DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Die Deutsche Börse ist wohl auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs geblieben, und das sowohl bei den Nettoerlösen als auch auf der Ergebnisseite. Ein wichtiger Treiber ist das Geschäft mit Zinsderivaten und das OTC-Clearing. Daneben bleibt der Börsenbetreiber ein Profiteur des hohen Zinsumfelds und der dadurch erzielten Zinserträge. In der Sparte Investment Management Solutions dürften sich die Anleger vor allem für die Entwicklung von Software Solutions interessieren. Es wäre keine Überraschung, wenn die Deutsche Börse mit Vorlage der Drittquartalszahlen die Ziele für das laufende Jahr anheben würde. Die Deutsche Börse wird ihre Geschäftszahlen am Dienstag veröffentlichen, voraussichtlich nach Börsenschluss gegen 19 Uhr. Nachfolgend die Konsensschätzungen für das dritte Quartal (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie):
PROG PROG PROG 3. QUARTAL 3Q26 ggVj Zahl 3Q25 Nettoerloese 1.598 +11% 14 1.440 Operative Kosten 644 +7% 14 604 EBITDA 954 +13% 14 842 Ergebnis nach Steuern/Dritten 551 +16% 9 473 Ergebnis je Aktie 3,05 +18% 14 2,59
AUSBLICK UNTERNEHMEN
06:45 CH/ABB Ltd, Ergebnis 3Q
08:00 GB/Anglo American plc, Production Report 3Q
11:45 US/3M Co, Ergebnis 3Q
12:30 US/GE Aerospace, Ergebnis 3Q
12:30 US/General Motors Co (GM), Ergebnis 3Q
12:55 US/RTX Corp, Ergebnis 3Q
17:45 FR/Cie Generale des Etablissements Michelin SCA, Umsatz 9 Monate
17:50 FR/Carrefour SA, Umsatz 3Q
18:00 FR/Essilorluxottica SA, Umsatz 3Q
18:00 FR/Vivendi SE, Umsatz 3Q
22:00 US/Netflix Inc, Ergebnis 3Q
22:00 US/Space Exploration Technologies Corp (SpaceX), Ergebnis 3Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
08:00 Erzeugerpreise September
PROGNOSE: +1,8% gg Vm/+6,3% gg Vj
zuvor: +1,1% gg Vm/+4,6% gg Vj
11:00 ZEW-Index Konjunkturerwartungen Oktober
PROGNOSE: 29,9
zuvor: 34,7
Konjunkturlage
PROGNOSE: -45,0
zuvor: -47,1
- GB
08:00 Arbeitsmarktdaten September
Arbeitslosenquote 3 Monate (ILO)
PROGNOSE: 4,9%
zuvor: 4,9%
- US
14:30 Baubeginne/-genehmigungen September
Baubeginne
PROGNOSE: +2,0% gg Vm
zuvor: -2,6% gg Vm
Baugenehmigungen
PROGNOSE: -0,3% gg Vm
zuvor: -2,7% gg Vm
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.298,00 -0,5 E-Mini-Future S&P-500 7.733,00 -0,0 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.622,75 -0,3 Topix (Tokio) 4.008,06 -1,5 Hang-Seng (Hongk.) 23.887,87 -1,2 Shanghai-Comp. 3.713,13 -0,5 Montag: INDEX Schluss +/- % DAX 25.319,77 -1,2 DAX-Future 25.350,00 -1,6 MDAX 30.513,26 -0,5 TecDAX 4.010,90 -0,1 SDAX 18.210,22 +0,1 Euro-Stoxx-50 6.144,81 -1,0 Stoxx-50 5.360,74 -0,8 XDAX 25.195,53 -0,5 Dow-Jones 51.966,03 -0,1 S&P-500 7.690,73 +0,4 Nasdaq Composite 26.430,89 +1,1
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften am Dienstag zur Eröffnung weiter nachgeben, wenngleich nicht mehr so stark wie zu Wochenbeginn. Das geopolitische Umfeld bleibt schwierig. Es reicht von anhaltenden Angriffen der Huthis auf die saudische Infrastruktur, die jüngste Annäherung von Washington an Moskau sowie den Krawallen in Frankreich, die Zweifel an der Handlungsfähigkeit der dortigen Regierung aufkommen lassen. Laut CMC stehen die Börsen vor einer Bewährungsprobe. Solange die Unternehmensgewinne überzeugten und die Inflation nicht erneut außer Kontrolle gerate, bleibe das Marktgefüge einigermaßen stabil. "Sollte jedoch eine dieser beiden Stützen wegbrechen, könnte aus der aktuellen Nervosität schnell eine deutlich umfassendere Korrektur werden. Die größte Gefahr für die Aktienmärkte ist derzeit nicht ein einzelner Krisenherd, sondern das gleichzeitige Zusammentreffen mehrerer Belastungsfaktoren", heißt es.
