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MÄRKTE EUROPA/Schwach - Unruhen in Frankreich belasten

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Unruhen in Frankreich belasten

DOW JONES--Mit deutlichen Abgaben sind die europäischen Aktienmärkte am Montag in die neue Handelswoche gestartet. Angesichts der eskalierenden Unruhen in Frankreich können sich positive Signale nicht durchsetzen. Vor allem nicht-europäische Investoren machen sich Sorgen und reduzieren ihre Engagements.

Der DAX verliert 1 Prozent auf 25.358 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fällt um 0,9 Prozent auf 6.148 Punkte. Bei Anleihen schichten Anleger in deutsche Bunds um und erweitern dadurch den Zinsaufschlag (Spread), den Frankreich zahlen muss. Positiv hervorgehoben wird, dass die asiatischen Börsen nicht dem Kursrutsch der US-KI-Aktien vom Freitag gefolgt sind.

Die Unruhen in Frankreich eskalierten am Wochenende weiter. Besonders auf die in sechs Monaten anstehenden Präsidentschaftswahlen könnten diese massiven Einfluss ausüben, heisst es. Ein wahrscheinlicher Wahlsieg von Rechtsaussen Marine Le Pen dürfte das Verhältnis zu Deutschland belasten, was wiederum die EU schwächt. Entsprechend haben Investoren auch den Euro-Kurs im Blick.

Aktuell wird vor allem auf die Anleihen Frankreichs (OATs) geblickt. Eine Ausweitung der Spreads gegenüber den deutschen Staatsanleihen dürfte die dortige Verschuldungslage weiter verschlechtern. Während die deutschen Bunds nur 0,1 Prozent nachgeben, geht es für die französischen OAT-Futures um 0,6 Prozent nach unten. "Die Unruhen selber sind den Finanzmärkten egal, aber sie machen deutlich, dass der politische Weg für weitere Sparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung verschlossen ist", sagt ein Händler.

Der Pariser Leit-Index CAC-40 verliert 1,3 Prozent. Auch Einzelunternehmen stehen unter Druck. So fallen die Titel von Carrefour um 1,5 Prozent, nachdem an die 50 ihrer Märkte Opfer von Plünderungen geworden sind. Carrefour fordert die Regierung daher zu verstärkten Schutzmaßnahmen auf. "Am längsten dürften Versicherer darunter leiden, wenn die Schadenshöhen für die Zerstörungen bekannt werden", sagt ein Händler. So reduzieren sich Axa um 1,4 Prozent, auch die Aktien des Telekom-Unternehmens Orange geben um 1,6 Prozent nach.

Im Fokus steht darüber hinaus die nächste Fed-Sitzung: Nach dem Rekordanstieg der US-Verbraucherpreise von 3,7 Prozent und damit einer Beschleunigung der Inflation stellen sich Anleger die Frage, wie die US-Notenbank das Unterlassen einer Zinserhöhung noch rechtfertigen könnte. Die Sitzung findet am 27. und 28. Oktober statt, am 3. November sind dann die Zwischenwahlen in den USA. Eine Zinserhöhung kurz vor diesem wichtigen Ereignis könnten Fed-Gegner leicht als politische Einflussnahme interpretieren. Wichtige Konjunkturdaten stehen im Tagesverlauf in Europa und den USA nicht an.

Bei Lindt & Sprüngli geht es entgegen der Erwartungen um 1,4 Prozent nach unten. Der Schweizer Schokoladenhersteller hat am Morgen einen Führungswechsel verkündet. Seit dem Absatzeinbruch im Oster-Geschäft wegen nicht mehr marktfähiger Preise hatten Investoren eine Erneuerung und Verjüngung der Führungsmannschaft gefordert. Allerdings werde der sofortige Weggang von Konzernchef Adalbert Lechner nun eher als Panikzeichen gewertet.

Auch bei DHL geht es trotz erhöhter Prognose um 2,0 Prozent abwärts. Sie sei erwartet und mit dem starken Kursanstieg der Vorwoche ausreichend eingepreist worden, heißt es im Handel. DHL setzt auf ein starkes Schlussquartal dank dem Weihnachtsgeschäft und sieht nun einen freien Cashflow von "über 3,2" statt zuvor "rund 3,0 Milliarden Euro". Treiber ist besonders das Express-Geschäft

Gegen den Markt stemmen sich Aumovio mit einem Plus von 1,3 Prozent. Sie wurden von der Citi in der Ersteinschätzung mit "Buy" empfohlen.

Die Titel von Steyr Mortors klettern um 20,6 Prozent auf 36,50 Euro nach oben. Das auf Drohnen- und Robotiktechnologie in der Rüstung spezialisierte US-Unternehmen Red Cat Holdings greift nach dem österreichischen Dieselmotorenhersteller und bietet 39,00 Euro pro Aktie. Das entspreche einem Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs von vergangenen Freitag.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.147,51  -0,9   -56,72    6.204,23    6,1 
Stoxx-50        5.363,92  -0,8   -40,32    5.404,24    9,1 
DAX          25.357,99  -1,0  -264,62    25.622,61    3,6 
MDAX          30.494,21  -0,5  -162,44    27.039,42    -0,4 
TecDAX         4.015,32  0,0    0,11    3.091,28    10,9 
SDAX          18.149,16  -0,3   -49,11    13.062,07    5,7 
FTSE          10.783,36  -0,9   -98,54    10.881,90    8,6 
CAC           7.855,80  -1,3  -100,90    7.956,70    -3,6 
SMI          14.307,74  -0,6   -83,57    14.391,31    7,8 
ATX           6.488,57  -1,1   -68,75    6.557,32    21,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:11 
EUR/USD          1,1206  -0,3  -0,0033     1,1239   1,1225 
EUR/JPY          177,15  -0,2  -0,4000     177,55  177,4300 
EUR/CHF          0,9238  -0,2  -0,0022     0,9260   0,9251 
EUR/GBP          0,8414  -0,2  -0,0015     0,8429   0,8425 
USD/JPY          158,08  +0,1   0,0900     157,99  158,0600 
GBP/USD          1,3317  -0,1  -0,0011     1,3328   1,3320 
USD/CNY          6,6808  -0,1  -0,0053     6,6861   6,6861 
USD/CNH          6,6812  -0,1  -0,0038     6,6850   6,6856 
AUS/USD          0,6973  +0,4   0,0029     0,6944   0,6943 
Bitcoin/USD      82.668,36  +2,2  1.768,57    80.899,79 81.363,95 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         99,45  -1,9   -1,96     101,41 
Brent/ICE         107,18  -2,4   -2,68     109,86 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.179,32  +0,3   14,31    4.165,01 
Silber           57,49  +0,8    0,48      57,01 
Platin         1.647,40  +1,0   17,04    1.630,36 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/ros

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October 19, 2026 04:04 ET (08:04 GMT)

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