WIEN (dpa-AFX) - Nach der Erholung zum Wochenstart hat der Wiener Aktienmarkt am Mittwoch ein gemächlicheres Tempo eingeschlagen. Zurückhaltung herrschte vor den geldpolitischen Entscheidungen in den USA und der Eurozone. Gegenwind kam zudem von den wieder gestiegenen Öl- und Gaspreisen, die angesichts der Wahl in Israel und eines Medienberichts über mögliche US-Angriffe auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen Anfang November anzogen.
Letztlich stieg der ATX um 0,15 Prozent auf 6.439,59 Punkte. Bereits am Dienstag hatte der österreichische Leitindex spürbar zugelegt, auch wenn die schwache Vorwoche noch nicht zur Gänze ausgebügelt ist. Für den ATX Prime ging es um 0,18 Prozent auf 3.162,66 Zähler hinauf. Auch das europäische Umfeld schloss ohne klare Richtung.
Bezüglich der Zinsentscheidung der Fed am Mittwochabend erwarten die Experten der Helaba eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus, wenngleich die fundamentalen Rahmenbedingungen ambivalente Argumente liefern würden. Einer hohen Inflationsrate und der robusten Lage am Arbeitsmarkt etwa stünden bereits gestiegene Kapitalmarktrenditen sowie eine schwache Konsumstimmung gegenüber, so die Ökonomen. Am Donnerstag steht dann der Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der Agenda.
Im ATX gewannen Palfinger-Aktien nach Quartalszahlen 2,2 Prozent. Dabei sank das Betriebsergebnis (Ebit) in den ersten drei Quartalen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5,8 Prozent auf 120,7 Millionen Euro zurück. Der Umsatz erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Erste-Analyst Daniel Lion sprach von soliden Zahlen angesichts der schwachen Nachfrage in den Kernmärkten Deutschland und USA.
AT&S-Aktien gingen nach einem freundlichen Verlauf unverändert aus dem Geschäft. Starke Zahlen des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix konnten nur vorübergehend stützen.
Inzwischen kürzte die Deutsche Bank ihr Ziel für die Lenzing-Aktien mit Verweis auf die zuletzt durchgeführte Kapitalerhöhung deutlich auf 12,70 Euro zusammen. Analyst Lars Vom-Cleff bewertet die neue strategische Ausrichtung des Faserherstellers aber mittelfristig als positiv. Der Lenzing-Kurs erholte sich um 8,1 Prozent auf 10,70 Euro.
CA Immo-Aktien schlossen 2,1 Prozent tiefer bei 21 Euro. Die Erste Group hatte die Papiere auf "Hold" abgestuft und ihr Kursziel auf 23,60 Euro gesenkt.
Außerhalb des Leitindex legten RHI Magnesita (RHIM) um 4,8 Prozent zu. Der Feuerfestkonzern, der seit längerem eine Übernahme des britischen Konkurrenten Vesuvius anstrebt, sprach von erheblichen Fortschritten in den Verhandlungen. So habe man sich unter anderem grundsätzlich bei kartellrechtlichen Fragen geeinigt. Ein verbindliches Angebot gibt es aber noch nicht. Vesuvius verlängerte nun die Frist, bis zu der RHIM ein formelles Angebot ankündigen oder sich zurückziehen muss, bis zum 24. November./spa/mik/APA/jha
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