DJ MÄRKTE USA/Wall Street mit weiteren Verlusten
DOW JONES--Nach den heftigen Vortagesabgaben im Technologiesektor gibt die Wall Street am Freitag weiter nach. Am Vortag hatten Händler aggressive Umschichtung von KI-bezogenen Aktien hin zu defensiveren Werten beobachtet. Aktuell sieht es nicht nach einer Erholung im Technologiebereich aus, die grundlegenden Sorgen über die KI-Investitionen bestehen weiter. Allerdings lassen sich vereinzelt Schnäppchenjäger bei Technologiewerten beobachten. Ein Trend sei das aber bislang nicht, heißt es im Handel. Im frühen Geschäft sinkt der Dow-Jones-Index um 1,0 Prozent auf 52.348 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen 0,5 bzw. 0,4 Prozent ein.
Als schlechtes Omen werten Marktteilnehmer die Schlagzeilen um SK Hynix: Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Speicherchips aus Südkorea stoppte seine Pläne, die Speicherchip-Sparte an die US-Börse zu bringen - und dies unter Verweis auf die Marktbedingungen und die allgemeine Entwicklung der Aktienkurse. Auch wenn der Gesamtmarkt insgesamt noch weit von einem Bärenmarkt entfernt ist, befinden sich viele einzelne zyklische Aktien und solche mittelgroßer Unternehmen bereits in lokalen Bärenmärkten. Laut Factset-Daten notieren rund 40 Prozent der Werte im S&P-500 mindestens 20 Prozent unter ihren 52-Wochenhochs.
Steigende Erdölpreise dämpfen die Kauflust zum Wochenschluss merklich. Die weiterhin hohen Ölpreise entfachen Inflations- und Zinsängste neu und bremsen Konjunkturhoffnungen. Brent ist mittlerweile so teuer wie zuletzt Anfang Mai. Der Iran hat gewarnt, US-Stützpunkte und zivile Infrastruktur im Persischen Golf ins Visier zu nehmen, sollte der Krieg erneut eskalieren. Die Warnung erfolgt, während die USA laut Wall Street Journal eine dritte Flugzeugträger-Kampfgruppe in den Nahen Osten verlegen. Die global gehandelt Ölsorte Brent verteuert sich um weitere 1,6 Prozent auf 114,97 Dollar je Fass.
Ob die Konjunktursorgen berechtigt sind, dürften die Daten des Tages offenbaren: Im frühen Handel stehen die Einkaufsmanager-Indizes (PMI) zum Dienstleistungs- bzw. verarbeitenden Gewerbe für Oktober zur Veröffentlichung an. Etwas später folgt dann die Revision der Verbraucherstimmung. Am Vortag hatten die Sorgen Anleger massiv in den vermeintlich sicheren Anleihehafen getrieben, die Renditen stürzten ab. Nun erholen sie sich, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 1 Basispunkt auf 4,97 Prozent und bleibt damit unter der wichtigen 5-Prozentmarke.
Der Dollar kommt nach der Erholung von seinem Dreiwochentief des Vortages von den Tageshochs zurück und folgt damit den Anleiherenditen, die ebenfalls unter ihren Tageshochs liegen. Der Dollar-Index stagniert nach anfänglichen Aufschlägen nun. Da die USA Netto-Ölexporteur sind, stützen auch die hohen Ölpreise. Gold steuert auf einen Wochenverlust zu, da die gestiegenen Energiepreise Sorgen über Inflation und Zinserhöhungen schürten. Aktuell liegt der Preis (+0,2%) des Edelmetalls knapp im Plus. "Ein anziehendes Inflationsumfeld in Verbindung mit Verkaufsdruck zur Deckung von Verlusten bei Aktien- oder Anleihepositionen ist kurzfristig eine ungünstige Kombination für Gold (...)", erläutern die MUFG-Analysten.
Am Aktienmarkt zeigen sich erneut Moderna auffällig. Nach einem Einbruch um 17,6 Prozent am Vortag fällt der Kurs um weitere 2,7 Prozent. Details aus einer streng gehüteten Studie zu einem mRNA-basierten Krebsimpfstoff sind in den sozialen Medien geteilt worden. Zwar bewerten Analysten die Studienergebnisse überwiegend positiv, gleichwohl blieben sie hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurück. Denn bereits im August hatte sich der Moderna-Kurs mehr als verdoppelt, nachdem der US-Pharmakonzern bekannt gegeben hatte, dass der Impfstoff das Wiederauftreten oder die Ausbreitung von Melanomen verhindert habe. Die neuen Studien sollten eigentlich am Samstag auf der Konferenz veröffentlicht werden. Merck verlieren 1,8 Prozent. Der Pharmakonzern kooperiert mit Moderna bei diesem Impfstoff.
SpaceX legen um 0,3 Prozent zu. Laut einem Bericht will das Unternehmen bei seinem Einstieg in den Mobilfunk mindestens 80.000 Mobilfunkstandorte in den USA sichern. Im Sektor fallen AT&T und Verizon um 3,2 bzw. 2,2 Prozent, T-Mobile US um 3,4 Prozent. Western Digital geben 3,4 Prozent ab - trotz guter Quartalszahlen. Anleger hinterfragten zunehmend höhere Bewertungen im KI-Sektor, heißt es.
American Express fallen nach Vorlage von Drittquartalszahlen um 2,6 Prozent. Das Kreditkartenunternehmen hob die Gewinnprognose dank höherer Kundenausgaben an. Das Wachstum des Kartenabrechnungsvolumens hat die Markterwartungen aber verfehlt und die operativen Kosten sind gestiegen. Zudem kündigte der Konzern an, 3.500 Stellen abzubauen.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.348,47 -1,0 -519,51 52.867,98 S&P-500 7.623,11 -0,5 -40,32 7.663,43 NASDAQ Comp 25.903,78 -0,4 -105,08 26.008,86 NASDAQ 100 28.858,32 -0,3 -100,36 28.958,69 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,66 +0,03 4,71 4,64 5 Jahre 4,79 +0,02 4,83 4,76 10 Jahre 4,97 +0,01 5,00 4,94 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:42 EUR/USD 1,1198 -0,1 -0,0016 1,1214 1,1205 EUR/JPY 175,12 -0,4 -0,6900 175,81 176,0800 EUR/CHF 0,9214 +0,2 0,0014 0,9200 0,9221 EUR/GBP 0,837 0,0 0,0000 0,837 0,8378 USD/JPY 156,39 -0,2 -0,3700 156,76 157,1300 GBP/USD 1,3375 -0,2 -0,0024 1,3399 1,3370 USD/CNY 6,6702 -0,1 -0,0043 6,6745 6,6746 USD/CNH 6,6691 -0,1 -0,0035 6,6726 6,6740 AUS/USD 0,7025 +0,1 0,0006 0,7019 0,7015 Bitcoin/USD 81.720,66 +0,7 528,24 81.192,42 81.531,50 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,65 +2,2 2,18 99,47 Brent/ICE 114,97 +1,6 1,80 113,17 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.031,53 +0,2 7,55 4.023,98 Silber 53,94 -1,1 -0,58 54,53 Platin 1.555,98 -0,9 -14,27 1.570,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf/mgo
(END) Dow Jones Newswires
October 23, 2026 09:47 ET (13:47 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
