DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
S&P Global: Deutsche Wirtschaft verliert im Oktober an Schwung
Das Wachstum in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober verlangsamt. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich auf 52,8 von 53,8 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung für den Monat hervorgeht. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen geringeren Rückgang auf 53,5 erwartet. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
S&P Global: Euroraum-Wirtschaft verliert an Fahrt im Oktober
Das Wachstum in der Eurozone hat im Oktober an Dynamik verloren. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich auf 51,9 Zähler von 53,1 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen schwächeren Rückgang auf 52,8 Punkte vorhergesagt. Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung.
EZB-Inflationserwartungen der Konsumenten steigen im September
Die Inflationserwartungen der Konsumenten im Euroraum sind im September gestiegen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) im Ergebnis ihrer Konsumentenumfrage mitteilte, erwarteten die Konsumenten für die nächsten zwölf Monate einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,1 (August-Umfrage: 3,0) Prozent. Die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren stagnierten bei 2,9 Prozent und die auf Sicht von fünf Jahren bei 2,5 Prozent.
Russische Zentralbank sieht Leitzins künftig nur noch geringfügig sinken
Die russische Zentralbank hat am Freitag ihren Leitzins beim zweiten Treffen in Folge unverändert gelassen. Zudem signalisierte sie für das kommende Jahr nur eine geringfügige Senkung der Kreditkosten, da die Inflation voraussichtlich hartnäckig hoch bleiben wird. Der Leitzins der Bank von Russland liegt derzeit bei 14 Prozent. Zuvor war er von einem Höchststand von 21 Prozent Mitte 2025 bis zur Pause bei der Sitzung der Währungshüter im vergangenen Monat gesenkt worden. Die Notenbank erwartet, dass der Leitzins im nächsten Jahr im Durchschnitt zwischen 12,5 Prozent und 13,5 Prozent liegen wird, was einen moderaten weiteren Rückgang darstellt.
Britisches Verbrauchervertrauen erleidet größten Einbruch seit Pandemie
Die Verbraucherstimmung in Großbritannien ist in diesem Monat so schnell eingebrochen wie seit der Covid-19-Pandemie nicht mehr. Die zunehmende Belastung durch die Lebenshaltungskosten machte den im Sommer verzeichneten Optimismus wieder zunichte. Die Research-Gruppe GfK teilte mit, dass ihr in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Institut für Marktentscheidungen veröffentlichter Konsumklimaindex im Oktober um 11 Punkte auf minus 24 gefallen sei. Dies ist der stärkste Rückgang der Stimmung seit dem Ausbruch der Pandemie im April 2020.
Wirtschaftswachstum in Asien könnte sich in den kommenden Quartalen abschwächen
Das Wirtschaftswachstum in Asien dürfte sich in den nächsten Quartalen allmählich abschwächen, nachdem es in den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 zu einer weithin stärkeren Expansion gekommen war, schreibt Eastspring Investments in einem Bericht. Der Vermögensverwalter erwartet, dass das Wachstum der weltweiten KI-Investitionen zurückgehen, aber auf einem hohen Niveau bleiben werde. Ein Schock bei den KI-Ausgaben würde das Wachstum in der gesamten Region schwächen, heißt es. Die Zinssätze dürften im ersten Quartal des nächsten Jahres zu steigen beginnen, da die Zentralbanken nach einer Phase der Lockerung im Zeitraum 2024-2025 zu einer Straffung übergingen.
China voraussichtlich Ausnahme bei restriktiver Haltung asiatischer Zentralbanken
China dürfte die wichtigste Ausnahme von der Einschätzung von Eastspring Investments sein, dass die asiatischen Zentralbanken ihre Geldpolitik in den nächsten Quartalen straffen könnten. Der deflationäre Druck in China, der von sinkenden Immobilienpreisen und industriellen Überkapazitäten ausgehe, könnte die Inflation und das Wachstum des Landes belasten, schreibt der Vermögensverwalter in einem Bericht. Dies könnte den Druck für weitere geldpolitische Lockerungen in China in den nächsten beiden Quartalen über die Zinssätze und subventionierte Kreditfazilitäten aufrechterhalten, meint Eastspring. Unterdessen könnten längerfristig höhere Energiepreise und eine Währungsschwäche die Zentralbanken in Indien, Indonesien, Japan, Malaysia und Taiwan zu einer Straffung bewegen.
Bank of Japan dürfte Leitzins nächste Woche unverändert lassen
Die Bank of Japan wird ihren Leitzins bei der Sitzung in der nächsten Woche laut UOB voraussichtlich unverändert lassen. "Wir erwarten weiterhin, dass die Bank of Japan auf dem Pfad der geldpolitischen Normalisierung bleibt, erwarten jedoch keinen aggressiven Kurs", schreibt sie in einer Research Note. UOB geht davon aus, dass die Zentralbank die Zinsen für den Rest des Jahres 2026 beibehalten werde, bevor sie im nächsten Jahr erhöht würden. Sie prognostiziere eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte Ende des zweiten Quartals des nächsten Jahres auf 1,50 Prozent, was voraussichtlich der Endzins sein werde.
Ukraine kämpft weiter mit Starlink-Einschränkungen
Das vom ukrainischen Militär genutzte Starlink-System litt am frühen Freitagmorgen unter Geschwindigkeitsbeschränkungen, obwohl Präsident Donald Trump erklärt hatte, SpaceX-Chef Elon Musk habe den Dienst wiederhergestellt. Ukrainische Drohneneinheiten und Regierungsvertreter gaben an, dass die Verbindungen zu "Starshield" - einem militärtauglichen Dienst, der die Infrastruktur von Starlink nutzt - in weiten Teilen des Landes weiterhin ausfielen, sobald die Drohnen schneller als 161 Kilometer pro Stunde flogen, was etwa 100 Meilen pro Stunde entspricht.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
October 23, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
