DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
US-Notenbank belässt Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent
Die Federal Reserve hat ihren Leitzins wie erwartet auf dem aktuellen Niveau belassen. Der Leitzins liegt damit weiter in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, wie der Offenmarktausschuss (FOMC) mitteilte. Börsianer und Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Der Beschluss fiel mit zwei Gegenstimmen. Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die Präsidentin der Fed von Cleveland, Beth Hammack, votierten für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Hammack hat sich bereits zuvor für eine straffere Geldpolitik ausgesprochen, zuletzt im Juli. Sie argumentierte, die Fed sollte jetzt geringere Anpassungen vornehmen, um später größere - und möglicherweise destabilisierendere - Zinserhöhungen zu vermeiden. Die abweichende Meinung von Cook ist ihre erste seit mehr als vier Jahren im FOMC.
Warshs geplantes Strategietreffen ist wichtigste Erkenntnis der US-Notenbank
Die große Neuigkeit aus der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank ist die Entscheidung des Vorsitzenden Warsh, Zinsentscheidungen für eines der acht Treffen der US-Notenbank im nächsten Jahr von der Tagesordnung zu nehmen, schreiben die Analysten von BMO in einem Kommentar. Ab dem nächsten Herbst werde eines der Treffen des Offenmarktausschusses ausschließlich der langfristigen Strategie gewidmet sein, so Warsh, der keine weiteren Details nannte. "The specifics of what will be discussed at the 'strategy' or 'non-live' meetings weren't revealed and likely won't be known for some time," schreiben die Analysten. Warsh sagte, er hoffe, im Jahr 2028 zwei solcher Treffen abhalten zu können.
Straffere Finanzierungsbedingungen beruhigen Warsh von der US-Notenbank etwas
Der Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, hat offenbar eine gewisse Beruhigung darin gefunden, dass sich die Finanzierungsbedingungen seit der jüngsten Sitzung verschärft haben, hat sie jedoch nicht als straff bezeichnen wollen, meint Greg Gizzi von Nomura Asset Management International. "Die US-Notenbank scheint bereit zu sein, einen methodischen Ansatz zu verfolgen, aber es bleibt noch Arbeit zu tun, um die Inflation wieder auf ihr Ziel zu bringen", sagt der CIO für festverzinsliche Wertpapiere und Leiter für Kommunalanleihen. Nomura geht davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen weiterhin anheben muss, um ihr Inflationsziel zu erreichen.
Chancen für Zinserhöhung der Fed im Dezember bestehen nach Pause am Mittwoch fort
Nachdem die US-Notenbank die Zinsen am Mittwoch wie erwartet unverändert gelassen hat, glaube der Markt weiterhin größtenteils, dass es im Dezember zu einer weiteren Zinserhöhung kommen werde, meint Larry Holzenthaler von Catalyst Fund. "Mit zwei Gegenstimmen müsste man davon ausgehen, dass eine Zinserhöhung im Dezember eine Gewissheit ist", meint der Senior Portfolio Manager. "Die Äußerungen von Vorsitzendem Kevin Warsh scheinen zudem darauf hinzudeuten, dass der Hauptfokus der Fed auf der Preisstabilität liegt und nicht auf dem Arbeitsmarkt", meint er. Holzenthaler meint, er würde "angesichts seiner Äußerungen sicherlich nicht davon ausgehen, dass die Fed mit den Zinserhöhungen fertig ist". Die Geldmärkte preisen laut LSEG eine Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Dezember-Sitzung ein.
Bessent: Zukünftige Fed-Zinserhöhungen wären nicht zwangsläufig ein Fehler
Finanzminister Scott Bessent hat erklärt, er und Präsident Trump hätten Vertrauen in die Fähigkeit von Fed-Chairman Kevin Warsh, das duale Mandat der Fed aus Vollbeschäftigung und Preisstabilität auszubalancieren. Bessent sagte, die Fed solle in Bezug auf den vorübergehenden Charakter des Energieangebotschocks 'offen bleiben'. Auf die Frage, ob er künftige Zinserhöhungen als geldpolitischen Fehler betrachten würde, sagte Bessent, das sei nicht zwingend der Fall. "Die Fed hat, so glaube ich, heute in ihrer Erklärung ihre Wortwahl verschärft", sagte Bessent auf CNBC nach der Entscheidung des Ausschusses, die Zinsen unverändert zu lassen. "Sie schienen anzudeuten, dass sie glauben, dass sich die Wirtschaft beschleunigt... ich habe das noch nicht gesehen, aber ich denke, wir werden eine starke BIP-Zahl für das dritte Quartal bekommen", fügte Bessent hinzu.
Sechste Zinserhöhung der RBA im Dezember ein hohes Risiko
Während sich die australischen Finanzmärkte auf eine nahezu sichere Zinserhöhung auf der geldpolitischen Sitzung der Reserve Bank of Australia in der nächsten Woche eingestellt haben, sollte eine weitere Erhöhung im Dezember in Betracht gezogen werden. Shane Oliver, Chefökonom bei AMP, meint, ein solches Szenario sei "ein hohes Risiko". Dennoch sei dies nicht sein Basisszenario. Eine Zinserhöhung in der nächsten Woche sollte ausreichen, um die RBA vorerst pausieren zu lassen. Wenn die Notenbank die Zinsen erneut anheben wolle, könnte sie sich dafür entscheiden, bis Februar zu warten, nachdem sie die Zinsen gerade in zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen angehoben habe, um die Auswirkungen zu bewerten, meint Oliver.
RBA dürfte sich nach nächster Woche zurücklehnen
Sollte die Reserve Bank of Australia bei ihrer geldpolitischen Sitzung in der nächsten Woche eine zweite Zinserhöhung in Folge beschließen, dürften sich die Währungshüter eher zurücklehnen und den Schaden der diesjährigen Erhöhungen begutachten, anstatt eine sechste anzustreben, meint Ivan Colhoun, Ökonom bei Marex. Die anstehenden Inflationsdaten für Oktober könnten dies jedoch ändern, fügt er hinzu. Die vollen Auswirkungen der früheren Zinserhöhungen seien noch nicht vollständig zu spüren, meint Colhoun. Da die Bundesregierung zudem über die Ankündigung von Ausgabenkürzungen im Dezember spreche, werde die RBA wahrscheinlich abwarten wollen, um das Ausmaß des Sparwillens von Canberra zu beurteilen.
Ölpreise fallen - Händler wägen Risiken im Nahen Osten ab
ANZ Research schreibt in einer Research Note, dass die Ölpreise im frühen asiatischen Handel nach einem festeren Schlusskurs am Vorabend nachgeben. US-Vizepräsident JD Vance bemühe sich um einen der einflussreichsten Hardliner Irans, um die Friedensverhandlungen wiederzubeleben, trotz der Drohung von Präsident Trump, den Krieg nach den Zwischenwahlen in der nächsten Woche wieder aufzunehmen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Vertreter und mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Risiken für die Ölpreise blieben erhöht, da die Energieinfrastruktur Saudi-Arabiens wiederholt von den im Jemen ansässigen Huthi-Rebellen angegriffen werde, so die Analysten von ANZ Research weiter. Die Terminkontrakte für die US-Leichtölsorte WTI mit Fälligkeit im vorderen Monat notieren laut ICE-Daten um 0,7 Prozent niedriger bei 102,10 US-Dollar je Barrel, während die Nordseesorte Brent um 0,6 Prozent auf 114,60 US-Dollar je Barrel nachgibt.
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October 29, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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