Berlin (ots) -
Der Geschäftsbericht 2025/26 zeigt, wie Spenden und Nachlässe neue sichere Orte, therapeutische Angebote und individuelle Zukunftschancen ermöglichen. Der Rekord von 13,15 Millionen Euro trifft zugleich auf einen steigenden Hilfebedarf und ein rückläufiges Spendenumfeld.
Die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke haben 2025 so viel Unterstützung durch Spenden und Nachlässe erfahren wie nie zuvor. Mit rund 13,15 Millionen Euro erreichten die Zuwendungen einen neuen Höchststand. Das waren rund 1,22 Millionen Euro beziehungsweise gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der jetzt veröffentlichte Geschäftsbericht 2025/26 macht nachvollziehbar, wie die Mittel eingesetzt werden und was sie für Kinder, Jugendliche und Familien konkret ermöglichen.
"Diese Unterstützung ist für uns ein großer Vertrauensbeweis", sagt Dr. Albrecht Matthaei, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke. "Umso wichtiger ist es, transparent zu machen, was die uns anvertrauten Mittel bewirken und welche konkreten Chancen sie Kindern und Jugendlichen eröffnen."
Wenn aus Spenden sichere Orte werden
Besonders sichtbar wird die Wirkung dort, wo Spendengelder helfen, neue Betreuungsangebote und langfristige Strukturen zu schaffen.
Im baden-württembergischen Waldenburg wurde Ende 2025 ein neues, barrierefreies Kinderdorfhaus eröffnet. Es bietet sechs Kindern mit und ohne körperliche Beeinträchtigung ein gemeinsames Zuhause. Den Grundstein für das Projekt legte eine private Großspende. Gemeinsam mit weiteren Zuwendungen und Fördermitteln konnte die Finanzierung bis zur Fertigstellung gesichert werden.
Auch in Bayern wurde ein neues Haus fertiggestellt. Im Kinderhaus Pegnitztal leben acht Kinder, fünf mit heilpädagogischem und drei mit therapeutischem Förderbedarf. Der barrierefreie Neubau bietet einen Lebensort, an dem die Kinder eng pädagogisch begleitet werden und bei Bedarf psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung erhalten. Spenderinnen und Spender haben wesentlich dazu beigetragen, dass das neue Haus entstehen konnte.
"Diese beiden Beispiele zeigen, dass Spenden neue Plätze und Räume schaffen", sagt Matthaei. "Gleichzeitig ermöglichen sie auch therapeutische und pädagogische Angebote, besondere Förderung und individuelle Unterstützung, die sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert."
Hinter den im Bericht vorgestellten Beispielen steht ein bundesweites Netz sozialer Hilfen. Der Bundesverband vertritt und fördert zehn eigenständige Mitgliedsvereine mit insgesamt 475 Einrichtungen. Im Berichtszeitraum erreichten die Kinderdörfer und Familienwerke mit ihren Angeboten 22.739 Kinder und Jugendliche. Weitere 19.283 Menschen wurden durch andere soziale Angebote erreicht.
Rekord trifft auf weiterhin hohen Hilfebedarf
Der Spendenrekord trifft zugleich auf einen steigenden Hilfebedarf. 2025 stellten die Jugendämter bundesweit rund 79.800 Kindeswohlgefährdungen fest. Damit wurde zum vierten Mal in Folge ein neuer Höchststand verzeichnet. Auch die Mitgliedsvereine der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke erreichen zunehmend mehr Anfragen der Jugendämter nach Betreuungsplätzen. Besonders dringend werden Plätze für jüngere Kinder und Geschwister gesucht.
"Wir sind unseren Spenderinnen und Spendern außerordentlich dankbar", sagt Matthaei. "Gleichzeitig erleben wir täglich, dass immer mehr Kinder und Familien verstärkt verlässliche Hilfe brauchen. Die Rekordsumme gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Mitgliedsvereinen dringend benötigte sichere Orte zu schaffen, Angebote weiterzuentwickeln und Kindern neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen."
Spendenrekord trotz rückläufigem Spendenaufkommen
Der neue Höchststand steht indes einer bundesweit rückläufigen Spendenentwicklung gegenüber. Nach der aktuellen "Bilanz des Helfens (https://www.spendenrat.de/bilanz-des-helfens-2025/)" des Deutschen Spendenrats sank das dort erfasste private Spendenvolumen 2025 bundesweit um neun Prozent auf rund 4,65 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Spendenden ging zurück. Gleichzeitig stammen weiterhin 58 Prozent des Spendenaufkommens von Menschen ab 60 Jahren. Besonders spendenstark ist traditionell die Generation ab 74 Jahren, die demografisch jedoch kleiner wird. "Der demografische Wandel bereitet uns mit Blick auf die langfristige Unterstützung unserer Arbeit durchaus Sorge. Gerade ältere Menschen gehören seit vielen Jahren zu unseren verlässlichsten Unterstützern", sagt Matthaei. Es sei künftig wichtig, auch jüngere Generationen für ein langfristiges Engagement zu gewinnen.
