Berlin (ots) -
"Europa sollte seinen Partnern ein Angebot machen, das über klassische Freihandelsabkommen hinausgeht. Eine assoziierte Mitgliedschaft könnte dafür ein neues Modell schaffen: eine enge wirtschaftliche und strategische Anbindung an die Europäische Union, ohne ihr als Vollmitglied beizutreten. Kanada bietet die Chance, diesen Ansatz erstmals mit konkreten Inhalten zu füllen. Entscheidend ist allerdings nicht die Bezeichnung der Partnerschaft, sondern ihr konkreter wirtschaftlicher Mehrwert", erklärt BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA), anlässlich des EU-Kanada-Gipfels am 29. und 30. Oktober in Montreal.
Jandura weiter: "Ebenso wichtig ist die klare Abgrenzung nach innen: Assoziierung ersetzt keinesfalls den Beitritt für die Westbalkanstaaten sowie Moldau, die Ukraine und Georgien. Diese Länder sind europäische Staaten, sie durchlaufen einen verdienstbasierten Beitrittsprozess, und ihr Ziel bleibt die Vollmitgliedschaft. Nach Vorstellung des BGA sollte eine solche Assoziierung eine vertraglich abgesicherte Beteiligung an ausgewählten Bereichen der europäischen Integration ermöglichen. Denkbar sind ein vertiefter Zugang zum Binnenmarkt in vereinbarten Sektoren, eine engere Zusammenarbeit bei Standards und Zulassungen sowie gemeinsame Projekte für Rohstoffe, Energie und digitale Technologien. Umfang und Bedingungen müssten beide Seiten verbindlich vereinbaren."
"Eine Vollmitgliedschaft umfasst umfassende Rechte und Pflichten sowie die Mitentscheidung in den europäischen Institutionen. Eine Assoziierung würde gezielt vereinbarte Bereiche der Zusammenarbeit erfassen. Für die Bereiche, in denen eine engere Marktintegration vereinbart wird, braucht es aber gemeinsame Regeln, verlässliche Verfahren und eine wirksame Streitbeilegung. Ebenso sollten Partner frühzeitig eingebunden werden, wenn neue Regeln ihre vereinbarten Rechte und Pflichten berühren. Dabei sollte auf den bestehenden Kooperationsstrukturen von CETA aufgebaut und Kanada bei der Weiterentwicklung relevanter Regeln frühzeitig eingebunden werden", so Jandura abschließend.
Pressekontakt:
Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
Frederike Röseler
Pressesprecherin
Tel: 030/590099520
Mail: presse@bga.de
Original-Content von: BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6564/6377930
"Europa sollte seinen Partnern ein Angebot machen, das über klassische Freihandelsabkommen hinausgeht. Eine assoziierte Mitgliedschaft könnte dafür ein neues Modell schaffen: eine enge wirtschaftliche und strategische Anbindung an die Europäische Union, ohne ihr als Vollmitglied beizutreten. Kanada bietet die Chance, diesen Ansatz erstmals mit konkreten Inhalten zu füllen. Entscheidend ist allerdings nicht die Bezeichnung der Partnerschaft, sondern ihr konkreter wirtschaftlicher Mehrwert", erklärt BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA), anlässlich des EU-Kanada-Gipfels am 29. und 30. Oktober in Montreal.
Jandura weiter: "Ebenso wichtig ist die klare Abgrenzung nach innen: Assoziierung ersetzt keinesfalls den Beitritt für die Westbalkanstaaten sowie Moldau, die Ukraine und Georgien. Diese Länder sind europäische Staaten, sie durchlaufen einen verdienstbasierten Beitrittsprozess, und ihr Ziel bleibt die Vollmitgliedschaft. Nach Vorstellung des BGA sollte eine solche Assoziierung eine vertraglich abgesicherte Beteiligung an ausgewählten Bereichen der europäischen Integration ermöglichen. Denkbar sind ein vertiefter Zugang zum Binnenmarkt in vereinbarten Sektoren, eine engere Zusammenarbeit bei Standards und Zulassungen sowie gemeinsame Projekte für Rohstoffe, Energie und digitale Technologien. Umfang und Bedingungen müssten beide Seiten verbindlich vereinbaren."
"Eine Vollmitgliedschaft umfasst umfassende Rechte und Pflichten sowie die Mitentscheidung in den europäischen Institutionen. Eine Assoziierung würde gezielt vereinbarte Bereiche der Zusammenarbeit erfassen. Für die Bereiche, in denen eine engere Marktintegration vereinbart wird, braucht es aber gemeinsame Regeln, verlässliche Verfahren und eine wirksame Streitbeilegung. Ebenso sollten Partner frühzeitig eingebunden werden, wenn neue Regeln ihre vereinbarten Rechte und Pflichten berühren. Dabei sollte auf den bestehenden Kooperationsstrukturen von CETA aufgebaut und Kanada bei der Weiterentwicklung relevanter Regeln frühzeitig eingebunden werden", so Jandura abschließend.
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