DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Importpreise steigen im September beschleunigt
Der Inflationsdruck von der Einfuhrseite hat in Deutschland im September weiter deutlich zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Importpreise gegenüber dem Vormonat um 2,1 Prozent und lagen um 10,4 (August: 8,3) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit November 2022.
Erwerbstätigkeit in Deutschland im September nahezu unverändert
Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im September nahezu unverändert geblieben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,60 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das waren saisonbereinigt 4.000 Personen (0,0 Prozent) weniger als im Vormonat. Von Januar bis August war die Erwerbstätigkeit um durchschnittlich je 19.000 Personen gegenüber dem Vormonat zurückgegangen.
Frankreichs BIP schrumpft im dritten Quartal um 0,1 Prozent
Die französische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2026 geschrumpft. Dies vertieft die Sorgen über die Schuldenlast des Staates inmitten einer anhaltenden politischen Lähmung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel um 0,1 Prozent, nachdem im zweiten Quartal eine Stagnation verzeichnet worden war, wie die französische Statistikbehörde Insee mitteilte.Das BIP ist seit den letzten drei Monaten des Jahres 2025 nicht mehr gewachsen. Es war von Januar bis März dieses Jahres um 0,2 Prozent gesunken. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten erwartet, dass die Wirtschaft im dritten Quartal um 0,1 Prozent wachsen würde.
Unterbrechung der EZB signalisiert voraussichtlich kein Ende der Zinserhöhungen
Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen unverändert gelassen, aber diese Unterbrechung dürfte kein Ende ihrer Zinserhöhungen signalisieren, schreibt Ann-Katrin Petersen vom Blackrock Investment Institute in einer Research Note. Die größere Frage sei, wie weit und wie schnell die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank gehen müssten und wie restriktiv ihre Geldpolitik letztendlich werden werde, meint die Chef-Anlagestrategin für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Osteuropa. Diese Entscheidung werde sowohl durch den sich entwickelnden Energieschock als auch durch die Spannungen an den Anleihemärkten erschwert, meint sie. Blackrock halte eine Zinserhöhung auf 2,75 Prozent im Dezember für wahrscheinlich, falls der energiebedingte Preisdruck anhalte.
US-Notenbank verschiebt Debatte über Inflation
Mit der Beibehaltung der Zinssätze hat die US-Notenbank die Debatte über die Inflation effektiv eher verschoben als beigelegt, schreibt Karen Manna von Federated Hermes in einer Research Note. "The market's attention now shifts to December, incoming economic data, and any signals that clarify the Fed's reaction function," meint die Rentenstrategin. Über den kurzfristigen Ausblick hinaus würden sich die Anleger zunehmend auf die Arbeit der Task Forces und die Zusammensetzung des Federal Open Market Committee im Jahr 2027 konzentrieren, was beides den Kurs der Politik in den kommenden Jahren prägen könnte, meint Manna.
Bank of Japan erklärt Sieg über Inflation und macht Weg für Zinserhöhungen frei
Die Bank of Japan hat einen wichtigen Sieg in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen die Deflation erklärt. Dies ebnet den Weg für weitere Zinserhöhungen. Die zugrunde liegende Inflation habe laut der Zentralbank am Freitag rund 2 Prozent erreicht. Dies ist das erste Mal seit 2013, dass sie dieses Ziel erreicht hat. Damals hatte sie ein Abkommen mit der Regierung zur Bekämpfung der Deflation unterzeichnet. Dieser Wendepunkt bestärkt die Erwartungen, dass die BoJ weitere Straffungen vornehmen wird. Dies gilt trotz der Entscheidung vom Freitag, bei der das Board mit 8 zu 1 Stimmen dafür stimmte, das Ziel für den Tagesgeldsatz bei 1,25 Prozent zu belassen.
