DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
TAGESTHEMA
Der US-Lieferdienst Doordash will offenbar seinen US-Rivalen Instacart schlucken. Die beiden Unternehmen führten Verhandlungen im fortgeschrittenen Stadium, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Ein Deal, in dem Instacart mit rund 17 Milliarden US-Dollar bewertet werden könnte, könnte noch diese Woche finalisiert werden. Es gebe aber keine Garantie, dass eine Einigung erzielt wird.
Instacart, das 2023 an die Börse gegangen ist, hatte vor dem Bericht über die Gespräche einen Marktwert von rund 13 Milliarden Dollar. Die Aktien des Unternehmens stiegen am Montag nach Veröffentlichung des Berichts um rund 5 Prozent. Doordash hat einen Marktwert von rund 73 Milliarden Dollar.
Mit dem Kauf von Instacart erhielte das Unternehmen einen wichtigen Partner für Lebensmittellieferungen. Das Kerngeschäft von Instacart umfasst den Online-Lebensmitteleinkauf und die bequeme Lieferung nach Hause von Einzelhändlern. Doordash bietet bereits Lebensmittellieferungen von Einzelhändlern wie Kroger, Safeway und Aldi an.
Doordash begann als Essenslieferdienst für Restaurants und dominiert diesen Bereich mittlerweile. Das Unternehmen hat seine Partnerschaften im Einzelhandel ausgeweitet, um Waren von Marken wie Macy's, CVS und Target zu liefern. Zudem prüft das Unternehmen neue Liefer- und Bestellmethoden, darunter Drohnen und Textnachrichten an Chatbots.
Das Branchenportal The Information hatte zuvor berichtet, dass Instacart das Übernahmeinteresse von Doordash und Uber auf sich gezogen habe. Die Gespräche mit Uber seien nicht mehr aktiv, sagten die mit der Angelegenheit vertrauten Personen.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
11:00 US/Sherwin-Williams Co, Ergebnis 3Q
11:00 US/United Parcel Service Inc (UPS), Ergebnis 3Q
12:00 US/Coca-Cola Co, Ergebnis 3Q
12:15 US/Paypal Holdings Inc, Ergebnis 3Q
12:30 US/Boeing Co, Ergebnis 3Q
21:05 US/Visa Inc, Ergebnis 3Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
-US
13:30 Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter September
PROGNOSE: +1,2% gg Vm
zuvor: 0,0% gg Vm
15:00 Index des Verbrauchervertrauens Oktober
PROGNOSE: 81,2
zuvor: 81,9
15:00 Neubauverkäufe September
PROGNOSE: -4,2% gg Vm
zuvor: +6,4% gg Vm
ÜBERSICHT INDIZES
Index zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 7.710,75 -0,1 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.340,25 -0,3 S&P/ASX 200 (Sydney) 8.850,10 +0,5 Topix-500 (Tokio) 3.997,37 +0,6 Kospi (Seoul) 5.638,34 +3,1 Shanghai-Composite 3.680,15 -0,5 Hang-Seng-Index (Hongkong) 23.054,94 -0,7
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Am Dienstag lässt sich an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz ausmachen. Meist dominiert Zurückhaltung vor den anstehenden Zinsentscheiden verschiedener Notenbanken und einer Flut von Unternehmenszahlen im Wochenverlauf. Aktien mit KI-Bezug sind jedoch gesucht, nachdem Anthropic den Prospekt seines geplanten Börsengangs veröffentlicht und damit die Furcht vor einer Blasenbildung zerstreut hat. Von der wiedererwachten KI-Phantasie profitieren in Tokio unter anderem Advantest (+9,3%), Softbank Group (+5,7%) und Tokyo Electron (+3%). Abseits des Chipsektors verteuern sich Shin-Etsu Polymehr um 12,7 Prozent, nachdem das Unternehmen Eckdaten zum ersten Geschäftshalbjahr vorgelegt hat. Die Börse in Seoul wird auch gestützt vom überraschend starken südkoreanischen Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Die Aktien der beiden Chipgiganten Samsung Electronics und SK Hynix gewinnen 4,5 und 6,4 Prozent. Die chinesischen Börsen zeigen sich derweil mit kleinen Verlusten. Dass die chinesischen Industriegewinne im September kräftig gestiegen sind, stützt nicht. Die Aktien der Bank HSBC Holdings verbilligen sich in Hongkong um 3,3 Prozent, nachdem der Nettogewinn im dritten Quartal die Erwartungen verfehlt hat. Aktien chinesischer Entwickler von KI-Modellen profitieren jedoch vom Anthropic-IPO. So gewinnen Minimax 2,4 und Z.ai 12,2 Prozent. In Sydney zeigt sich der S&P/ASX-200 erholt von anfänglichen Verlusten nunmehr etwas fester. Einer Umfrage zufolge sind die Inflationserwartungen der australischen Verbraucher in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit Mai gestiegen, was der Reserve Bank of Australia Argumente für eine weitere Zinserhöhung liefern könnte. Unter den Einzelwerten gewinnen BHP 4,3 und Rio Tinto 2,5 Prozent.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 52.361,58 +0,3 +146,42 52.215,16
