Khartum/Berlin (ots) -
Mehr als die Hälfte der untersuchten Kinder in Jebel Marra im sudanesischen Bundesstaat Zentral-Darfur ist laut neuen Daten von Save the Children chronisch mangelernährt. Der anhaltende Konflikt und die Folgen des Wetterphänomens El Niño verschärfen die Hungerkrise in der Region.
Die Erhebung von Save the Children unter 581 Haushalten zeigt zudem, dass 15 Prozent der Kinder von akuter Mangelernährung betroffen sind. Beide Formen der Mangelernährung können lebenslange Folgen für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern haben.
"Wenn mehr als jedes zweite untersuchte Kind chronisch mangelernährt ist, zeigt das, wie dramatisch die Lage für Kinder geworden ist", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, der in diesem Jahr den Sudan besuchte, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. "Der Konflikt hat Existenzen zerstört und die lebenswichtige Versorgung für Millionen von Menschen stark eingeschränkt. Jetzt kommt die Dürre hinzu: Ernten bleiben aus, Wasser wird knapper und immer mehr Familien wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen."
In der einst fruchtbaren Region Jebel Marra haben Konflikt und Dürre zu einer schweren Hungerkrise beigetragen. Gleichzeitig fehlt es an ausreichender Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Insgesamt waren 69 Prozent der befragten Haushalte auf unsicheres Wasser angewiesen und mehr als vier von zehn Kindern (43 Prozent) waren in den zwei Wochen vor der Erhebung krank.
"Die Ergebnisse zeigen deutlich: Kinder brauchen jetzt ausreichend Nahrung, Gesundheitsversorgung und sauberes Wasser. Dafür müssen Hilfsorganisationen die betroffenen Regionen sicher und ungehindert erreichen können", ergänzt Florian Westphal. "Doch Nothilfe allein reicht nicht: Wir müssen Kinder langfristig besser vor Hunger und Mangelernährung schützen."
Die Auswirkungen der Dürre und der Hungerkrise sind auch über Darfur hinaus zu spüren. Im sudanesischen Gedaref verlor der sieben Monate alte Hamza* kurz nach seiner Geburt seine Mutter. Als er an schwerer akuter Mangelernährung erkrankte, wurde er in einem von Save the Children unterstützten Stabilisierungszentrum behandelt. Heute ist er auf dem Weg der Besserung. "Er lächelt, spielt und wirkt wie ein ganz anderes Kind", sagt seine Großmutter Khadija*.
Der globale Hungerindikator "Integrated Food Security Phase Classification" (IPC) warnte erst kürzlich, dass Konflikte, Vertreibungen und die durch El Niño verursachte schwere Dürre das Risiko einer Hungersnot in Teilen der Regionen Darfur und Kordofan erhöhen. Insgesamt sind nach Angaben des Welternährungsprogramms mindestens 19 Millionen Menschen, also zwei von fünf Menschen im Sudan, von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Rund 11 Millionen Menschen mussten infolge des anhaltenden Konfliktes aus ihrer Heimat fliehen.
Save the Children ist seit 1983 im Sudan tätig und unterstützt in 14 der 18 Bundesstaaten Kinder und Familien, die von Konflikten, Vertreibung, extremer Armut und Hunger betroffen sind. Die Kinderrechtsorganisation bietet unter anderem medizinische Versorgung, Ernährungshilfe, psychosoziale Unterstützung und Bildungsangebote an.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6379506
Mehr als die Hälfte der untersuchten Kinder in Jebel Marra im sudanesischen Bundesstaat Zentral-Darfur ist laut neuen Daten von Save the Children chronisch mangelernährt. Der anhaltende Konflikt und die Folgen des Wetterphänomens El Niño verschärfen die Hungerkrise in der Region.
Die Erhebung von Save the Children unter 581 Haushalten zeigt zudem, dass 15 Prozent der Kinder von akuter Mangelernährung betroffen sind. Beide Formen der Mangelernährung können lebenslange Folgen für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern haben.
"Wenn mehr als jedes zweite untersuchte Kind chronisch mangelernährt ist, zeigt das, wie dramatisch die Lage für Kinder geworden ist", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, der in diesem Jahr den Sudan besuchte, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. "Der Konflikt hat Existenzen zerstört und die lebenswichtige Versorgung für Millionen von Menschen stark eingeschränkt. Jetzt kommt die Dürre hinzu: Ernten bleiben aus, Wasser wird knapper und immer mehr Familien wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen."
In der einst fruchtbaren Region Jebel Marra haben Konflikt und Dürre zu einer schweren Hungerkrise beigetragen. Gleichzeitig fehlt es an ausreichender Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Insgesamt waren 69 Prozent der befragten Haushalte auf unsicheres Wasser angewiesen und mehr als vier von zehn Kindern (43 Prozent) waren in den zwei Wochen vor der Erhebung krank.
"Die Ergebnisse zeigen deutlich: Kinder brauchen jetzt ausreichend Nahrung, Gesundheitsversorgung und sauberes Wasser. Dafür müssen Hilfsorganisationen die betroffenen Regionen sicher und ungehindert erreichen können", ergänzt Florian Westphal. "Doch Nothilfe allein reicht nicht: Wir müssen Kinder langfristig besser vor Hunger und Mangelernährung schützen."
Die Auswirkungen der Dürre und der Hungerkrise sind auch über Darfur hinaus zu spüren. Im sudanesischen Gedaref verlor der sieben Monate alte Hamza* kurz nach seiner Geburt seine Mutter. Als er an schwerer akuter Mangelernährung erkrankte, wurde er in einem von Save the Children unterstützten Stabilisierungszentrum behandelt. Heute ist er auf dem Weg der Besserung. "Er lächelt, spielt und wirkt wie ein ganz anderes Kind", sagt seine Großmutter Khadija*.
Der globale Hungerindikator "Integrated Food Security Phase Classification" (IPC) warnte erst kürzlich, dass Konflikte, Vertreibungen und die durch El Niño verursachte schwere Dürre das Risiko einer Hungersnot in Teilen der Regionen Darfur und Kordofan erhöhen. Insgesamt sind nach Angaben des Welternährungsprogramms mindestens 19 Millionen Menschen, also zwei von fünf Menschen im Sudan, von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Rund 11 Millionen Menschen mussten infolge des anhaltenden Konfliktes aus ihrer Heimat fliehen.
Save the Children ist seit 1983 im Sudan tätig und unterstützt in 14 der 18 Bundesstaaten Kinder und Familien, die von Konflikten, Vertreibung, extremer Armut und Hunger betroffen sind. Die Kinderrechtsorganisation bietet unter anderem medizinische Versorgung, Ernährungshilfe, psychosoziale Unterstützung und Bildungsangebote an.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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