DJ NIM: Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Erholung der Kauflaune in Deutschland kommt weiterhin nicht voran. Nach dem Rückschlag im Vormonat stabilisiert sich das Konsumklima momentan auf niedrigem Niveau. Der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Indikator prognostiziert für November einen kleinen Rückgang um 0,2 Zähler auf minus 30,8 Punkte (Vormonat: minus 30,6 Punkte).
Das Ergebnis deckt sich exakt mit den Erwartungen der Analysten: Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf minus 30,8 Punkte erwartet. Vor einem Jahr lag der Indikator noch bei minus 22,5 Punkten.
"Die Verbraucher blicken zwar zunehmend optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung, doch beim Blick in den eigenen Geldbeutel überwiegt weiterhin die Skepsis", erklärte Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. "Wachsende Inflationssorgen und verhaltene Einkommensaussichten bremsen die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, auch wenn die Sparneigung etwas sinkt. Auch der Tankrabatt sorgt offenbar nicht für die erhoffte Erleichterung." Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung sei da, aber die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, ziehe bislang noch nicht mit.
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die im Vormonat regelrecht eingebrochen waren, gehen trotz gestiegener Teuerungsrate diesmal nur leicht zurück. Der Indikator verliert 0,7 Zähler und fällt auf minus 15,7 Punkte. Trotz des erneut eingeführten Tankrabatts zeichnet sich nach dem deutlichen Vormonatsrückgang bislang lediglich eine Stabilisierung ab; eine spürbare Gegenbewegung bleibt aus.
Die Anschaffungsneigung kann von der nachlassenden Sparneigung nicht profitieren und trübt sich weiter ein. Der Indikator verliert etwas mehr als einen Punkt und weist nun 11,9 Zähler auf.
Belastet wird die Kauflaune maßgeblich von den Preiserwartungen der Haushalte: Die Inflationsrate war im September durch anziehende Kraftstoffpreise auf 3,3 Prozent gestiegen - den höchsten Stand seit Dezember 2023. Entsprechend signalisiert der Preisindikator, dass die Verbraucher wieder mit einer höheren Inflation rechnen.
Die Sparneigung ist unterdessen rückläufig: Nach dem deutlichen Anstieg im letzten Monat sinkt der Indikator nun um 4,3 Zähler auf 17,2 Punkte. Obwohl sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt, federt der leichte Rückgang den Abwärtsdruck auf das Konsumklima etwas ab.
Der Blick auf die Gesamtwirtschaft hellt sich dagegen spürbar auf: Die Konjunkturerwartung verbessert sich zum sechsten Mal in Folge. Mit einem Plus auf 2,1 Punkte klettert der Indikator erstmals seit Ausbruch des Irankriegs wieder über die Nulllinie und signalisiert einen zunehmenden Konjunkturoptimismus der Bundesbürger.
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October 28, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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