Berlin/London (ots) -
- Für schwerste Hungerkrisen weniger als ein Drittel des Finanzbedarfs gedeckt
- Frühzeitiges Handeln hilft Leben zu retten und Behandlungskosten zu senken
- Save the Children setzt auf innovative lokale Ansätze und mehr Prävention
Weltweit sind rund 43 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen. Gleichzeitig fehlt es an ausreichenden finanziellen Mitteln für lebensrettende Hilfe: Laut einer Analyse von Save the Children ist der finanzielle Bedarf für einige der schwersten Ernährungskrisen der Welt nur zu knapp einem Drittel gedeckt. Angesichts der drohenden Verschärfung der Situation fordert die Kinderrechtsorganisation deshalb zum Welternährungstag neue Ansätze im Kampf gegen den Hunger. Dazu zählen eine bessere Früherkennung von Mangelernährung und Krankheiten sowie die Stärkung von Aufklärung und Gesundheitsstrukturen dort, wo es bisher an ausreichender medizinischer Versorgung fehlt.
"In der Vergangenheit wurden viel zu viele Kinder erst erreicht, nachdem die Mangelernährung bereits lebensgefährlich war - und die Behandlung teuer", sagt Andrew Beckingham, Experte für Ernährung bei Save the Children International."Frühzeitiges Handeln kann Leben retten, Kosten senken und Familien dabei helfen, ihre Kinder zu schützen, bevor eine Hungerkrise auftritt. Im kommenden Jahr werden die Folgen der Klimakrise, von El Niño, von bewaffneten Konflikten und von Hilfskürzungen die Lage verschärfen. Regierungen, Geber und die internationale Gemeinschaft müssen dringend handeln. Es gibt bereits bewährte, erschwingliche Lösungen für die Prävention und Behandlung von Mangelernährung. Eine gesündere Zukunft für Millionen von Kindern ist in greifbarer Nähe."
Save the Children nimmt mit der neuen globalen Initiative Nourished Futures (https://www.savethechildren.net/nourished-futures) 20 besonders betroffene Länder in den Fokus, um innovative Ansätze (https://www.savethechildren.net/nourished-futures/innovative-approaches-ending-hunger) zu fördern, mit denen lokal verankert und kostengünstig Leben gerettet werden können. Ein wichtiger Baustein ist die Stärkung der Früherkennung von Mangelernährung und Krankheiten auf Gemeindeebene, etwa durch lokale Gesundheitshelfer*innen. Nourished Futures soll beispielsweise dazu beitragen, dass medizinische Versorgung und Impfungen gut erreichbar sind, dass schwangere und stillende Frauen über nährstoffreiche Ernährung aufgeklärt werden und dass Mangelernährung schon bei Kindern unter sechs Monaten erkannt wird.
Laut einer Datenanalyse von Save the Children besteht in 17 besonders von Hunger betroffenen Ländern wie etwa dem Jemen, Somalia und dem Sudan eine erhebliche Finanzierungslücke für Hilfsprogramme. Von den rund zehn Milliarden US-Dollar, die in den 17 Ländern in diesem Jahr laut der UN-Organisation OCHA für Ernährungshilfe, Gesundheit sowie Wasser- und Sanitärversorgung benötigt werden, waren bis Anfang Oktober lediglich 31 Prozent (3,1 Milliarden US-Dollar) finanziert.
Allein in Somalia werden bis Juni 2027 schätzungsweise 1,92 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen. Das Wetterphänomen El Niño, das schwere Überschwemmungen mit sich bringen dürfte, könnte die Lage noch verschlimmern. Im Jemen, wo eine der weltweit schlimmsten Hungerkrisen herrscht, leiden nach Jahren des Konflikts und der Wirtschaftskrise schätzungsweise 2,2 Millionen Kinder - fast jedes vierte Kind - an akuter Mangelernährung. Etwa eine halbe Million von ihnen sind von schwerer akuter Mangelernährung betroffen, einem lebensbedrohlichen Zustand, der unbehandelt zu Muskelschwund, geschwächter Organfunktion und einem Zusammenbruch des Immunsystems führt.