Rückblick: Belastet wurde die Stimmung von den Unruhen in Frankreich. Bei Anleihen schichteten Anleger in deutsche Bundesanleihen um, die Zinsdifferenz gegenüber französischen Staatsanleihen weitete sich auf 146 Basispunkte aus. Der Pariser Leitindex CAC-40 verlor 1,1 Prozent. Auch Einzelaktien aus Frankreich standen unter Druck. So fielen Carrefour um 2,2 Prozent, nachdem an die 50 Märkte Opfer von Plünderungen geworden waren. Axa reduzierten sich wegen zu erwartender Versicherungsschäden um 1,6 Prozent, selbst die defensiven Aktien des Telekom-Unternehmens Orange gaben 1,3 Prozent nach. Lindt & Sprüngli notierten 0,1 Prozent tiefer, der Schokoladenhersteller hatte einen überraschenden Führungswechsel verkündet. Roche (+0,2%) hatte eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung mit der chinesischen Hansoh geschlossen. Rüstungswerte standen unter Druck. Sie korrigierten damit zum Teil ihre Kursgewinne vom Freitag. Für zusätzliche Ernüchterung sorgten aber nun Gedankenspiele eines Gipfeltreffens der Präsidenten Donald Trump, Wladimir Putin und Xi Jinping zur Zukunft der Ukraine. Eine Einigung könnte zu einem Ende der europäischen Militärhilfe für das Land führen. Hensoldt, Rheinmetall und Airbus gaben 0,3 bzw. 2,8 und 2,3 Prozent ab. CSG sanken 2,7 Prozent, Thales um 0,9 Prozent.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Steyr Motors stachen mit einer Hausse von 21,4 Prozent hervor. Das US-Rüstungsunternehmen Red Cat will den Dieselmotorenhersteller übernehmen. Trotz angehobenem Ausblick gaben DHL 0,9 Prozent nach. Der verbesserte Ausblick sei erwartet und mit dem starken Kursanstieg der Vorwoche ausreichend eingepreist worden, hieß es. Merck KGaA verstärkt sich mit einem Zukauf in Großbritannien im Bereich seltener Erkrankungen. Der Konzern übernimmt Silence Therapeutics - der Kurs schloss knapp im Plus. BASF (-1,1%) erwägt im Zuge der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit eine Zusammenführung der europäischen Polyamid-6-Geschäfte mit den entsprechenden Aktivitäten der chinesischen Highsun Holding. Fuchs stiegen nach einem optimistischen Ausblick und überraschend starken Drittquartalszahlen um 0,4 Prozent. Gegen den Markt stemmten sich Aumovio mit einem Plus von 2 Prozent nach einer positiven Citi-Studie.
XETRA-NACHBÖRSE
Die Aktie von Koenig & Bauer hat sich im nachbörslichen Handel zu Wochenbeginn kaum bewegt. Das Unternehmen hat ein Korruptionsverfahren in Brasilien beigelegt. (s.u.)
USA - AKTIEN
Freundlich - Nach den Verlusten zum Wochenschluss vor allem bei KI-Titeln haben sich die Börsen erholt. Positiv für das Marktumfeld wirkten zunächst gesunkene Anleiherenditen, die jedoch mit im Verlauf gestiegenen Ölpreisen ins Plus drehten. Nach dem jüngsten Ausverkauf im KI-Sektor schien sich die Lage etwas beruhigt zu haben, wenngleich die Sorgen über hohe Kreditkosten zur Finanzierung des KI-Booms nicht ausgeräumt waren. Doch angesichts des niedrigeren Kursniveaus griffen Anleger wieder zu. AMD zogen um 1,8 Prozent an, Intel um 2,4 und Marvell um 4,1 Prozent. Nvidia kletterten um 1,4 Prozent, Micron Technology um 3,0 Prozent. Die zuletzt arg gebeutelte Coreweave legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs zwischenzeitlich, schlossen aber mit einem Minus von 0,4 Prozent. Silence Therapeutics haussierten um 125,6 Prozent. Die deutsche Merck KGaA übernimmt die britische Gesellschaft.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- 2 Jahre 4,76 +0,02 10 Jahre 5,14 +0,03
Die Renditen drehten mit gestiegenen Ölpreisen ins Plus. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag im Tagestief unter 5,08 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:04 EUR/USD 1,1234 +0,2 0,0024 1,1210 1,1204 EUR/JPY 177,73 +0,0 0,0200 177,7100 177,6100 EUR/CHF 0,9265 -0,0 -0,0003 0,9268 0,9264 EUR/GBP 0,8423 -0,0 -0,0003 0,8426 0,8423 USD/JPY 158,19 -0,2 -0,2900 158,4800 158,5100 GBP/USD 1,3334 +0,2 0,0032 1,3302 1,3300 USD/CNY 6,6788 -0,0 -0,0018 6,6806 6,6806 USD/CNH 6,6787 -0,1 -0,0032 6,6819 6,6832 AUS/USD 0,6982 +0,1 0,0004 0,6978 0,6975 Bitcoin/USD 81.911,12 -0,0 -24,90 81.936,02 81.699,41
Der US-Dollar-Index stieg im Verlauf bis auf 1 Prozent an seine Mehrjahreshöchststände heran, da Händler darauf setzten, dass die US-Notenbank die Zinsen in diesem Jahr mindestens noch einmal anheben wird. Wegen der Unruhen in Frankreich zeigte sich der Euro schwächer zum Greenback und auch zu anderen Währungen. Die Eskalation in Frankreich trübte die fiskalischen Aussichten des Landes weiter ein.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.133,55 -0,1 -6,12 4.139,67 Silber 57,19 +0,2 0,11 57,09 Platin 1.643,95 +0,2 3,70 1.640,25
