AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Preis für europäisches Erdgas hat den Höhenflug fortgesetzt und ein weiteres Mehrjahreshoch erreicht. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat stieg am Montag an der Börse in Amsterdam auf 89,57 Euro je Megawattstunde (MWh). Das waren etwa zwei Prozent mehr als am Freitag und der höchste Stand seit Ende 2022. Zuletzt hat der Gaspreis mehrfach mehrjährige Höchststände erreicht.
Als wesentlicher Preistreiber gelten Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und auch das verstärkte Auffüllen der Gasspeicher vor dem Winter. Zuletzt hatte die britische Marine gemeldete, dass zwei Tanker im Persischen Golf getroffen wurden. In den vergangenen Tagen wurden mehrfach Handelsschiffe angegriffen und damit der Transport von wichtigen Energierohstoffen aus den Fördergebieten aus dem Persischen Golf durch die Straße von Hormus erschwert.
Seit Beginn des Monats geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit hat sich der Rohstoff um etwa etwa ein Viertel verteuert. Seit Beginn des Jahres hat sich der Preis für europäisches Erdgas in etwa verdreifacht. Zuletzt war er zu Beginn des Ukraine-Kriegs stark gestiegen, wobei die Notierungen damals noch viel höher bis auf über 300 Euro je MWh gesprungen waren.
Hinzu kommt, dass mit Deutschland die größte europäische Volkswirtschaft bemüht ist, die Gasreserven vor dem Winter zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe angewiesen, zusätzliches Gas für die Speicherbestände zu beschaffen. Dies hat die Preise zusätzlich gestützt. Die deutschen Gasspeicher sind zu 61 Prozent gefüllt - zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte der Speicherstand noch bei 75,43 Prozent gelegen./jkr/la/jha/
