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MÄRKTE EUROPA/Leichter - KI-Aktien stark unter Druck - Zinsen fallen

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - KI-Aktien stark unter Druck - Zinsen fallen

DOW JONES--Die europäischen Börsen bleiben am Donnerstagmittag unter Druck. Die am Vortag berichteten stärker als erwartet gestiegenen Verbraucherpreise in den USA haben neue Zinsängste ausgelöst. Das belastet vor allem zinssensible Sektoren und schürt Ängste vor einem Platzen der KI-Blase. Die Marktzinsen fallen dessen ungeachtet am Berichtstag stark. Marktbeobachter vermuten dahinter eine Fluchtbewegung in sichere Anlagen vor dem Hintergrund des Abverkaufs bei KI-Aktien, also Umschichtungen von Aktien in Anleihen. Daneben dürften einige Akteure das Zinsniveau aber auch für Anlagekäufe nutzen.

Die viel beachtete US-Zehnjahresrendite war am Vortag nach den Inflationsdaten bis auf 5,33 Prozent nach oben geschossen, aktuell liegt sie bei 5,08 Prozent. Das ist das niedrigste Niveau seit etwa drei Wochen. Die deutsche Zehnjahresrendite sinkt gegenüber dem Vorabend um 9 Basispunkte auf 3,39 Prozent.

Der Euro macht einen gewaltigen Erholungsschub angesichts der besonders stark fallenden US-Zinsen. Er steigt von 1,1120 auf 1,1217 Dollar.

Der DAX hält sich angesichts seiner eher geringen Technologielastigkeit mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 25.189 Punkte besser als andere Indizes. Der Euro-Stoxx-50 kommt um 0,9 Prozent zurück. Der Stoxx-Subindex der Technologieaktien sackt um über 3 Prozent ab. In London geht es für das Marktbarometer um 0,7 Prozent nach oben. Hier stützt, dass die britische Wirtschaft im August erneut gewachsen ist. Damit setzte sich die in diesem Jahr unerwartet starke Dynamik fort, obwohl Befürchtungen bestanden hatten, dass höhere Energiepreise die Aktivität dämpfen könnten. Derweil ist die Industrieproduktion der Eurozone im August entgegen den Prognosen gesunken.

Am Nachmittag folgen die US-Erzeugerpreise, die allerdings gegen die nachwirkenden Verbraucherpreise vom Vortag kaum ankommen dürften. Auf dem Programm stehen auch die US-Einzelhandelsumsätze für September. Erwartet wird ein von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Auf Aktien mit KI-Fantasie drücken nicht nur Sorgen vor negativen Folgen der hohen Zinsen, sondern auch vor zunehmender Konkurrenz aus Asien, vor allem China. Dass Anthropic die Umsätze im dritten Quartal fast verdoppelt haben und profitabel arbeiten soll, verhallt, genauso wie ein Rekordgewinn von TSMC. Infineon rutschen um 8,4 Prozent ab, ASML um 5,4 oder STMicroelectronics um 7,3 Prozent. Weiter unter Druck stehen auch die Aktien von Stromversorgern von Rechenzentren. Siemens Energy sacken um 6,0 Prozent ab, Schneider um 3,5 oder ABB um 4,3 Prozent.

Auch starke Geschäftszahlen von Ericsson helfen dem Technologiesektor nicht. Die Aktie gewinnt über 10 Prozent. Der Markt feiert das starke Umsatzwachstum bei Netzwerkausrüstung. Eine Warnung des Unternehmens, wonach höhere Komponentenkosten im nächsten Jahr die Rentabilität belasten werden, geht unter.

Pernod Ricard hat dank eines starken Asiengeschäfts besser als erwartet ausgefallene Erstquartalszahlen vorgelegt. Das organische Wachstum fiel um 0,9 Prozent und damit weniger stark als der Konsens von minus 1,7 Prozent, so die Analysten von JP Morgan. Die Aktie legt um 0,9 Prozent zu. Remy Cointreau legen sogar um 1,7 Prozent zu. Campari notieren in Mailand 0,3 Prozent höher.

