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MORNING BRIEFING - USA/Asien

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

TAGESTHEMA

Die Bayer-Tochter Monsanto hat im Milliardenrechtsstreit um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat das nach eigener Darstellung erste Verfahren seit der richtungsweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gewonnen. Ein Geschworenengericht in Missouri habe im Fall Aretino et al zugunsten von Monsanto entschieden, teilte der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern mit, der den Glyphosat-Hersteller vor Jahren geschluckt hatte.

Im Juni 2026 hatte der von Bayer angerufene Supreme Court in einem anderen Verfahren entschieden, dass Klagen wegen fehlender Warnhinweise zu möglichen Krebsrisiken nach dem Recht einzelner US-Bundesstaaten durch das Bundesrecht ausgeschlossen sind.

Das Urteil im Fall Aretino zeige nun, dass die Klägerseite nach der Supreme-Court-Entscheidung keine Beweise für alternative Klagebegründungen vorlegen könne, erklärte Bayer. "Dieses Urteil sollte ein starkes Signal für die Kläger sein, die auch nach dem Urteil des Supreme Court vor Gericht ziehen wollen", sagte Bill Dodero, der Chef der Bayer-Rechtsabteilung in den USA. "Es gibt dafür erhebliche Hürden, sowohl was die Begründung der Klagen betrifft als auch die Beweislage vor Gericht."

AUSBLICK UNTERNEHMEN +

11:00 US/Chevron Corp, Ergebnis 3Q

11:45 US/Abbvie Inc, Ergebnis 3Q

12:00 IT/Intesa Sanpaolo SpA, Ergebnis 3Q

12:30 US/Exxon Mobil Corp, Ergebnis 3Q

AUSBLICK KONJUNKTUR

- CA 
  13:30 Bruttoinlandsprodukt (BIP) monatlich August 
     PROGNOSE: +0,2% gg Vm 
     zuvor:   0,0% gg Vm 
- US 
  13:30 Arbeitskostenindex 3Q 
     PROGNOSE:  +0,8% gg Vq 
     2. Quartal: +0,9% gg Vq 
 
  14:45 Index Einkaufsmanager Chicago Oktober 
     PROGNOSE: 56,0 
     zuvor:  58,8 
 

ÜBERSICHT INDIZES

Index             zuletzt +/- % 
E-Mini-Future S&P-500    7.687,00  -0,9 
E-Mini-Future Nasdaq-100  29.013,75  -1,9 
S&P/ASX 200 (Sydney)     8.908,10  +0,2 
Topix-500 (Tokio)      3.965,07  -1,0 
Kospi (Seoul)        5.730,74  -3,5 
Shanghai-Composite      3.612,03  -1,1 
Hang-Seng-Index (Hongkong) 23.326,95  +1,6 
 

FINANZMÄRKTE

OSTASIEN (VERLAUF)

Uneinheitlich präsentieren sich die Börsen in Ostasien und Australien am Freitag. Negative Vorgaben der US-Aktienmärkte lasten in vielen Fällen auf den Kursen. Beobachter sprechen von wieder erwachten Zweifeln an der Tragfähigkeit der gewaltigen KI-Investitionen, nachdem die Zahlen der Google-Mutter Alphabet gezeigt hatten, dass KI-basierte Suchen bislang wenig lukrativ sind. Die Befürchtung einer neuerlichen Eskalation des Iran-Kriegs lässt derweil den Ölpreis nach einem Rücksetzer am Vortag wieder steigen, was die Börsen der Region zusätzlich belastet. In Tokio wird die Stimmung gedämpft von Zinserhöhungssorgen. Die Bank of Japan hat erwartungsgemäß den Leitzins unverändert belassen. Allerdings hat sie ihre Inflationsprognose für das laufende Fiskaljahr angehoben. Zudem deuten die am Freitag veröffentlichten Verbraucherpreisdaten für den Großraum Tokio darauf hin, dass die BoJ bei ihrer Sitzung im Dezember die Zinsen anheben dürfte. Die japanische Industrieproduktion stieg derweil im September stärker als angenommen. Aktien von Softbank Group, einem prominenten KI-Investor, fallen um 5,3 Prozent. Im Chipsektor büßen Advantest, Lasertec und Kioxia 6, 9,2 und 6,3 Prozent ein. Die Aktien der Chipgiganten und Indexschwergewichte SK Hynix und Samsung verbilligen sich in Seoul um 6,3 und 2,3 Prozent. Samsung waren schon am Donnerstag in Reaktion auf die Zahlen des Unternehmens unter Druck geraten. Nach Zahlenvorlage geht es mit China Petroleum & Chemical (Sinopec) in Hongkong um 4 Prozent aufwärts. Im Technologiesektor verbessern sich Xiaomi um 4,4 und Meituan um 5,4 Prozent. Unter den Einzelwerten in Sydney brachen die Aktien der Supermarktkette Coles nach Zahlenvorlage um 7,7 Prozent ein. Die Aktien des Wettbewerbers Woolworths stiegen um 1,9 Prozent. Im Bergbausektor fielen Rio Tinto um 2,9 Prozent. Das Unternehmen hat die Untertageförderung in der Kupfermine Oyu Tolgoi wegen eines "seismischen" Ereignisses unterbrochen.

