Osnabrück (ots) -
Vor dem ersten deutschen Jugend-Protesttag an Halloween hat der Bundesschülerkongress (BSK) vor Gewalt und Ausschreitungen wie in den Nachbarländern gewarnt. "Wir befürchten eine Entwicklung wie in Frankreich und wollen nicht, dass die Anliegen junger Menschen dadurch in den Hintergrund geraten", sagte Lilli Berthold, Vize-Generalsekretärin und kommissarische Sprecherin des BSK, im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). "Unsere Sorge ist nicht, dass die Organisatoren selbst Gewalt wollen. Wir befürchten aber, dass andere Akteure solche Demonstrationen für ihre eigenen Zwecke nutzen könnten. Wenn das passiert, lässt sich vor Ort womöglich nicht mehr sauber trennen: Wer gehört zu wem, und wer steht für welche Forderung?"
Neben anderen Gruppen hat auch das Bündnis "Gen Z regelt" für diesen Samstag zu einem bundesweiten Protesttag aufgerufen. Es sieht den Funken aus Frankreich bereits übergesprungen. Das Positionspapier von "Gen Z regelt" kritisiert neben "kaputten Schulen" auch "Wehrpflicht und Musterung" sowie "mehr Überwachung". "Auch der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern könnte auf solchen Demonstrationen zum Streitpunkt werden", sagte Berthold zu "noz".
Das vorherrschende Gefühl Jugendlicher in Deutschland sei "Resignation", so die Bundesschülersprecherin weiter, und das aus nachvollziehbaren Gründen: "Beim Wehrdienst wird über sie entschieden, bei der Rente haben sie kaum eine Stimme. Beim Klimaschutz erleben sie, dass das Thema wieder in den Hintergrund gerückt ist." Auch aus der Coronazeit sei das Gefühl geblieben, mit den eigenen Bedürfnissen nicht ausreichend vorgekommen zu sein. Das spiele der AfD in die Hände: "Die Unzufriedenheit ist da. Nur äußert sich politischer Frust nicht automatisch in Demonstrationen", sagte Berthold. "Der Ärger kann sich auch im Privaten aufstauen und irgendwann an der Wahlurne zeigen. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben junge Leute schon genauso stark die AfD gewählt wie die älteren Generationen."
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Telefon: +49(0)541/310 207
Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/58964/6379193
Vor dem ersten deutschen Jugend-Protesttag an Halloween hat der Bundesschülerkongress (BSK) vor Gewalt und Ausschreitungen wie in den Nachbarländern gewarnt. "Wir befürchten eine Entwicklung wie in Frankreich und wollen nicht, dass die Anliegen junger Menschen dadurch in den Hintergrund geraten", sagte Lilli Berthold, Vize-Generalsekretärin und kommissarische Sprecherin des BSK, im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). "Unsere Sorge ist nicht, dass die Organisatoren selbst Gewalt wollen. Wir befürchten aber, dass andere Akteure solche Demonstrationen für ihre eigenen Zwecke nutzen könnten. Wenn das passiert, lässt sich vor Ort womöglich nicht mehr sauber trennen: Wer gehört zu wem, und wer steht für welche Forderung?"
Neben anderen Gruppen hat auch das Bündnis "Gen Z regelt" für diesen Samstag zu einem bundesweiten Protesttag aufgerufen. Es sieht den Funken aus Frankreich bereits übergesprungen. Das Positionspapier von "Gen Z regelt" kritisiert neben "kaputten Schulen" auch "Wehrpflicht und Musterung" sowie "mehr Überwachung". "Auch der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern könnte auf solchen Demonstrationen zum Streitpunkt werden", sagte Berthold zu "noz".
Das vorherrschende Gefühl Jugendlicher in Deutschland sei "Resignation", so die Bundesschülersprecherin weiter, und das aus nachvollziehbaren Gründen: "Beim Wehrdienst wird über sie entschieden, bei der Rente haben sie kaum eine Stimme. Beim Klimaschutz erleben sie, dass das Thema wieder in den Hintergrund gerückt ist." Auch aus der Coronazeit sei das Gefühl geblieben, mit den eigenen Bedürfnissen nicht ausreichend vorgekommen zu sein. Das spiele der AfD in die Hände: "Die Unzufriedenheit ist da. Nur äußert sich politischer Frust nicht automatisch in Demonstrationen", sagte Berthold. "Der Ärger kann sich auch im Privaten aufstauen und irgendwann an der Wahlurne zeigen. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben junge Leute schon genauso stark die AfD gewählt wie die älteren Generationen."
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