(neu: Kurs, Experten)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei Atoss Software haben sich die Anleger am Freitag nach Quartalszahlen für Gewinnmitnahmen entschieden. Vorausgegangen war eine mehrwöchige Erholungsrally. Im Vergleich zum erhöhten Margenausblick gewichteten sie es höher, dass der auf Personalmanagement spezialisierte Softwareanbieter seinen diesjährigen Gesamterlös nun eher am unteren Ende der Prognosespanne sieht.
Zunächst noch solide in den Handel gestartet, sackte der Kurs des Unternehmens schnell ins Minus. Dieses weitete sich dann auf zuletzt fast neun Prozent aus. Seit Ende September, als der Kurs knapp unter 80 Euro noch auf einem Tief seit Juli gestanden hatte, war der Kurs bis zum heutigen Hoch von 96,80 Euro um 22 Prozent gestiegen.
Ein Händler sprach in einem ersten Kommentar von einem durchwachsenen Bericht des Unternehmens. Atoss verdiente im dritten Quartal mehr als gedacht und hob daraufhin seinen Margenausblick für das Gesamtjahr an. Umsatzseitig schwächelten aber die Lizenzerlöse, und so wird nun eher das untere Ende der Prognosespanne von 210 bis 215 Millionen Euro angepeilt.
Wie die Anleger wägten auch Analysten zwischen guten und schlechten Aspekten ab. "Das Unternehmen stellte trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds weiterhin ein robustes Wachstum unter Beweis", schrieb etwa Henrik Paganetty von Jefferies. Starke wiederkehrende Umsätze seien eine Margenstütze, stünden aber dem schwächer als erwartet ausgefallenen Lizenzgeschäft gegenüber.
Sinan Doganli von Oddo BHF schrieb, die Entwicklung der Profitabilität sei ermutigend, auch wegen einem Effizienzanstieg und einer diszplinierten Kostenkontrolle. Vorsichtiger werde das Unternehmen aber wegen des Gegenwinds bei Lizenzen, die schneller als erwartet zurückgingen. Er erwähnte aber positiv, dass Atoss margenseitig für eine konservative Planungen bekannt sei.
Die Rally der vergangenen Wochen, die einher ging mit einer breiten Erholung im Software-Sektor, ändert nichts an dem längerfristig noch trüben Bild. Die in der Branche lange Zeit eingepreisten Ängste vor Konkurrenz durch die Künstliche Intelligenz sind immer noch spürbar, denn seit dem Rekordhoch im Sommer 2025 von 147,60 Euro hatte sich der Kurs in diesem Jahr zeitweise mehr als halbiert.
Dabei hat sich die Stimmung der Anleger für die Branche zuletzt aber schon wieder ein Stück weit gefangen - Sorgen, dass KI die klassischen Geschäftsmodelle untergräbt nahmen ab. In diesem Zuge erholten sich Titel wie SAP im Dax oder auch Atoss jüngst deutlich./tih/mis/jha/