WALL STREET

INDEX        Schluss +/- % 
Dow-Jones     52.342,56  -0,3 
S&P-500      7.720,39  -0,3 
Nasdaq Composite 26.184,72  -1,4 
 
Umsatzdaten 
           Donnerstag Mittwoch 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,32 Mrd  1,28 Mrd 
Gewinner       1.914   1.227 
Verlierer       782   1.484 
Unverändert       74     73 
 

Leichter - Der enttäuschende Quartalsausweis der Google-Mutter Alphabet befeuerte die Furcht vor einer KI-Blase und belastete vor allem den Technologiesektor. Trotz eines kräftig gestiegenen Umsatzes im Cloud-Computing-Geschäft verfehlte der Konzernumsatz die Konsensschätzungen. Auch der deutlich negative Cashflow als Folge der massiven Investitionen in den Ausbau der KI-Kapazitäten stoße bei den Anleger auf Skepsis. Der Kurs brach um 12,6 Prozent ein. Der schlechten Stimmung konnten sich auch Microsoft (-0,2%) nicht entziehen, trotz starker Zahlen. Besser als erwartet hatte ferner die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile (-0,5%) abgeschnitten, im späten Handel senkten jedoch einige große Häuser die Kursziele. Auch die Zahlen des Pharmakonzerns Merck & Co (+3,8%) überraschten positiv. Eine ungebrochen starke Nachfrage nach den Diabetes- und Gewichtsreduktionsmedikamenten von Eli Lilly (+6,6%) verhalf dem Unternehmen zu einem Umsatz und Gewinn deutlich über den Markterwartungen. Auch der Ausblick übertraf den Analystenkonsens. Nach Vorlage "mäßiger" Geschäftszahlen und einem pessimistischen Ausblick stürzten Softwarenow um 27 Prozent ab. Caterpillar gaben 9,3 Prozent ab, nachdem der Umsatz hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries  Rendite +/- 
2 Jahre     4,65 -0,08 
10 Jahre     4,99 -0,06 
30 Jahre     5,33 -0,03 
 

Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel um 6 Basispunkte auf 4,99 Prozent. Die US-Konjunkturdaten sähen nur auf den ersten Blick robust aus, so Chris Osmond von Fifth Third Wealth Advisors. Er sah in den Daten jedoch Hinweise auf eine sich abschwächende Nachfrage. Auch die Furcht vor einer KI-Blase habe Anleger auf Suche nach Sicherheit an den Anleihemarkt geführt, hieß es.

DEVISENMARKT

DEVISEN         zuletzt +/- %   00:00  Do, 8:49 Uhr % YTD 
EUR/USD          1,1183  +0,0   1,1178     1,1143  -4,8 
EUR/JPY          176,15  -0,1   176,29     175,91  -4,3 
EUR/GBP          0,8349  -0,1   0,8354     0,8362  -4,2 
USD/JPY          157,49  -0,1   157,69     157,85  +0,5 
USD/KRW         1.333,80  -0,4  1.339,28    1.336,12  -7,4 
USD/CNY          6,6577  -0,1   6,6610     6,6613  -4,8 
USD/CNH          6,6536  -0,0   6,6558     6,6575  -4,6 
USD/HKD          7,8445  -0,0   7,8458     7,8457  +0,8 
AUD/USD          0,7028  +0,0   0,7027     0,7043  +5,3 
NZD/USD          0,5635  +0,0   0,5633     0,5619  -2,1 
BTC/USD        78.425,04  -0,5 78.840,68    79.754,78 -10,6 
 

Der Dollar gab im Gefolge der gesunkenen Anleiherenditen etwas nach. Der Dollarindex sank um 0,1 Prozent - der Euro gewann 0,2 Prozent auf 1,1181 Dollar.

ROHSTOFFE

METALLE

Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          3.989,57  -0,8   -30,85    4.020,42 
Silber           50,92  -2,8   -1,47      52,39 
Platin         1.442,38  -3,0   -45,37    1.487,75 
 

Gold profitierte nicht von gefallenen Zinsen und dem niedrigeren Dollar. Anleger hätten sich vielmehr auf zu erwartende künftige Zinserhöhungen fokussiert, hieß es unter Hinweis darauf, dass die Entscheidung der US-Notenbank vom Mittwoch, den Leitzins unverändert zu belassen, nicht einstimmig erfolgte. Der Preis für die Feinunze Gold sank zum Settlement um 0,4 Prozent auf 4.017,70 Dollar.

ÖL

ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         102,70  +0,7    0,70     102,00 
Brent/ICE         115,52  +0,6    0,64     114,88 
 

Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Friedensverhandlungen mit dem Iran ließen die Ölpreise nachgeben. Der Preis für ein Barrel Brentöl fiel um 0,4 Prozent auf 114,88 Dollar. Beobachter merkten jedoch an, dass die USA ihre Militärschläge gegen den Iran nach den US-Zwischenwahlen wieder aufnehmen könnten. Erst ein "glaubwürdiges" Abkommen mit dem Iran könnte die geopolitische Prämie auf dem Brentpreis beseitigen, so Naeem Aslam von Zaye Capital Markets.

MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR

BANK OF JAPAN

Die japanische Notenbank hat das Ziel für den Tagesgeldsatz unverändert bei 1,25 Prozent belassen. Diese weithin erwartete Entscheidung fiel mit 8 zu 1 Stimmen. Überdies teilte die Notenbank mit, dass die zugrunde liegende Inflation rund 2 Prozent erreicht habe. Dies ist das erste Mal seit 2013, dass sie dieses Ziel erreicht hat. Damals hatte sie ein Abkommen mit der Regierung zur Bekämpfung der Deflation unterzeichnet. Dieser Wendepunkt bestärkt die Erwartungen, dass die BoJ weitere Straffungen vornehmen wird.

VERBRAUCHERPREISE JAPAN

Ohne Berücksichtigung frischer Lebensmittel stiegen die Verbraucherpreise im Großraum Tokio im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent, nach einem Anstieg von 2,7 Prozent im September. Dies entsprach der Prognose einer Ökonomenbefragung des Datenanbieters Quick.

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October 30, 2026 02:45 ET (06:45 GMT)

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