Heidelberg (ots) -
Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) kommentiert die Suche nach einer neuen SPD-Spitze:
"Das Kunststück, gleichzeitig SPD-Chef und Bundesfinanzminister zu sein, hat noch keiner erfolgreich gemeistert. Oskar Lafontaine kam als Parteichef, durfte es dann 1998 für wenige Monate als oberster Haushälter versuchen - und scheiterte. Finanzminister Olaf Scholz wiederum versagte die Parteibasis 2019 vorsorglich den Sprung an die SPD-Spitze. Die eher ausgabenfreudige Grundausrichtung der Sozialdemokratie verträgt sich schlecht mit einem Amt, dessen wichtigste Aufgabe es ist, auf die Haushaltsdisziplin zu pochen.
Insofern: Es wäre nur folgerichtig, wenn sich auch Lars Klingbeil diesen schmerzhaften Spagat nicht weiter zumuten muss. Klar, damit würde er seine dürftige Restchance auf eine Kanzlerkandidatur aufgeben. Aber zumindest könnte er noch beweisen, dass er doch solides Regierungshandwerk beherrscht.
Die Personalsuche für die strauchelnde Volkspartei bleibt allerdings schwierig. Mit Manuela Schwesig stünde zwar eine kampfeslustige Regierungschefin bereit. Aber Hubertus Heil? Seine Bilanz als Arbeitsminister unter Merkel und Scholz ist nicht allzu glänzend; innerhalb der SPD fliegen ihm keineswegs alle Herzen zu. Immerhin: Als Einziger scheint er den Job wirklich machen zu wollen. Und zumindest er könnte sich ganz auf die Partei konzentrieren. Vielleicht reicht das ja aus."
Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011
Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/66730/6376242
Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) kommentiert die Suche nach einer neuen SPD-Spitze:
"Das Kunststück, gleichzeitig SPD-Chef und Bundesfinanzminister zu sein, hat noch keiner erfolgreich gemeistert. Oskar Lafontaine kam als Parteichef, durfte es dann 1998 für wenige Monate als oberster Haushälter versuchen - und scheiterte. Finanzminister Olaf Scholz wiederum versagte die Parteibasis 2019 vorsorglich den Sprung an die SPD-Spitze. Die eher ausgabenfreudige Grundausrichtung der Sozialdemokratie verträgt sich schlecht mit einem Amt, dessen wichtigste Aufgabe es ist, auf die Haushaltsdisziplin zu pochen.
Insofern: Es wäre nur folgerichtig, wenn sich auch Lars Klingbeil diesen schmerzhaften Spagat nicht weiter zumuten muss. Klar, damit würde er seine dürftige Restchance auf eine Kanzlerkandidatur aufgeben. Aber zumindest könnte er noch beweisen, dass er doch solides Regierungshandwerk beherrscht.
Die Personalsuche für die strauchelnde Volkspartei bleibt allerdings schwierig. Mit Manuela Schwesig stünde zwar eine kampfeslustige Regierungschefin bereit. Aber Hubertus Heil? Seine Bilanz als Arbeitsminister unter Merkel und Scholz ist nicht allzu glänzend; innerhalb der SPD fliegen ihm keineswegs alle Herzen zu. Immerhin: Als Einziger scheint er den Job wirklich machen zu wollen. Und zumindest er könnte sich ganz auf die Partei konzentrieren. Vielleicht reicht das ja aus."
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