Berlin/Belgrad (ots) -
Am 25. Oktober 2026 finden in Serbien vorgezogene Parlamentswahlen statt. Rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Es ist die erste Parlamentswahl seit dem Einsturz des Vordachs des renovierten Bahnhofs von Novi Sad am 1. November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Katastrophe löste eine breite Protestbewegung aus, die sich gegen "Schlamperei, Machtmissbrauch und Korruption" richtet und inzwischen auch die politische Landschaft Serbiens verändert hat.
"Die Wahl könnte das Tempo der weiteren Annäherung an die EU beeinflussen. Die bisherige Regierung unter Führung der Fortschrittlichen Partei (SNS) bezeichnet den EU-Beitritt offiziell weiterhin als strategisches Ziel. Der Beitrittsprozess kommt allerdings seit Jahren kaum voran. Die Studentenliste, der wichtigste Herausforderer des Regierungslagers, stellt vor allem Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und funktionierende staatliche Institutionen in den Mittelpunkt. In der Frage eines EU-Beitritts positioniert sie sich weniger eindeutig", erklärt Hans-Jürgen Wittmann, Serbien-Experte von Germany Trade & Invest. Wittmann weiter: "Eine deutlich proeuropäische Position vertritt das Oppositionsbündnis "Europäisches Serbien". Das Bündnis nennt eine EU-Mitgliedschaft Serbiens ausdrücklich als politisches Ziel. Im nationalkonservativen Lager treten dagegen Kräfte an, die dem EU-Kurs deutlich kritischer gegenüberstehen."
Deutschland gehört zu den wichtigsten Wirtschafts- und Investitionspartnern Serbiens. Mehr als 900 Unternehmen mit deutschem Kapital sind im Land aktiv und beschäftigen rund 80.000 Menschen. Zu den großen Investoren zählen Continental, ZF, Stada/Hemofarm und Lidl.
Die wirtschaftlichen Beziehungen haben sich zuletzt weiter intensiviert. Der deutsch-serbische Außenhandelsumsatz durchbrach 2025 erstmals die 10-Milliarden-Euro-Marke - Tendenz in 2026 weiter steigend. Für deutsche Firmen ist Serbien insbesondere als Produktions- und Beschaffungsstandort sowie als wichtiger Bestandteil europäischer Lieferketten interessant.
"Für deutsche Unternehmen dürfte deshalb weniger ein einzelnes Wahlergebnis entscheidend sein als die Frage, ob Serbien nach der Wahl bei Rechtsstaatlichkeit und EU-Integration vorankommt und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen bietet. Der EU-Kurs hat dabei unmittelbare wirtschaftliche Relevanz: Rund 1,6 Milliarden Euro stehen Serbien im Rahmen des EU-Wachstumsplans in Form von Zuschüssen und günstigen Krediten zur Verfügung. Die Auszahlung der Mittel ist an die Umsetzung vereinbarter Reformen geknüpft", so Hans-Jürgen Wittmann.
Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte, wirbt für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.
Pressekontakt:
Sabine Huth
T +49 30200099173
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/74441/6376501
Am 25. Oktober 2026 finden in Serbien vorgezogene Parlamentswahlen statt. Rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Es ist die erste Parlamentswahl seit dem Einsturz des Vordachs des renovierten Bahnhofs von Novi Sad am 1. November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Katastrophe löste eine breite Protestbewegung aus, die sich gegen "Schlamperei, Machtmissbrauch und Korruption" richtet und inzwischen auch die politische Landschaft Serbiens verändert hat.
"Die Wahl könnte das Tempo der weiteren Annäherung an die EU beeinflussen. Die bisherige Regierung unter Führung der Fortschrittlichen Partei (SNS) bezeichnet den EU-Beitritt offiziell weiterhin als strategisches Ziel. Der Beitrittsprozess kommt allerdings seit Jahren kaum voran. Die Studentenliste, der wichtigste Herausforderer des Regierungslagers, stellt vor allem Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und funktionierende staatliche Institutionen in den Mittelpunkt. In der Frage eines EU-Beitritts positioniert sie sich weniger eindeutig", erklärt Hans-Jürgen Wittmann, Serbien-Experte von Germany Trade & Invest. Wittmann weiter: "Eine deutlich proeuropäische Position vertritt das Oppositionsbündnis "Europäisches Serbien". Das Bündnis nennt eine EU-Mitgliedschaft Serbiens ausdrücklich als politisches Ziel. Im nationalkonservativen Lager treten dagegen Kräfte an, die dem EU-Kurs deutlich kritischer gegenüberstehen."
Deutschland gehört zu den wichtigsten Wirtschafts- und Investitionspartnern Serbiens. Mehr als 900 Unternehmen mit deutschem Kapital sind im Land aktiv und beschäftigen rund 80.000 Menschen. Zu den großen Investoren zählen Continental, ZF, Stada/Hemofarm und Lidl.
Die wirtschaftlichen Beziehungen haben sich zuletzt weiter intensiviert. Der deutsch-serbische Außenhandelsumsatz durchbrach 2025 erstmals die 10-Milliarden-Euro-Marke - Tendenz in 2026 weiter steigend. Für deutsche Firmen ist Serbien insbesondere als Produktions- und Beschaffungsstandort sowie als wichtiger Bestandteil europäischer Lieferketten interessant.
"Für deutsche Unternehmen dürfte deshalb weniger ein einzelnes Wahlergebnis entscheidend sein als die Frage, ob Serbien nach der Wahl bei Rechtsstaatlichkeit und EU-Integration vorankommt und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen bietet. Der EU-Kurs hat dabei unmittelbare wirtschaftliche Relevanz: Rund 1,6 Milliarden Euro stehen Serbien im Rahmen des EU-Wachstumsplans in Form von Zuschüssen und günstigen Krediten zur Verfügung. Die Auszahlung der Mittel ist an die Umsetzung vereinbarter Reformen geknüpft", so Hans-Jürgen Wittmann.
Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte, wirbt für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.
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