Frankfurt/Main (ots) -
Wer seinen Garten im kommenden Jahr um neue Stauden ergänzen möchte, kann schon in den kommenden Wochen mit der Aussaat beginnen. Viele Staudenarten gehören zu den sogenannten Kaltkeimern. Ihre Samen besitzen eine Keimhemmung als natürlichen Schutzmechanismus. Erst eine Kälteperiode von mehreren Wochen kann diese Keim-hemmung aufheben. Im Herbst ausgesät, verbringen die Samen den Winter im Boden und keimen je nach Pflanzenart ab Frühjahr.
Unter den Kaltkeimern finden sich zahlreiche Stauden, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Wuchshöhen, Blütenfarben und Blütezeiten vielseitig in die Gartenplanung einfügen. Je nach Art lassen sie sich mit Rosen, Gräsern, Blumenzwiebeln oder einjährigen Sommerblumen kombinieren und eignen sich für sonnige, halbschattige oder schattige Bereiche sowie für kleine Flächen und Kübel. Werden Kaltkeimer mit Pflanzen anderer Blühzeiten kombiniert, bleibt ein Beet über viele Monate attraktiv.
So gelingt die Herbstaussaat
Für Kaltkeimer eignen sich sowohl vorbereitete Beete als auch Schalen oder Töpfe. Die Erde im Beet sollte vorab gelockert und von Unkraut befreit wer-den. Wer in Gefäße sät, verwendet am besten lockere, nährstoffarme An-zuchterde.
Der passende Zeitraum liegt meist zwischen Oktober und November, solange der Boden noch bearbeitbar ist. Zu früh sollte nicht gesät werden, damit die Samen nicht bereits im Herbst keimen und die jungen Pflanzen anschließend durch Frost geschädigt werden. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) empfiehlt, die Angaben auf der Saatgutpackung zu beachten, denn Aussaatzeit-punkt, Saattiefe und Standort unterscheiden sich je nach Pflanzenart.
Vorbereitung, Aussaat und Gießen
Neben dem Kältereiz und ausreichender Feuchtigkeit spielt bei manchen Arten auch das Licht eine Rolle. Lichtkeimer werden nur leicht mit Erde bedeckt oder lediglich angedrückt. Dunkelkeimer müssen dagegen vollständig bedeckt werden, in der Regel mit einer Erdschicht, die etwa zwei- bis dreimal so dick ist wie das Samenkorn. Welche Behandlung erforderlich ist, steht auf der jeweiligen Saatgutpackung.
Im Beet gibt es zwei Möglichkeiten der Aussaat, wie der IVA erläutert:
- Bei der Direktsaat wird gleich dort gesät, wo die Staude später blühen soll. Vorab sollte geprüft werden, ob der Standort den Ansprüchen der jeweiligen Pflanze an Licht, Boden und Platz gerecht wird.
- Alternativ lassen sich Kaltkeimer in einem Anzuchtbeet säen, einer kleinen, gut vorbereiteten Fläche im Garten, die nur der Aufzucht dient. Dort sind die Jungpflanzen leichter zu pflegen und zu schützen. Das bietet sich an, wenn die Pflanzen zunächst unabhängig vom späteren Standort aufgezogen werden sollen. Ein Tipp des IVA: Eine wetter-feste Beschriftung mit Pflanzenname und Aussaatdatum hilft, die Aus-saatstelle im Frühjahr wiederzufinden.
Wer in Gefäße sät, stellt diese im Freien an einen geschützten Platz. Dort er-halten die Samen den natürlichen Kältereiz, sind aber vor starkem Regen geschützt. Die Gefäße dürfen nicht dauerhaft im Wasser stehen.
Nach der Aussaat wird vorsichtig angegossen. Über den Winter sollte die Erde regelmäßig kontrolliert werden: Sie darf nicht vollständig austrocknen, aber auch nicht dauerhaft nass sein, denn Staunässe kann die Samen schädigen und Fäulnis begünstigen.
Schutz vor Tieren, Starkregen und Spätfrost
Damit die Kaltkeimer ungestört in der Erde bleiben, schützt eine Abdeckung aus feinmaschigem Drahtgitter oder etwas Reisig die Saat vor Vögeln und Mäusen. Sie kann außerdem verhindern, dass Starkregen die Samen wegspült.
