DJ BASF wirbt für Evonik-Übernahme - Essen soll Standort mit mindestens einem Vorstand bleiben
DOW JONES--BASF-Vorstandschef Markus Kamieth wirbt mit den entstehenden Größenvorteilen für eine Übernahme des Chemiekonzern Evonik. "Jetzt zählt's. Alleine kleiner oder gemeinsam größer denken", sagte der Manager in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. Beide Unternehmen seien stark in der Spezialchemie, allerdings müsse Evonik bestimmte Vorprodukte zukaufen. "Über den BASF-Verbund kämen diese günstiger, direkter und sicherer aus dem eigenen Haus", sagte Kamieth. Dazu kämen Vorteile im Einkauf, in der Infrastruktur, in der Forschung.
Die Konsolidierung der Chemieindustrie kommt nach den Worten des BASF-Chefs unvermeidlich: "Die Frage ist: Gestalten wir das selbst?" Ein Zusammenschluss von BASF und Evonik wäre eine starke deutsche Antwort auf den globalen Wettbewerb.
Den Evonik-Beschäftigten versicherte Kamieth, dass betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen sind. "Tarifverträge und Sozialpartnerschaft bleiben unangetastet", sagte er.
In Essen bleibe mindestens ein Vorstandsressort und die Leitung von Geschäfts- und Funktionseinheiten. "Wir werden prüfen, welche gemeinsamen Aktivitäten wir von Essen aus führen könnten. Wir möchten NRW als Forschungs- und Entwicklungsstandort stärken", so Kamieth.
Nicht ausgemacht für den BASF-Chef ist der von Evonik geplante Verkauf des unternehmenseigenen Chemieparkbetreibers Syneqt mit rund 3.500 Beschäftigten. "Wir glauben, dass wir die Parks in Marl und Wesseling selbst auch weiter betreiben könnten", sagte Kamieth.
"Wir sind bereit für Gespräche", so der BASF-Chef. "Einen Zusammenschluss wird es aber nicht um jeden Preis geben", fügte er mit Verweis auf die eigenen Aktionäre hinzu.
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