Nachlässe gewinnen für die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke an Bedeutung. Von den insgesamt rund 13,15 Millionen Euro Zuwendungen entfielen 2025 knapp 11,97 Millionen Euro auf Spendeneinnahmen und rund 1,18 Millionen Euro auf Nachlässe. Nachlässe machten damit rund 8,8 Prozent der Gesamteinnahmen des Bundesverbandes aus. Im Vorjahr waren es 6,8 Prozent, im Jahr davor weniger als fünf Prozent.
Für den Bundesverband sind diese Zuwendungen insbesondere für die langfristige finanzielle Absicherung und größere Investitionen von Bedeutung. "Der Spendenrekord ist für uns ein großer Grund zur Dankbarkeit. Er darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor einer langfristigen Herausforderung stehen", sagt Matthaei.
"Der Hilfebedarf für Kinder und Familien steigt, während das Spendenaufkommen insgesamt zurückgeht und ein großer Teil der Unterstützung weiterhin von älteren Generationen getragen wird. Um auch künftig verlässlich helfen zu können, brauchen wir deshalb gesellschaftliches Engagement über alle Generationen hinweg."
Geschäftsbericht 2025/26
Den aktuellen Geschäftsbericht des Bundesverbandes der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke finden Sie hier (https://albert-schweitzer-verband.de/wp-content/uploads/2026/10/Geschaeftsbericht-2025-2026-Online.pdf).
Über die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke
Seit 69 Jahren unterstützen die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke hilfsbedürftige Menschen in Deutschland. Der Bundesverband koordiniert zehn Mitgliedsvereine, die bundesweit rund 500 Einrichtungen betreiben. Mehr als 2.500 Mitarbeiter*innen sorgen täglich dafür, dass Kinder, Jugendliche und Familien ein sicheres, förderliches Umfeld erhalten.
Pressekontakt:
Sabrina Banze, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T: +49 (030) 20 64 91 86 | E-Mail: sabrina.banze@albert-schweitzer.de
Original-Content von: Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/180445/6371609
Der Geschäftsbericht 2025/26 zeigt, wie Spenden und Nachlässe neue sichere Orte, therapeutische Angebote und individuelle Zukunftschancen ermöglichen. Der Rekord von 13,15 Millionen Euro trifft zugleich auf einen steigenden Hilfebedarf und ein rückläufiges Spendenumfeld.
Die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke haben 2025 so viel Unterstützung durch Spenden und Nachlässe erfahren wie nie zuvor. Mit rund 13,15 Millionen Euro erreichten die Zuwendungen einen neuen Höchststand. Das waren rund 1,22 Millionen Euro beziehungsweise gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der jetzt veröffentlichte Geschäftsbericht 2025/26 macht nachvollziehbar, wie die Mittel eingesetzt werden und was sie für Kinder, Jugendliche und Familien konkret ermöglichen.
"Diese Unterstützung ist für uns ein großer Vertrauensbeweis", sagt Dr. Albrecht Matthaei, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke. "Umso wichtiger ist es, transparent zu machen, was die uns anvertrauten Mittel bewirken und welche konkreten Chancen sie Kindern und Jugendlichen eröffnen."
Wenn aus Spenden sichere Orte werden
Besonders sichtbar wird die Wirkung dort, wo Spendengelder helfen, neue Betreuungsangebote und langfristige Strukturen zu schaffen.
Im baden-württembergischen Waldenburg wurde Ende 2025 ein neues, barrierefreies Kinderdorfhaus eröffnet. Es bietet sechs Kindern mit und ohne körperliche Beeinträchtigung ein gemeinsames Zuhause. Den Grundstein für das Projekt legte eine private Großspende. Gemeinsam mit weiteren Zuwendungen und Fördermitteln konnte die Finanzierung bis zur Fertigstellung gesichert werden.
Auch in Bayern wurde ein neues Haus fertiggestellt. Im Kinderhaus Pegnitztal leben acht Kinder, fünf mit heilpädagogischem und drei mit therapeutischem Förderbedarf. Der barrierefreie Neubau bietet einen Lebensort, an dem die Kinder eng pädagogisch begleitet werden und bei Bedarf psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung erhalten. Spenderinnen und Spender haben wesentlich dazu beigetragen, dass das neue Haus entstehen konnte.