Hinweise für die Redaktion:
- Die 17 Länder wurden untersucht, weil sie zu den 20 Schwerpunktländern von Nourished Futures gehören und über entsprechende Daten verfügen.
- Save the Children setzt auf "Anticipatory Action": Mit Förderung des Auswärtigen Amts leistet die Kinderrechtsorganisation beispielsweise vorausschauende humanitäre Hilfe in Somalia. Das Projekt unterstützt in einem Zeitraum von drei Jahren (Anfang 2024 bis Ende 2026) Familien bereits dann, wenn Frühwarnungen auf eine drohende Verschärfung der Dürre hinweisen. So erhielten 750 besonders gefährdete Haushalte rechtzeitig finanzielle Unterstützung für Lebensmittel, Wasser und andere lebenswichtige Güter, bevor ihre letzten Reserven aufgebraucht waren. Zusätzlich wurde die Wasserversorgung von 1.126 Haushalten gesichert, mehr als 13.000 Personen erhielten eine medizinische Grundversorgung. Über staatliche Informationskanäle erreichten Klima- und Frühwarninformationen rund 452.800 Einwohner*innen. Das hilft Familien und Gemeinden, früher auf drohende Dürren zu reagieren und ihre Lebensgrundlagen besser zu schützen.
Zusatzmaterial zum Download:
Unter diesem Link (https://www.contenthubsavethechildren.org/CS.aspx?VP3=SearchResult&ALID=2O4C2SP2QCFX&CFPO=1&VBID=2O4MLBOOVIG2&RW=1272&RH=668) sehen Sie die Geschichte von Maha* (13 Monate) aus dem Jemen, die erfolgreich wegen schwerer akuter Mangelernährung behandelt wurde. Lokale Gesundheitshelfer*innen wurden auf den lebensbedrohlichen Zustand des Mädchens aufmerksam, als es sieben Monate alt war.
Bei Nennung von © Save the Children ist das Material honorarfrei auch zur Weitergabe an Dritte nutzbar.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6371941
- Für schwerste Hungerkrisen weniger als ein Drittel des Finanzbedarfs gedeckt
- Frühzeitiges Handeln hilft Leben zu retten und Behandlungskosten zu senken
- Save the Children setzt auf innovative lokale Ansätze und mehr Prävention
Weltweit sind rund 43 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen. Gleichzeitig fehlt es an ausreichenden finanziellen Mitteln für lebensrettende Hilfe: Laut einer Analyse von Save the Children ist der finanzielle Bedarf für einige der schwersten Ernährungskrisen der Welt nur zu knapp einem Drittel gedeckt. Angesichts der drohenden Verschärfung der Situation fordert die Kinderrechtsorganisation deshalb zum Welternährungstag neue Ansätze im Kampf gegen den Hunger. Dazu zählen eine bessere Früherkennung von Mangelernährung und Krankheiten sowie die Stärkung von Aufklärung und Gesundheitsstrukturen dort, wo es bisher an ausreichender medizinischer Versorgung fehlt.
"In der Vergangenheit wurden viel zu viele Kinder erst erreicht, nachdem die Mangelernährung bereits lebensgefährlich war - und die Behandlung teuer", sagt Andrew Beckingham, Experte für Ernährung bei Save the Children International."Frühzeitiges Handeln kann Leben retten, Kosten senken und Familien dabei helfen, ihre Kinder zu schützen, bevor eine Hungerkrise auftritt. Im kommenden Jahr werden die Folgen der Klimakrise, von El Niño, von bewaffneten Konflikten und von Hilfskürzungen die Lage verschärfen. Regierungen, Geber und die internationale Gemeinschaft müssen dringend handeln. Es gibt bereits bewährte, erschwingliche Lösungen für die Prävention und Behandlung von Mangelernährung. Eine gesündere Zukunft für Millionen von Kindern ist in greifbarer Nähe."
