NEUTRAUBLING (dpa-AFX) - Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones rudert nach einem zuletzt gedämpften Wachstum in seinen Planungen zurück. Der erst seit Juni amtierende Chef Thomas Ricker stutzte nicht nur die Umsatzprognose für das laufende Jahr, sondern auch die mittelfristige Prognose für den Erlös und die Marge. Der Konzern verwies zur Begründung am Donnerstag auf "ungünstige Entwicklungen in relevanten Absatzmärkten", gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten und herausfordernde geopolitische Rahmenbedingungen, die zu steigenden Kosten bei den Kunden geführt hätten. Dies werde das Umsatzwachstum im Schlussquartal beeinflussen. An der Börse rutschte die Aktie nach den überraschenden Nachrichten ab.
Zeitweise verlor das Papier im MDax fast neun Prozent an Wert und erreichte bei 105 Euro ein Tief seit Mitte Oktober. Einen Großteil dieser Verluste konnte die Aktie bis zum Nachmittag wieder abschütteln, zuletzt stand noch ein Minus von rund 3,7 Prozent auf 110,80 Euro zu Buche. Damit verschlechtert sich die bisherige Kursbilanz für 2026 jedoch weiter: Seit dem Jahresbeginn ist der Preis für eine Aktie bereits um fast ein Fünftel gefallen.
Ein Experte sah in der Prognosesenkung durch Krones den Beweis, wie stark die Investitionsentscheidungen der Kunden unter Druck stehen. Bernstein-Analyst Benjamin Thielmann schrieb, er halte die Überarbeitung der Konzernziele für die richtige Entscheidung. Damit dürften sich nun auch die durchschnittlichen Markterwartungen seinen niedrigeren Prognosen annähern.
Konkret peilt das Management von Krones für 2026 nur noch ein währungsbereinigtes Umsatzplus von einem bis zwei Prozent an. Zuvor hatte es mit einem Wachstum von drei bis fünf Prozent gerechnet. Für das Jahr 2028 stehen jetzt 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro im Plan, statt rund 7 Milliarden Euro. Auch das mittelfristige Margenziel (Ebitda-Marge) schraubte der Konzern am oberen Ende um einen Prozentpunkt herunter. Hier hält das Management nur noch elf bis zwölf Prozent für wahrscheinlich. Nicht gerüttelt wird dagegen am Ziel von 10,7 bis 11,1 Prozent Marge für das laufende Jahr.
Die gedämpfte Entwicklung lässt sich an der bisherigen Bilanz ablesen: In den ersten neun Monaten 2026 erzielte der Konzern vorläufigen Berechnungen zufolge gut 4,1 Milliarden Euro Umsatz, das war im Vergleich zum Vorjahr währungsbereinigt ein Plus von 0,8 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg hingegen um rund 5 Prozent auf rund 453 Millionen Euro - hier profitierte der Konzern den Angaben zufolge auch von einem positiven Ergebniseffekt in Höhe von etwa 10 Millionen Euro durch die Rückerstattung von US-Zöllen. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im Sommer die von der Trump-Regierung erhobenen Zollaufschläge für unrechtmäßig erklärt, seitdem fordern viele Unternehmen diese zurück.
Seine endgültigen Zahlen will Krones wie bisher geplant am 6. November veröffentlichen./tav/men/stk