Der Goldpreis wurde von höheren Renditen und dem steigenden Dollar 0,5 Prozent ins Minus gedrückt und kostete zum Settlement 4.139 Dollar.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 103,99 +0,3 0,33 103,66 Brent/ICE 109,96 +0,4 0,41 109,55
Die von US-Präsident Trump gestoppten Russland-Sanktionen des US-Kongresses, die auch die Ölwirtschaft betroffen hätten, drückten den Brent-Preis pro Fass um 0,3 Prozent auf 109,55 Dollar. Damit erholten sich die Ölpreise aber deutlich von den Tagestiefs. Die Ukraine hatte Ölinfrastruktur im russischen St. Petersburg angegriffen.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
UKRAINE-KRIEG
US-Präsident Donald Trump hat sich am Montag offen für ein Treffen mit den Staatschefs von Russland und China gezeigt, um über eine Denuklearisierung zu beraten. Trumps Äußerungen folgten auf einen Bericht des Wall Street Journal, wonach der russische Präsident Wladimir Putin ein Treffen mit Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im kommenden Monat vorgeschlagen haben soll. Ziel sei es, über die Ukraine zu sprechen und ein für Moskau vorteilhaftes Ende des vierjährigen russischen Angriffskriegs auszuhandeln. "Wir würden ein Treffen auf Grundlage der Denuklearisierung anberaumen, und das ist eine sehr positive Sache für die Welt", sagte Trump.
GELDPOLITIK CHINA
Die People's Bank of China (PBOC) hat ihre wichtigsten Kreditzinsen unverändert gelassen. Sie verharren damit auf dem Niveau vom Mai vergangenen Jahres. Chinas einjährige Loan Prime Rate verblieb bei 3,0 Prozent und der fünfjährige Satz bei 3,5 Prozent, wie aus Daten hervorgeht, die die PBOC am Dienstag veröffentlichte. Die Entscheidung folgt auf Signale der chinesischen Zentralbank, dass sie die Reform ihres geldpolitischen Rahmens fortsetzen werde. Dabei sollen kurzfristige Zinssätze weiter angehoben werden, um die Märkte besser zu steuern.
EON
arbeitet an einem "umfassenden Spar- und Steuerungsprogramm", berichtet das Manager Magazin mit Verweis auf Insider. Das unter dem Namen Polaris firmierende Vorhaben solle zu Kosteneinsparungen von 20 bis 25 Prozent führen, etwa durch den Abbau von Doppelfunktionen insbesondere im Management. Das Programm, das mit Unterstützung von McKinsey entsteht, werde intern noch beraten und solle nicht vor 2027 starten, so das Magazin.
KOENIG & BAUER
hat ein Korruptionsverfahren in Brasilien beigelegt. Wie der Druckmaschinenhersteller mitteilte, hat die für den Banknoten-Druck zuständige Konzerngesellschaft Koenig & Bauer Banknote Solutions S.A. mit Sitz in Lausanne eine Kronzeugenvereinbarung mit der zuständigen brasilianischen Behörde zur Verfolgung von Korruptionsstraftaten geschlossen. Das Unternehmen zahlt 11,54 Millionen Franken, was aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns haben werde.
ABB / MITSUBISHI ELECTRIC
investiert nach eigenen Angaben rund 495 Millionen US-Dollar in den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an dem neu ausgegründeten Niederspannungs-Stromverteilungsgeschäft der japanischen Mitsubishi Electric. Der Technologiekonzern teilte mit, dass er ein Joint Venture mit Mitsubishi Electric gründe, um seine Po ition in Japan zu stärken. Zudem bestehe eine Option zur vollständigen Übernahme mittelfristig.
BHP
hat in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres eine rückläufige Kupferproduktion verzeichnet. Für Rückenwind sorgten dagegen höhere Rohstoffpreise, insbesondere bei dem Industriemetall.
SCHNEIDER ELECTRIC
will sich für die Teilfinanzierung der Übernahme des US-Industriesoftwareherstellers PTC frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen. Wie der französische Konzern mitteilte, will er mit einer Kapitalerhöhung rund 6 Milliarden Euro einnehmen. Die neuen Stammaktien sollen im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre platziert werden.
STELLANTIS
Fast alle der 9.000 kanadischen Mitarbeiter von Stellantis haben dafür gestimmt, ihrer Gewerkschaft ein Mandat für einen Streik zu erteilen. Damit soll Druck aufgebaut werden, falls es keine Fortschritte bei einem neuen Tarifvertrag und der Zukunft eines Werks im Großraum Toronto gibt.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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October 20, 2026 01:32 ET (05:32 GMT)
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