Zinsentscheid der BoJ erfolgt mit kritischer Verschiebung der Inflationsprognose
Die Zinsentscheidung der Bank of Japan hat keine Überraschungen bereitgehalten, aber ihre wirtschaftlichen Aussichten seien eine andere Geschichte gewesen, meint Masahiko Loo von State Street Investment Management. Die Anerkennung der BoJ, dass die zugrunde liegende Inflation nun bei rund 2% liege, bringe ihre Einschätzung näher an die Realität heran, dass die herkömmlichen Inflationsmaße in den vergangenen vier Jahren weitgehend um oder über dem Zielwert gelegen haben, so Loo. Die Debatte drehe sich nicht mehr darum, ob die BoJ normalisiere, sondern wo der Endsatz landen werde. "Our base case remains around 1.75% as Japan joins the synchronized global tightening cycle," meint Loo. Die BoJ habe wenig Grund zur Eile, da sie sich an der US-Notenbank und der EZB orientiere, insbesondere angesichts des Risikos, dass die US-Zwischenwahlen die Devisen- und Anleihevolatilität anheizen könnten. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda könne datenabhängig bleiben und jede Sitzung offen halten.
Japanische BIP-Daten entscheidend für den Zeitpunkt der nächsten BoJ-Zinserhöhung
Das hawkish Halten der BoJ mache deutlich, dass sie weitere Zinserhöhungen vor sich sehe, meint Krishna Bhimavarapu von State Street Investment Management. "Wichtiger noch ist, dass die Bank zunehmend zuversichtlich ist, dass ihr Preisstabilitätsziel erreicht wird und dass die Inflationserwartungen durch einen sich selbst tragenden Lohn-Preis-Konsum-Zyklus bei etwa 2 Prozent verankert werden können", so der Ökonom. Das sei eine deutlich optimistischere Einschätzung als die immer noch vorsichtige Haltung der Regierung zu der Frage, ob Japan die Deflation wirklich hinter sich gelassen habe. Ein immer noch fragiler Wachstumshintergrund rechtfertige es jedoch, die nächste Zinserhöhung nicht zu überstürzen, meint Bhimavarapu. Das japanische BIP im dritten Quartal dürfte einen Dynamikverlust aufweisen, wobei der Konsum weiterhin das schwächste Glied darstelle. Die BIP-Zahlen werden daher von erheblicher Bedeutung dafür sein, ob der Dezember das nächste Zeitfenster für eine Zinserhöhung wird.
Inflation in Tokio bleibt über 2 Prozent und schürt Wetten auf Zinserhöhung
Die Verbraucherinflation in Tokio ist im Oktober über dem Zielwert der Bank of Japan von 2 Prozent geblieben. Dies verstärkt die Spekulationen am Markt, dass die Zentralbank noch vor Jahresende eine weitere Zinserhöhung vornehmen wird. Ohne Berücksichtigung frischer Lebensmittel stiegen die Verbraucherpreise im Großraum Tokio im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent, nach einem Anstieg von 2,7 Prozent im September. Dies entsprach der Prognose einer Ökonomenbefragung des Datenanbieters Quick.
Japanische Industrieproduktion erholt sich und deutet auf wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit hin
Japans Industrieproduktion hat sich im September erholt. Dies zeigt eine gewisse Widerstandsfähigkeit trotz Gegenwinds durch höhere Kosten und Lieferunterbrechungen infolge des Krieges im Nahen Osten. Die Industrieproduktion stieg im Vergleich zum Vormonat um 2,2 Prozent, nachdem sie im August um 2,4 Prozent gefallen war. Dies zeigten Regierungsdaten am Freitag. Der Zuwachs übertraf den von Quick befragten Ökonomen erwarteten Anstieg von 1,2 Prozent.
Erwartete Zinserhöhung der RBA könnte nicht einstimmig ausfallen
Ein Versäumnis der Reserve Bank of Australia, die Leitzinsen am Dienstag nach all ihren jüngsten hawkish Kommentaren und den höher als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten um eine Stufe weiter anzuheben, würde die Glaubwürdigkeit der Zentralbank in Bezug auf ihre Verpflichtung auf das Inflationsziel gefährden, meint Shane Oliver, Chefökonom bei AMP. Dennoch müsse die erwartete Entscheidung für eine Zinserhöhung nicht einstimmig ausfallen, fügt er hinzu. Es sei zu erwarten, dass die RBA in ihren Kommentaren weiterhin davor warne, dass sie die Zinsen weiter anheben müsse. Obwohl weiterhin ein hohes Risiko für eine sechste Zinserhöhung auf 5,1 Prozent im Dezember oder Februar bestehe, sei dies noch nicht das Basisszenario von AMP, fügt er hinzu.
DJG/DJN/apo
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October 30, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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