DJ EZB/Elderson: Marktintegration statt Regulierungsabbau
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) erteilt den Rufen der Bankenbranche nach einer Lockerung der Regulierung eine Absage. Statt Regeln aufzuweichen, müsse Europa endlich die Fragmentierung des Binnenmarkts überwinden, fordert Frank Elderson, Vize-Chef der EZB-Bankenaufsicht, in einem Interview mit der österreichischen Zeitung Die Presse. Um kleinere Häuser dennoch spürbar zu entlasten, schlägt die Aufsicht vor, die Schwelle für vereinfachte Meldepflichten von 5 auf 10 Milliarden Euro Bilanzsumme zu verdoppeln. Davon würden rund 150 weitere Institute profitieren. An den Kernanforderungen dürfe jedoch nicht gerüttelt werden, da niedrigere Standards das Risiko im Finanzsystem keineswegs beseitigen.
Neben der Marktzersplitterung rücken für die Aufseher neue Bedrohungen in den Fokus, sagte Elderson. So habe die EZB die Banken angewiesen, ihre IT-Budgets nachzubessern und bis Ende Oktober konkrete Aktionspläne gegen KI-gestützte Cyberangriffe einzureichen. Sorge bereiten Elderson zudem verdeckte Risiken durch die Expansion von Schattenbanken und Private-Credit-Anbietern. Da Krisen bei diesen Nicht-Banken über bestehende Kreditverflechtungen direkt auf die Institute zurückschlagen können, fordere die EZB eine striktere Kontrolle aller Schnittstellen zum außerbanklichen Finanzsektor.
Kontakt: redaktion.de@dowjones.com
DJG/apo/uxd
(END) Dow Jones Newswires
October 20, 2026 05:01 ET (09:01 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.