S&P-500 7.676,77 +0,7 +53,09 7.623,68
NASDAQ Comp 26.169,38 +0,8 +214,04 25.955,34
Umsatzdaten
Montag Freitag
Umsatz NYSE (Aktien) 1,32 Mrd 1,18 Mrd
Gewinner 1.421 990
Verlierer 1.272 1.701
Unverändert 73 86
Freundlich - Unterstützend wirkten die Renditen am US-Anleihemarkt, die ihre niedrigeren Niveaus behaupteten. Im Technologiesektor standen Anthropic im Fokus. Das KI-Unternehmen hat die Unterlagen für den Börsengang an der Nasdaq eingereicht. Anthropic strebt einen Termin in November an, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Der Antrag von Anthropic auf einen Börsengang linderte die Sorge vor einer potenziellen Blase im KI-Bereich etwas und stützte die Börse. SpaceX verloren 0,4 Prozent. Das Unternehmen hatte sich eine Fremdkapitalfinanzierung über 40 Milliarden US-Dollar gesichert. Verizon (-3,5%) hatte den Ausblick für das Gesamtjahr erneut angehoben. Bei den Ergebnissen für das dritte Quartal lag der Umsatz aber leicht unter der Marktprognose. Die Aktie fiel aufgrund andauernder Sorgen über ein potenzielles Eindringen von SpaceX in den Mobilfunkmarkt. Meta Platforms (-1,9%) plant die Beschaffung von bis zu 95 Milliarden US-Dollar durch Aktienemissionen, um damit die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur zu finanzieren. EQT hatte mit Wettbewerber Range Resources eine Vereinbarung über eine Übernahme in Form eines Aktientauschs. Range Resources legten um 17,7 Prozent zu. Microsoft bot rund 60.000 Mitarbeitern in mehreren Ländern freiwillige Abfindungen an. Der Kurs stieg um 1,5 Prozent.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- 2 Jahre 4,71 +0,03 10 Jahre 4,99 -0,00 30 Jahre 5,30 -0,01
Die Renditen am US-Anleihemarkt behaupteten ihr zuletzt erreichtes niedrigeres Niveau. Die Flucht in den "sicheren Hafen" Anleihen hatte in der vergangenen Woche für deutlich nachgebende Renditen gesorgt. Die zweijährige stieg, nachdem eine Auktion zweijähriger Papiere eine etwas schwächere Nachfrage gezeigt hatte.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 8:25 Uhr % YTD EUR/USD 1,1165 -0,1 1,1172 1,1206 -4,9 EUR/JPY 176,14 +0,1 175,98 176,05 -4,3 EUR/GBP 0,8373 -0,0 0,8374 0,8386 -3,9 USD/JPY 157,76 +0,2 157,50 157,08 +0,7 USD/KRW 1.324,40 -0,1 1.325,55 1.322,62 -8,1 USD/CNY 6,6677 -0,0 6,6700 6,6681 -4,7 USD/CNH 6,6670 -0,0 6,6676 6,6696 -4,4 USD/HKD 7,8436 -0,0 7,8454 7,8439 +0,8 AUD/USD 0,7021 +0,1 0,7016 0,7025 +5,2 NZD/USD 0,5693 +0,2 0,5680 0,5692 -1,1 BTC/USD 79.657,83 -0,1 79.746,41 80.020,78 -9,2
Der Dollar legte zu, der Dollar-Index stieg um 0,3 Prozent. Anleger rechneten mit einer falkenhaften Tonlage der Fed am Mittwoch, wobei noch nicht von einer Zinserhöhung ausgegangen wurde. Der Euro sank um 0,3 Prozent auf 1,1174 Dollar. Der brasilianische Real verlor zeitweise mehr als 10 Prozent gegenüber dem Greenback nach dem Wahlausgang in Brasilien.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.001,98 -0,4 -14,33 4.016,31 Silber 52,81 -2,1 -1,12 53,93 Platin 1.500,94 -1,7 -26,03 1.526,97
Der Goldpreis erholte sich leicht von den Abgaben am Freitag und kletterte wieder über die Marke von 4.000 US-Dollar. Die Feinunze erhöhte sich zum Settlement um 0,8 Prozent auf 4.022 Dollar.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,48 -0,3 -0,28 101,76 Brent/ICE 115,32 -0,4 -0,49 115,81
Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um 0,8 Prozent auf 115,81 Dollar. Teilnehmer verwiesen auf Berichte, wonach immer mehr Öl durch die Straße von Hormus transportiert wird. Zwischen 50 und 80 Prozent des Vorkriegsniveaus sollen es sein.
MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR
HANDELSSTREIT KANADA/USA
Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, es gebe eine "leichte Intensivierung" bei den Gesprächen mit der Trump-Regierung über ein überarbeitetes grenzüberschreitendes Handelsabkommen. Carney spielte jedoch die Aussichten auf eine baldige Einigung herunter. Präsident Trump hatte am vergangenen Wochenende auf einer Kundgebung in Michigan erklärt, dass bald eine Vereinbarung erzielt werden könnte, ohne dies näher zu erläutern. Auch der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates, Kevin Hassett, signalisierte eine Belebung der Gespräche.
INDUSTRIEGEWINNE CHINA
Die Gewinne der großen chinesischen Industrieunternehmen stiegen im September im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 Prozent. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem Plus von 4,2 Prozent im August. Die am Dienstag vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten zeigten jedoch, dass die Gewinne im Zeitraum von Januar bis September um 15,5 Prozent zulegten. Dies war etwas weniger als der für den Zeitraum von Januar bis August verzeichnete Anstieg von 15,7 Prozent.
WIRTSCHAFTSWACHSTUM SÜDKOREA
Das Bruttoinlandsprodukt expandierte von Juli bis September um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie vorläufige Daten der Bank of Korea am Dienstag zeigten. Im Zeitraum von April bis Juni hatte das Wachstum bei 0,6 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft um 3,4 Prozent, verglichen mit 3,7 Prozent im zweiten Quartal. Das BIP-Wachstum im dritten Quartal übertraf die Markterwartungen. Der Median der Prognosen von 19 von The Wall Street Journal befragten Ökonomen hatte bei einem Wachstum von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gelegen.
VERBRAUCHER-INFLATIONSERWARTUNGEN AUSTRALIEN
Die Inflationserwartungen der Verbraucher in der australischen Wirtschaft haben in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit Mai erreicht. Dies stärkt die Argumente für die Reserve Bank of Australia, die Leitzinsen um eine weitere Stufe anzuheben. Die wöchentlichen Inflationserwartungen stiegen im Laufe der Woche um 0,1 Prozentpunkt auf 6,3 Prozent, während der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt ebenfalls um 0,1 Prozentpunkt auf 6,1 Prozent kletterte. Dies geht aus einer wöchentlichen Umfrage der ANZ Bank und des Meinungsforschungsinstituts Roy Morgan hervor.
ANTHROPIC
Ein Zusammenschluss großer Finanzinstitute stellt 63 Milliarden US-Dollar bereit, um Computing-Infrastruktur für Künstliche Intelligenz von Broadcom zu erwerben und dann an Anthropic zu vermieten. Die an dem Geschäft beteiligten Firmen - Bank of America, Blackstone, Citi und Morgan Stanley - planen die Gründung einer Zweckgesellschaft, die Broadcoms XPU-AI-Beschleuniger und Netzwerklösungen kauft, damit Anthropic diese leasen kann.
Das Geschäft ist Teil von Broadcoms bestehender strategischer Vereinbarung zur Bereitstellung von Rechenkapazität. Die Auslieferungen an die neue Zweckgesellschaft sollen im nächsten Jahr beginnen.
BEN & JERRY'S
Ben Cohen und Jerry Greenfield, die namensgebenden Gründer der Eismarke Ben & Jerry's, haben einen Deal mit einer Führungskraft der Private-Equity-Gesellschaft KKR ausgelotet, mit dem Ziel, ihre Marke vom derzeitigen Eigentümer abzuspalten. Magnum Ice Cream, das börsennotierte Unternehmen, unter dessen Dach sich Ben & Jerry's sowie weitere ehemals zu Unilever gehörende Eismarken befinden, wehrt sich jedoch gegen dieses Vorhaben. Eine Abspaltung der Marke würde die Kosten in die Höhe treiben und die Produkte verteuern, argumentiert das Unternehmen.
MICROSOFT
bietet Tausenden von Mitarbeitern in mehreren Ländern, darunter den USA, freiwillige Abfindungen an, wie das Unternehmen mitteilte. Rund 60.000 Mitarbeiter kommen für das Programm infrage, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Das Angebot gilt für ausgewählte Mitarbeiter in Kanada, Indien, Großbritannien und den USA.
NUCOR
Der Stahlhersteller meldete für das am 3. Oktober beendete dritte Geschäftsquartal einen Gewinn von 1,32 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 5,80 Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 607 Millionen Dollar oder 2,63 Dollar je Aktie gelegen. Der Umsatz stieg von 8,52 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 11,25 Milliarden Dollar. Von Factset befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 10,84 Milliarden Dollar gerechnet.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf/cln
(END) Dow Jones Newswires
October 27, 2026 02:46 ET (06:46 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