Um 1,9 Prozent nach oben geht es für Docmorris nach Drittquartalszahlen. Diese haben laut Jefferies den "lang ersehnten Breakeven" beim bereinigten operativen Ergebnis gebracht. Redcare steigen im Gefolge um 0,9 Prozent.

Auf vorläufige Drittquartalszahlen reagieren Drägerwerk mit einem Kurseinbruch von 15,5 Prozent. Höhere Kosten und ein verlangsamter Umsatzanstieg haben dem Medizintechnikkonzern einen Gewinnrückgang beschert. Immerhin bestätigte das Unternehmen den Ausblick für 2026.

Flatexdegiro gewinnen 5,6 Prozent. Das Unternehmen will eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 100 Millionen Euro zurückerwerben.

Index        zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   6.146,36  -0,7   -44,01    6.190,37    6,1 
Stoxx-50      5.345,23  -0,2   -8,39    5.353,62    8,7 
DAX        25.193,07  -0,4  -105,54    25.298,61    2,9 
MDAX       29.845,26  -0,7  -204,89    27.039,42    -2,5 
TecDAX       3.927,11  -1,7   -69,50    3.091,28    8,4 
SDAX       17.871,19  -1,7  -305,34    13.062,07    4,1 
FTSE       10.798,82  +0,7   73,96    10.724,86    8,7 
CAC        7.896,43  +0,3   23,32    7.873,11    -3,1 
SMI        14.214,99  +0,6   85,06    14.129,93    7,1 
ATX        6.550,94  -1,0   -68,18    6.619,12    23,0 
 
 
DEVISEN       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:13 
EUR/USD       1,1213  +0,5   0,0057     1,1156   1,1119 
EUR/JPY       177,07  +0,3   0,4500     176,62  176,6200 
EUR/CHF       0,9308  -0,0  -0,0004     0,9312   0,9324 
EUR/GBP       0,8457  +0,0   0,0002     0,8455   0,8456 
USD/JPY       157,91  -0,3  -0,4000     158,31  158,8200 
GBP/USD       1,3256  +0,5   0,0065     1,3191   1,3146 
USD/CNY       6,6909  -0,0  -0,0017     6,6926   6,6926 
USD/CNH       6,6907  -0,1  -0,0052     6,6959   6,6989 
AUS/USD       0,6918  -0,7  -0,0051     0,6969   0,6953 
Bitcoin/USD    81.024,97  -0,9  -718,34    81.743,31 81.570,71 
 
 
ROHOEL       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex       95,34  +0,3    0,25      95,09 
Brent/ICE      104,58  -1,4   -1,48     106,06 
 
 
Metalle       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold        4.150,91  +1,1   45,79    4.105,12 
Silber        56,71  +1,9    1,07      55,64 
Platin       1.612,90  +0,4    6,15    1.606,75 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 15, 2026 07:46 ET (11:46 GMT)

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KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Drei Jahre lang kannten KI-Aktien fast nur eine Richtung: nach oben. Billionenschwere Investitionspläne von Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft haben Halbleiter- und Infrastrukturwerte auf immer neue Höhen getrieben. Doch jetzt bekommt die Erfolgsstory gefährliche Risse.

Steigende Anleiherenditen verteuern die Finanzierung, während die gewaltigen KI-Ausgaben zunehmend nicht mehr aus den laufenden Cashflows bezahlt werden können. Gleichzeitig zeigen günstigere chinesische Modelle, dass leistungsfähige KI womöglich mit deutlich weniger Rechenleistung auskommt. Damit wächst die Gefahr, dass heute für Milliarden errichtete Kapazitäten morgen nicht die erhofften Renditen liefern.

Für Anleger könnte das zum Problem werden. Denn treffen steigende Finanzierungskosten auf Überkapazitäten und enttäuschende Cashflows, geraten gerade hoch bewertete KI-Profiteure schnell unter Druck. Aus den größten Gewinnern der vergangenen Jahre könnten so die größten Verlierer der nächsten Korrektur werden.

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