Save the Children nimmt mit der neuen globalen Initiative Nourished Futures (https://www.savethechildren.net/nourished-futures) 20 besonders betroffene Länder in den Fokus, um innovative Ansätze (https://www.savethechildren.net/nourished-futures/innovative-approaches-ending-hunger) zu fördern, mit denen lokal verankert und kostengünstig Leben gerettet werden können. Ein wichtiger Baustein ist die Stärkung der Früherkennung von Mangelernährung und Krankheiten auf Gemeindeebene, etwa durch lokale Gesundheitshelfer*innen. Nourished Futures soll beispielsweise dazu beitragen, dass medizinische Versorgung und Impfungen gut erreichbar sind, dass schwangere und stillende Frauen über nährstoffreiche Ernährung aufgeklärt werden und dass Mangelernährung schon bei Kindern unter sechs Monaten erkannt wird.
Laut einer Datenanalyse von Save the Children besteht in 17 besonders von Hunger betroffenen Ländern wie etwa dem Jemen, Somalia und dem Sudan eine erhebliche Finanzierungslücke für Hilfsprogramme. Von den rund zehn Milliarden US-Dollar, die in den 17 Ländern in diesem Jahr laut der UN-Organisation OCHA für Ernährungshilfe, Gesundheit sowie Wasser- und Sanitärversorgung benötigt werden, waren bis Anfang Oktober lediglich 31 Prozent (3,1 Milliarden US-Dollar) finanziert.
Allein in Somalia werden bis Juni 2027 schätzungsweise 1,92 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen. Das Wetterphänomen El Niño, das schwere Überschwemmungen mit sich bringen dürfte, könnte die Lage noch verschlimmern. Im Jemen, wo eine der weltweit schlimmsten Hungerkrisen herrscht, leiden nach Jahren des Konflikts und der Wirtschaftskrise schätzungsweise 2,2 Millionen Kinder - fast jedes vierte Kind - an akuter Mangelernährung. Etwa eine halbe Million von ihnen sind von schwerer akuter Mangelernährung betroffen, einem lebensbedrohlichen Zustand, der unbehandelt zu Muskelschwund, geschwächter Organfunktion und einem Zusammenbruch des Immunsystems führt.
Hinweise für die Redaktion:
- Die 17 Länder wurden untersucht, weil sie zu den 20 Schwerpunktländern von Nourished Futures gehören und über entsprechende Daten verfügen.
- Save the Children setzt auf "Anticipatory Action": Mit Förderung des Auswärtigen Amts leistet die Kinderrechtsorganisation beispielsweise vorausschauende humanitäre Hilfe in Somalia. Das Projekt unterstützt in einem Zeitraum von drei Jahren (Anfang 2024 bis Ende 2026) Familien bereits dann, wenn Frühwarnungen auf eine drohende Verschärfung der Dürre hinweisen. So erhielten 750 besonders gefährdete Haushalte rechtzeitig finanzielle Unterstützung für Lebensmittel, Wasser und andere lebenswichtige Güter, bevor ihre letzten Reserven aufgebraucht waren. Zusätzlich wurde die Wasserversorgung von 1.126 Haushalten gesichert, mehr als 13.000 Personen erhielten eine medizinische Grundversorgung. Über staatliche Informationskanäle erreichten Klima- und Frühwarninformationen rund 452.800 Einwohner*innen. Das hilft Familien und Gemeinden, früher auf drohende Dürren zu reagieren und ihre Lebensgrundlagen besser zu schützen.
Zusatzmaterial zum Download:
Unter diesem Link (https://www.contenthubsavethechildren.org/CS.aspx?VP3=SearchResult&ALID=2O4C2SP2QCFX&CFPO=1&VBID=2O4MLBOOVIG2&RW=1272&RH=668) sehen Sie die Geschichte von Maha* (13 Monate) aus dem Jemen, die erfolgreich wegen schwerer akuter Mangelernährung behandelt wurde. Lokale Gesundheitshelfer*innen wurden auf den lebensbedrohlichen Zustand des Mädchens aufmerksam, als es sieben Monate alt war.
Bei Nennung von © Save the Children ist das Material honorarfrei auch zur Weitergabe an Dritte nutzbar.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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Save the Children Deutschland e.V.
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