BERLIN (dpa-AFX) - Die große Mehrheit der 16- bis 18-Jährigen hält einer Umfrage zufolge Menschen in ihrem Umfeld für süchtig nach sozialen Medien. Acht von zehn Jugendlichen bejahten in einer von der Postbank in Auftrag gegebenen Befragung, dass es ihrer Einschätzung nach Menschen mit Social-Media-Sucht in ihrem Umkreis gebe. Mädchen und Frauen meinten mit 82 Prozent dabei noch etwas häufiger als Jungen und Männer (78 Prozent), dass ein Bekannter daran leide.
Erhebungen sehen bei einem Viertel riskante Social-Media-Nutzung
Social-Media-Sucht meint, dass Betroffene soziale Medien länger nutzen als geplant und dadurch negative Folgen in anderen Bereichen auftreten. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutzt mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen soziale Medien in riskantem oder sogar krankhaftem Ausmaß. Suchtverhalten nimmt demnach zu. Etwa 350.000 Kinder und Jugendliche gelten den Angaben nach als süchtig nach sozialen Medien.
Auch bei Erwachsenen steigt die Suchttendenz, wie das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Uni Bochum mitteilte. Bei mehr als einem Viertel fand das Forschungsteam in einer Erhebung eine "suchtartige Nutzung".
Zahlreiche Jugendliche bestrafen Hetze und Lügen
David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank, meint, dass Jugendliche die Risiken sozialer Netzwerke durchaus kritisch reflektierten. Gut die Hälfte der Befragten gab laut Umfrage an, bereits einen abonnierten Kanal verlassen zu haben, weil dort ihrer Meinung nach zu viel Aggression oder Unwahrheiten verbreitet wurden. Ein gutes Drittel hat deshalb schon einmal sein eigenes Profil deaktiviert - und somit eine Pause bei einer Plattform eingelegt. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren gaben aber etwas weniger junge Menschen an, diesen Schritt gegangen zu sein.
Der Postbank zufolge ist die "Jugend-Digitalstudie 2026" repräsentativ. 1.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden dafür im Juli über das Online-Panel Toluna befragt./rbo/DP/zb
