenntnisse zur Prävention sowie zur konservativen und operativen Therapie bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen gesprochen. Ihre Erfahrungen aus der Praxis zeigen, wie wichtig eine frühzeitige Versorgung und ein ganzheitlicher Therapieansatz sind.
Osteoporose ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die sich schleichend entwickelt, zunächst schmerzfrei ist und dadurch lange Zeit unbemerkt bleibt. In Deutschland sind laut Schätzungen circa 5,7 Millionen Menschen betroffen, davon Frauen mit 4,5 Millionen deutlich häufiger als Männer (1). Oft wird die Erkrankung erst erkannt, wenn die Knochensubstanz bereits so stark geschwächt ist, dass es zu einer Fraktur kommt. Die Folgen können gravierend sein: Schmerzen, Unsicherheit bei Bewegungen und die Angst vor weiteren Brüchen begleiten viele Betroffene im Alltag. Dr. Peter Keysser, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Oberammergau, erklärt: "Wer bereits eine osteoporotische Wirbelkörperfraktur erlitten hat, trägt ein erhöhtes Risiko für weitere Frakturen. Gerade die erste Zeit nach einer Fraktur gilt als besonders kritisch. Genau deshalb ist es wichtig, früh gegenzusteuern."
Nach der Fraktur: Daher sind Bewegung und Sturzprävention essenziell
Ein entscheidender Baustein der Sekundärprävention ist die Sturzprävention. Unterschiedliche physiologische oder körperliche Ursachen wie Schwindel, Blutdruckschwankungen, mangelnde Muskelkraft oder auch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente können in Kombination mit häuslichen Stolperfallen zum Risikofaktor werden. Zudem kann eine medikamentöse Therapie zu Beginn der Anwendung noch nicht ihre volle Wirkung entfalten. Umso wichtiger ist ein Bewegungsprogramm, das gezielt die Rumpf- und Rückenmuskulatur kräftigt und Betroffene rasch und aktiv unterstützt. "Es geht dabei aber nicht nur um Muskelkraft, sondern auch um Balance, Koordination und Gangsicherheit", betont Dr. Peter Keysser. "Ergänzendes funktionelles Training kann dazu beitragen, Mobilität und Selbstständigkeit langfristig zu erhalten. Je kontinuierlicher Betroffene körperlich aktiv sind, desto mobiler und sicherer sind sie im Alltag. Neben Bewegung spielt auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine Rolle: Lebensmittel, die Vitamine, Kalzium und Eiweiß enthalten, unterstützen den Knochenaufbau ebenfalls."
Aktivorthesen als sicherer Begleiter im Alltag
Auch der Einsatz von modernen Aktivorthesen kann in ausgewählten Situationen sinnvoll sein. Dazu Dr. Peter Keysser: "Gerade in der akuten Phase nach der ersten Fraktur können Aktivorthesen Betroffenen helfen, Stabilität zurückzugewinnen, Schmerzen zu reduzieren und das Vertrauen in die eigene Bewegung zu stärken. Diese Erfahrung bestätigt auch Dr. Dino Georg Schulz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Münster: "Bei uns in der Praxis behandeln wir Wirbelkörperfrakturen überwiegend konservativ mit einer Aktivorthese. Viele Patient:innen berichten dabei über eine deutliche Schmerzlinderung. Aus meiner Erfahrung trägt vor allem die Akzeptanz der Versorgung zum Therapieerfolg bei: Die Aktivorthese sollte wenig wiegen, leicht anzulegen und individuell einstellbar sein - älteren Damen ist es zudem wichtig, sie unter der Kleidung tragen zu können, damit sie nicht auffällt. Ich habe noch keine Patient:innen gesehen, die mit einer solchen Aktivorthese nachgesintert wären, heißt, bei denen der bereits gebrochene Wirbelkörper weiter zusammengesackt wäre."
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Doch nicht jede Fraktur ist gleich. Ob eine Aktivorthese im Rahmen einer konservativen Behandlung eingesetzt wird oder ein operativer Eingriff erforderlich ist, hängt stets von der individuellen Situation der Betroffenen ab: "Die Entscheidung für eine konservative oder operative Therapie ist immer sehr fallabhängig", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Böcker, Orthopäde und Unfallchirurg aus München. "Hier orientiert sich die Therapieentscheidung an den aktuellen Leitlinien und berücksichtigt unter anderem Frakturschwere, Allgemeinzustand, Mobilität und neurologischen Status der Patient:innen." Kommt eine operative Versorgung infrage, setzt Prof. Dr. Böcker bevorzugt auf moderne Hybridverfahren, die eine Kyphoplastie mit einer dorsalen Instrumentierung kombinieren. Dabei wird der eingebrochene Wirbelkörper zunächst mithilfe eines speziellen Ballonverfahrens wieder aufgerichtet. Im Anschluss wird der entstandene Hohlraum mit Knochenzement gefüllt und der Wirbel somit stabilisiert. Zusätzlich wird die Wirbelsäule durch eine operative Fixierung entlastet und gesichert. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Stabilität der Wirbelsäule wiederherzustellen und eine möglichst schnelle Mobilisierung der Betroffenen zu ermöglichen. "Diese Kombination zeigt langfristig gute Ergebnisse hinsichtlich Stabilität, Schmerzreduktion und Korrektur der Kyphose. Fällt die Entscheidung auf eine konservative Therapie, beispielsweise auf Basis eines niedrigen Scores gemäß den aktuellen Leitlinien, können dynamische Orthesen eine sinnvolle Behandlungsoption sein. Sie können zur Schmerzreduktion beitragen, die Rumpfmuskulatur stärken und die Korrektur einer kyphotischen Fehlstellung unterstützen." Für Prof. Dr. Böcker steht daher fest: "Es gibt nicht die eine Therapie - die Versorgung sollte stets individuell erfolgen und sowohl die aktuelle Situation von Betroffenen als auch das langfristige Risiko weiterer Frakturen berücksichtigen."
Gemeinsam Versorgungslücken schließen
Der Austausch mit den Fachexperten zeigt vor allem eines: Die erfolgreiche Versorgung osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen beginnt nicht erst im Behandlungszimmer. Prävention, frühzeitige Diagnostik, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine konsequente Nachsorge sind entscheidende Faktoren, um Folgefrakturen zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Es gilt, Patient:innen ausführlich zu informieren, sie auf vielfältige Weise durch die Therapie zu begleiten und das Bewusstsein für Selbstmanagement und moderne Versorgungskonzepte weiter zu stärken.
Weitere Fachinformationen für den medizinischen Fachhandel gibt es im medi Kundencenter, Telefon 0921 912-333, E-Mail OrderOrthopaedie@medi.de.
Informationen für Ärzt:innen: Telefon 0921 912-977, E-Mail: aerzte.service@medi.de
Quellen:
(1) Kanis JA et al. SCOPE 2021: a new scorecard for osteoporosis in Europe. Arch Osteoporos.2021;16(1):82.
Surftipps:
www.medi.de/haendlersuche/
www.medi.de/fachhandel/
www.medi.de/diagnose-therapie/osteoporose/
www.medi.de/produkte/highlights/spinomed/
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Zweckbestimmung Spinomed: Orthese zur aktiven Entlastung und Korrektur der Lendenwirbelsäule / Brustwirbelsäule in Sagittalebene.
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