Zeigen sich im Frühjahr die ersten Keimlinge, können sie bei angekündigten Spätfrösten mit einem Vlies geschützt werden. Die Abdeckung wird wieder entfernt, sobald keine Fröste mehr drohen.
Geduld zahlt sich aus
Wann die ersten Keimlinge tatsächlich erscheinen, hängt von der Pflanzenart und vom Wetterverlauf ab. Vor allem Dauer und Schwankungen der Temperaturen sowie Frost- und Wärmephasen spielen eine Rolle. In einem milden Winter kann die Keimung früher einsetzen, während sie sich bei einzelnen Arten bis ins Frühjahr des Folgejahres oder noch länger verschieben kann. Deshalb rät der IVA dazu, Saatschalen und markierte Stellen im Beet nicht vorschnell aufzugeben.
Von der Keimung zur kräftigen Pflanze
Wer in Gefäße gesät hat, setzt die Jungpflanzen, sobald sie kräftig genug sind, in normale, lockere Pflanzerde um. Beim sogenannten Pikieren werden die dicht stehenden Sämlinge vorsichtig vereinzelt und in eigene Töpfe gesetzt. Nach dem Anwachsen kann ein schwach dosierter Flüssigdünger nach Herstellerangaben die weitere Entwicklung unterstützen. Zu frühes oder zu starkes Düngen sollte vermieden werden.
Haben sich die Jungpflanzen aus Gefäßen oder Anzuchtbeet kräftig entwickelt, werden sie an ihren endgültigen Standort umgesetzt. Zu dicht stehende Sämlinge werden zuvor vereinzelt, damit jede Pflanze genügend Platz hat. Dort brauchen sie vor allem ausreichend Licht, Wasser und einen Boden, der zu ihren Ansprüchen passt. So entstehen nach und nach abwechslungsreiche Staudenpflanzungen, im Beet ebenso wie im Kübel.
Pressekontakt:
Industrieverband Agrar e. V. (IVA)
c/o WPR COMMUNICATION
Christina Carty-Bode
Invalidenstraße 34
10115 Berlin
Tel. +49 30 440388-0
E-Mail: carty-bode@wprc.de
Maik Baumbach (IVA)
Mainzer Landstraße 55
60329 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 2556-1268
E-Mail: baumbach.iva@vci.de
Original-Content von: Industrieverband Agrar e.V. (IVA), übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/16070/6378664
Wer seinen Garten im kommenden Jahr um neue Stauden ergänzen möchte, kann schon in den kommenden Wochen mit der Aussaat beginnen. Viele Staudenarten gehören zu den sogenannten Kaltkeimern. Ihre Samen besitzen eine Keimhemmung als natürlichen Schutzmechanismus. Erst eine Kälteperiode von mehreren Wochen kann diese Keim-hemmung aufheben. Im Herbst ausgesät, verbringen die Samen den Winter im Boden und keimen je nach Pflanzenart ab Frühjahr.
Unter den Kaltkeimern finden sich zahlreiche Stauden, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Wuchshöhen, Blütenfarben und Blütezeiten vielseitig in die Gartenplanung einfügen. Je nach Art lassen sie sich mit Rosen, Gräsern, Blumenzwiebeln oder einjährigen Sommerblumen kombinieren und eignen sich für sonnige, halbschattige oder schattige Bereiche sowie für kleine Flächen und Kübel. Werden Kaltkeimer mit Pflanzen anderer Blühzeiten kombiniert, bleibt ein Beet über viele Monate attraktiv.
So gelingt die Herbstaussaat
Für Kaltkeimer eignen sich sowohl vorbereitete Beete als auch Schalen oder Töpfe. Die Erde im Beet sollte vorab gelockert und von Unkraut befreit wer-den. Wer in Gefäße sät, verwendet am besten lockere, nährstoffarme An-zuchterde.
Der passende Zeitraum liegt meist zwischen Oktober und November, solange der Boden noch bearbeitbar ist. Zu früh sollte nicht gesät werden, damit die Samen nicht bereits im Herbst keimen und die jungen Pflanzen anschließend durch Frost geschädigt werden. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) empfiehlt, die Angaben auf der Saatgutpackung zu beachten, denn Aussaatzeit-punkt, Saattiefe und Standort unterscheiden sich je nach Pflanzenart.
