WIESBADEN (dpa-AFX) - Nach einem starken ersten Halbjahr hat das Niedrigwasser im Sommer die Erholung der deutschen Wirtschaft ins Stocken gebracht. Volkswirte rechnen überwiegend mit einer Stagnation für das dritte Quartal, allenfalls ein Mini-Plus von 0,1 Prozent gilt als möglich. An diesem Freitag (10.00 Uhr) legt das Statistische Bundesamt erste Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Juli bis September vor.
Niedrige Pegelstände am Rhein haben die Binnenschifffahrt gebremst und Lieferketten der Industrie beeinträchtigt. Auch die Exporte entwickelten sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte schwächer. Kaum Wachstumsimpulse dürften im dritten Quartal vom privaten Konsum ausgegangen sein: Vor allem hohe Energiepreise sind für Verbraucher seit Monaten eine Belastung.
In den ersten beiden Quartalen des Jahres hatte die deutsche Wirtschaftsleistung zum Vorquartal um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent zugelegt. Auch im laufenden vierten Quartal wird mit einem deutlichen Plus gerechnet. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt weiter verbessert - laut Ifo-Institut den sechsten Monat in Folge. Die Erwartungen, dass sich das Exportgeschäft belebt, sind nach jüngster Erhebung des Münchner Instituts so gut wie seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 nicht mehr./ben/als/DP/jha
