VILNIUS (dpa-AFX) - Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat mit Blick auf ein mögliches Treffen Russlands, Chinas und der USA gemahnt, die Ukraine bei Gesprächen zur Beendigung des russischen Angriffskrieges nicht außen vorzulassen. "Die Ukraine selbst muss unbedingt in die Verhandlungen einbezogen werden. Daher nähren von Russland vorgeschlagene Formate, wie etwa ein China-USA-Russland-Format, den Verdacht, dass sich ein Szenario ähnlich dem des Zweiten Weltkriegs wiederholen und zu einer Aufteilung in Einflusssphären führen könnte", sagte Nauseda in Vilnius. Dies gebe in der gesamten Region Anlass zu großer Besorgnis.
Der litauische Präsident reagierte damit auf Berichte zu einem möglichen Dreiergipfel zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Moskau strebt ein solches Treffen am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen im November an. Trump zeigte sich offen für ein trilaterales Treffen und sagte, dass ein Treffen der drei größten Atommächte zur nuklearen Abrüstung "eine sehr gute Sache für die Welt" sei. Er würde demnach bei so einem Treffen auch weitere Themen "wie die Ukraine" ansprechen.
Nauseda sagte weiter, Peking könne nicht als völlig unparteiischer Vermittler agieren, solange es Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin unterstütze. Zudem verwies er darauf, dass auch ein europäischer Vertreter an den Verhandlungen teilnehmen sollte. Dafür müssen aber sehr klare Kriterien festgelegt werden. Seiner Ansicht nach könnte EU-Ratspräsident António Costa die Interessen der EU bei möglichen Gesprächen vertreten, sagte Nauseda./awe/DP/mis