Vorbereitung, Aussaat und Gießen
Neben dem Kältereiz und ausreichender Feuchtigkeit spielt bei manchen Arten auch das Licht eine Rolle. Lichtkeimer werden nur leicht mit Erde bedeckt oder lediglich angedrückt. Dunkelkeimer müssen dagegen vollständig bedeckt werden, in der Regel mit einer Erdschicht, die etwa zwei- bis dreimal so dick ist wie das Samenkorn. Welche Behandlung erforderlich ist, steht auf der jeweiligen Saatgutpackung.
Im Beet gibt es zwei Möglichkeiten der Aussaat, wie der IVA erläutert:
- Bei der Direktsaat wird gleich dort gesät, wo die Staude später blühen soll. Vorab sollte geprüft werden, ob der Standort den Ansprüchen der jeweiligen Pflanze an Licht, Boden und Platz gerecht wird.
- Alternativ lassen sich Kaltkeimer in einem Anzuchtbeet säen, einer kleinen, gut vorbereiteten Fläche im Garten, die nur der Aufzucht dient. Dort sind die Jungpflanzen leichter zu pflegen und zu schützen. Das bietet sich an, wenn die Pflanzen zunächst unabhängig vom späteren Standort aufgezogen werden sollen. Ein Tipp des IVA: Eine wetter-feste Beschriftung mit Pflanzenname und Aussaatdatum hilft, die Aus-saatstelle im Frühjahr wiederzufinden.
Wer in Gefäße sät, stellt diese im Freien an einen geschützten Platz. Dort er-halten die Samen den natürlichen Kältereiz, sind aber vor starkem Regen geschützt. Die Gefäße dürfen nicht dauerhaft im Wasser stehen.
Nach der Aussaat wird vorsichtig angegossen. Über den Winter sollte die Erde regelmäßig kontrolliert werden: Sie darf nicht vollständig austrocknen, aber auch nicht dauerhaft nass sein, denn Staunässe kann die Samen schädigen und Fäulnis begünstigen.
Schutz vor Tieren, Starkregen und Spätfrost
Damit die Kaltkeimer ungestört in der Erde bleiben, schützt eine Abdeckung aus feinmaschigem Drahtgitter oder etwas Reisig die Saat vor Vögeln und Mäusen. Sie kann außerdem verhindern, dass Starkregen die Samen wegspült.
Zeigen sich im Frühjahr die ersten Keimlinge, können sie bei angekündigten Spätfrösten mit einem Vlies geschützt werden. Die Abdeckung wird wieder entfernt, sobald keine Fröste mehr drohen.
Geduld zahlt sich aus
Wann die ersten Keimlinge tatsächlich erscheinen, hängt von der Pflanzenart und vom Wetterverlauf ab. Vor allem Dauer und Schwankungen der Temperaturen sowie Frost- und Wärmephasen spielen eine Rolle. In einem milden Winter kann die Keimung früher einsetzen, während sie sich bei einzelnen Arten bis ins Frühjahr des Folgejahres oder noch länger verschieben kann. Deshalb rät der IVA dazu, Saatschalen und markierte Stellen im Beet nicht vorschnell aufzugeben.
Von der Keimung zur kräftigen Pflanze
Wer in Gefäße gesät hat, setzt die Jungpflanzen, sobald sie kräftig genug sind, in normale, lockere Pflanzerde um. Beim sogenannten Pikieren werden die dicht stehenden Sämlinge vorsichtig vereinzelt und in eigene Töpfe gesetzt. Nach dem Anwachsen kann ein schwach dosierter Flüssigdünger nach Herstellerangaben die weitere Entwicklung unterstützen. Zu frühes oder zu starkes Düngen sollte vermieden werden.
Haben sich die Jungpflanzen aus Gefäßen oder Anzuchtbeet kräftig entwickelt, werden sie an ihren endgültigen Standort umgesetzt. Zu dicht stehende Sämlinge werden zuvor vereinzelt, damit jede Pflanze genügend Platz hat. Dort brauchen sie vor allem ausreichend Licht, Wasser und einen Boden, der zu ihren Ansprüchen passt. So entstehen nach und nach abwechslungsreiche Staudenpflanzungen, im Beet ebenso wie im Kübel.
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