
© Foto: von Tina Devidze auf Unsplash
Da tut sich was bei Puma. Noch vor wenigen Tagen dümpelte die Aktie knapp unter 22 Euro. Jetzt steht sie bei 25,40 Euro und lässt die Skeptiker alt aussehen. Ein neuer Großaktionär aus China, ein neuer Mann an der Spitze des Aufsichtsrats und ein Chart, der plötzlich mehr als nur interessant aussieht. Der 200er SMA und auch der 50er SMA sind geknackt, und die 30 Euro rücken in Sichtweite. Ist das der Anfang einer echten Wende oder nur ein kurzes Aufflackern? Die Antwort steckt im Detail und wir haben dies für Sie sortiert und aufbereitet. Lesen sie gerne weiter!
ANTA greift zu und Puma könnte abheben
Der Einstieg von ANTA Sports hat bei Puma einiges in Bewegung gebracht. Die Chinesen haben das Paket von Artemis übernommen und halten nun 29,06 Prozent. Der Preis: gut 1,5 Milliarden Euro, gezahlt in cash. Damit ist ANTA größter Aktionär. Ein Übernahmeangebot plant der Konzern laut eigener Aussage aber nicht. Puma bleibt also eigenständig, bekommt aber einen starken Partner an die Seite. Genau das gefällt vielen Anlegern. Jetzt zieht ANTA auch im Kontrollgremium ein. Dennis Tao, der bei ANTA das Geschäft mit Zukäufen und Kapitalmärkten leitet, ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Neu dabei ist auch Jeanne Huang, die zuvor über zwanzig Jahre bei Nike gearbeitet hat. Beide kennen die großen Sportmarken und den chinesischen Markt. Genau dort sehen Analysten die größte Chance. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, doch die Richtung dürfte stimmen.
Charttechnik
Der Chart hat sich spürbar aufgehellt. Von knapp unter 22 Euro ging es binnen relativ weniger Tage auf 25,40 Euro nach oben. Das ist ein ordentlicher Satz. Dabei hat die Aktie den 200er SMA überwunden, der lange wie ein Deckel wirkte. Auch der 50er SMA liegt jetzt unter dem Kurs. Die Serie fallender Hochs und Tiefs ist damit erst einmal gestoppt. Die Käufer haben wieder zur Zeit das Heft in der Hand. Nun lohnt der Blick nach oben. Die Marke bei 26,50 ist die nächste Hürde und nur einen Katzensprung entfernt. Gelingt der Sprung, wird der Weg frei in Richtung 28 Euro. Das Jahreshoch liegt bei knapp 30 Euro und ist das große Ziel. Fällt der Kurs dagegen unter den 200er SMA zurück, wäre das ein Dämpfer. Bis dahin spricht das Bild für die Bullen.

Was tun?
Die Zahlen sind noch nicht ganz so schön. 2025 lag der Umsatz bei 7,3 Milliarden Euro, dazu kam ein Rekordverlust. Auch für 2026 rechnet Puma mit einem operativen Minus von 50 bis 150 Millionen Euro. Dafür stellt sich das Unternehmen neu auf und investiert, zum Beispiel in das neue NITRO Lab am Stammsitz. Berenberg bleibt bei Kaufen und nennt 40 Euro als Ziel. Jefferies ist mit 23,50 Euro und "Halten" vorsichtiger. Beides hat tatsächlich seine Berechtigung und keiner weiß genau, wohin der Kurs in Zukunft tendiert. Vielleicht bekommen ja beide recht mit Ihrer Meinung - die Frage ist dann nur, wer zuerst. Unterm Strich passt das Bild: Der Chart ist freundlich, die Fundamentaldaten bessern sich langsam, die Nachrichtenlage ist gut und am 30. Oktober kommen die 9-Monatszahlen, die der nächste Prüfstein sind. Wer dabei sein möchte, könnte am besten schrittweise einsteigen und kauft nicht unbedingt alles auf einmal. Ein Rutsch unter die Marke bei 22 Euro wäre ein mögliches Warnsignal.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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