"Diese beiden Beispiele zeigen, dass Spenden neue Plätze und Räume schaffen", sagt Matthaei. "Gleichzeitig ermöglichen sie auch therapeutische und pädagogische Angebote, besondere Förderung und individuelle Unterstützung, die sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert."
Hinter den im Bericht vorgestellten Beispielen steht ein bundesweites Netz sozialer Hilfen. Der Bundesverband vertritt und fördert zehn eigenständige Mitgliedsvereine mit insgesamt 475 Einrichtungen. Im Berichtszeitraum erreichten die Kinderdörfer und Familienwerke mit ihren Angeboten 22.739 Kinder und Jugendliche. Weitere 19.283 Menschen wurden durch andere soziale Angebote erreicht.
Rekord trifft auf weiterhin hohen Hilfebedarf
Der Spendenrekord trifft zugleich auf einen steigenden Hilfebedarf. 2025 stellten die Jugendämter bundesweit rund 79.800 Kindeswohlgefährdungen fest. Damit wurde zum vierten Mal in Folge ein neuer Höchststand verzeichnet. Auch die Mitgliedsvereine der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke erreichen zunehmend mehr Anfragen der Jugendämter nach Betreuungsplätzen. Besonders dringend werden Plätze für jüngere Kinder und Geschwister gesucht.
"Wir sind unseren Spenderinnen und Spendern außerordentlich dankbar", sagt Matthaei. "Gleichzeitig erleben wir täglich, dass immer mehr Kinder und Familien verstärkt verlässliche Hilfe brauchen. Die Rekordsumme gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Mitgliedsvereinen dringend benötigte sichere Orte zu schaffen, Angebote weiterzuentwickeln und Kindern neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen."
Spendenrekord trotz rückläufigem Spendenaufkommen
Der neue Höchststand steht indes einer bundesweit rückläufigen Spendenentwicklung gegenüber. Nach der aktuellen "Bilanz des Helfens (https://www.spendenrat.de/bilanz-des-helfens-2025/)" des Deutschen Spendenrats sank das dort erfasste private Spendenvolumen 2025 bundesweit um neun Prozent auf rund 4,65 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Spendenden ging zurück. Gleichzeitig stammen weiterhin 58 Prozent des Spendenaufkommens von Menschen ab 60 Jahren. Besonders spendenstark ist traditionell die Generation ab 74 Jahren, die demografisch jedoch kleiner wird. "Der demografische Wandel bereitet uns mit Blick auf die langfristige Unterstützung unserer Arbeit durchaus Sorge. Gerade ältere Menschen gehören seit vielen Jahren zu unseren verlässlichsten Unterstützern", sagt Matthaei. Es sei künftig wichtig, auch jüngere Generationen für ein langfristiges Engagement zu gewinnen.
Nachlässe gewinnen für die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke an Bedeutung. Von den insgesamt rund 13,15 Millionen Euro Zuwendungen entfielen 2025 knapp 11,97 Millionen Euro auf Spendeneinnahmen und rund 1,18 Millionen Euro auf Nachlässe. Nachlässe machten damit rund 8,8 Prozent der Gesamteinnahmen des Bundesverbandes aus. Im Vorjahr waren es 6,8 Prozent, im Jahr davor weniger als fünf Prozent.
Für den Bundesverband sind diese Zuwendungen insbesondere für die langfristige finanzielle Absicherung und größere Investitionen von Bedeutung. "Der Spendenrekord ist für uns ein großer Grund zur Dankbarkeit. Er darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor einer langfristigen Herausforderung stehen", sagt Matthaei.
"Der Hilfebedarf für Kinder und Familien steigt, während das Spendenaufkommen insgesamt zurückgeht und ein großer Teil der Unterstützung weiterhin von älteren Generationen getragen wird. Um auch künftig verlässlich helfen zu können, brauchen wir deshalb gesellschaftliches Engagement über alle Generationen hinweg."
Geschäftsbericht 2025/26
Den aktuellen Geschäftsbericht des Bundesverbandes der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke finden Sie hier (https://albert-schweitzer-verband.de/wp-content/uploads/2026/10/Geschaeftsbericht-2025-2026-Online.pdf).
Über die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke
Seit 69 Jahren unterstützen die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke hilfsbedürftige Menschen in Deutschland. Der Bundesverband koordiniert zehn Mitgliedsvereine, die bundesweit rund 500 Einrichtungen betreiben. Mehr als 2.500 Mitarbeiter*innen sorgen täglich dafür, dass Kinder, Jugendliche und Familien ein sicheres, förderliches Umfeld erhalten.
Pressekontakt:
Sabrina Banze, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T: +49 (030) 20 64 91 86 | E-Mail: sabrina.banze@albert-schweitzer.de
Original-Content von: Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke, übermittelt durch news aktuell
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