DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Inflation in Bundesländern sinkt im Oktober
Der Inflationsdruck in Deutschland ist im Oktober spürbar gesunken, was vor allem am sogenannten Tankrabatt lag. In allen sechs Bundesländern, in denen Daten erhoben wurden, fielen die jährlichen Inflationsraten - und zwar auf 2,6 bis 2,9 Prozent, wie die Statistischen Landesämter mitteilten. Im Vormonat hatten sie bei 3,6 bis 3,2 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise in den sechs Bundesländern um bis zu 0,3 Prozent. Für Gesamtdeutschland erwarten Volkswirte, dass die Verbraucherpreise um 0,1 (Vormonat: 0,6) Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind. Die jährliche Inflationsrate soll der Prognose zufolge auf 3,0 (3,3) Prozent sinken.
KfW: Rückgang deutscher Investitionen bedenklich
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher findet den Rückgang der Investitionen in Deutschland im dritten Quartal bedenklich. "Auch wenn keine Details verfügbar sind, scheint der Funke hier immer noch nicht übergesprungen zu sein", schreibt er in einem Kommentar. Für einen nachhaltigen Aufschwung sei aber eine klare Belebung der Investitionstätigkeit notwendig. "Somit kann man immer noch nicht von einem 'sich-selbsttragenden' Aufschwung sprechen."
LBBW: Deutsche Konjunktur läuft besser als gedacht
LBBW-Volkswirt Jens-Oliver Niklasch sieht im unerwarteten Wachstum der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal einen Hinweis darauf, dass die Konjunktur besser läuft als gedacht. "Selbst die negativen Sondereffekte aus dem Dürresommer oder eine Produktionsumstellung in der Automobilindustrie vermochten den Trend zwar zu bremsen, aber nicht ihn zu wenden", schreibt er in einem Kommentar. Nach der von Destatis berichteten Tendenz hätten die Ausfuhren keinen nennenswerten Beitrag mehr geleistet. Vermutlich griffen jetzt die Staatsausgaben umso stärker, und der private Konsum laufe ein bisschen besser.
Deutsche Arbeitslosenzahl steigt etwas weniger als erwartet
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im Oktober etwas weniger als erwartet zugenommen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 4.000, nachdem sie sich im September um 12.000 erhöht hatte. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,4 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 8.000 und eine unveränderte Quote von 6,4 Prozent prognostiziert.
Wirtschaft der Eurozone verlangsamt sich bei wachsenden Sorgen über französische Schulden
Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im dritten Quartal verlangsamt, da der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Energiepreise auf einem hohen Niveau hielt. Unterdessen schrumpfte die Wirtschaft Frankreichs, was die Sorgen über die Schuldenlast der Regierung inmitten einer anhaltenden politischen Lähmung verstärkte. Das Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion mit ihren 21 Mitgliedstaaten wuchs in den drei Monaten bis September um 0,4 Prozent, wie das Statistikamt der Europäischen Union mitteilte. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum noch bei 0,6 Prozent gelegen.
EZB: Unternehmen sehen etwas langsameren Rückgang der Lohnforderungen
Großunternehmen im Euroraum rechnen nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) damit, dass die Lohnanstiege sich etwas weniger deutlich als zuletzt erwartet verlangsamen werden. "Im Durchschnitt deuten die quantitativen Angaben der Kontakte darauf hin, dass sich das Lohnwachstum voraussichtlich von 3,2 Prozent im Jahr 2025 auf 3,0 Prozent im Jahr 2026 und 2,9 Prozent im Jahr 2027 abschwächen wird. Dies entspricht einer moderateren Verlangsamung als in früheren Umfragerunden", berichtet die EZB im Ergebnis einer Umfrage, die sie regelmäßig im Vorfeld von EZB-Ratssitzungen durchführt.
EZB: Ökonomen heben Inflationsprognosen deutlich an
Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Professional Forecasters haben ihre Prognosen für die Inflation im Euroraum für 2026 und 2027 angehoben und erwarten für 2027 und 2028 auch eine höhere Kerninflation. Laut dem aktuellen Survey of Professional Forecasters prognostizieren die Experten für 2026 einen Anstieg der Verbraucherpreise von 3,0 (Juli-Umfrage: 2,7) Prozent. Für 2027 und 2028 werden Raten von 2,6 (2,2) und 2,0 (2,0) Prozent erwartet.
Bank of England vor Zinserhöhung in der nächsten Woche - Potenziell folgt eine weitere
Eine Zinserhöhung durch die Bank of England am 5. November scheint unvermeidlich, schreibt Thomas Pugh von RSM UK in einer Research Note. "Starkes Wachstum, ein sich verbessernder Arbeitsmarkt und steigende Energiepreise bedeuten, dass die Bank of England die Zinsen fast sicher von 3,75 Prozent auf 4,00 Prozent anheben wird", sagt er. Danach scheine eine weitere Erhöhung im Februar wahrscheinlich, meint Pugh, der davon ausgehe, dass dies das Ende des Erhöhungszyklus markiere. "Wir bezweifeln, dass die Bank die Zinsen auf fast 5 Prozent anheben muss, wie es die Märkte derzeit einpreisen... Unser Basisszenario ist, dass die Inflation bis Februar ihren Höhepunkt erreicht haben wird und sich das Wachstum deutlich verlangsamt hat, was es dem [Monetary Policy Committee] ermöglichen wird, die Zinsen für den Rest des Jahres unverändert zu lassen."
BOE-Umfrage deutet auf raschere Preisanhebungen, aber verlangsamtes Lohnwachstum hin
Britische Unternehmen, die im Oktober befragt wurden, rechneten mit einer etwas schnelleren Anhebung ihrer Preise als im Vormonat. Das Lohnwachstum dürfte sich jedoch verlangsamen. Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Bank of England hervor. Zwischen dem 2. und 16. Oktober wurden rund 1.945 Finanzvorstände befragt, wobei die Energiepreise seit dem Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Ende Februar auf einem hohen Niveau verharrten.
Bank of Japan wird voraussichtlich zwei weitere Zinserhöhungen vornehmen
Die Bank of Japan dürfte in den nächsten Monaten zwei weitere Zinserhöhungen vornehmen, schreibt ING in einer Research Note. Die japanische Zentralbank hat bekannt gegeben, dass sie ihr im Jahr 2013 gesetztes Preisziel von 2 Prozent erreicht habe. Dies sei ein Ziel, das die Bank of Japan "nach Jahrzehnten der Deflation mühsam zu erreichen versucht hat", schreibt ING. ING erwartet, dass die Bank die Zinsen im Dezember und März um jeweils 25 Basispunkte anheben wird. Sie dürfte sich mit einem Leitzins von rund 1,75 Prozent vor weiteren staatlichen Maßnahmen zur Unterstützung des Konsums, die im nächsten April angekündigt werden könnten, wohlfühlen.
BoJ-Gouverneur Ueda lobt Inflationsfortschritte, sagt aber, der Kampf sei noch nicht vorbei
Japans Zentralbank hat einen wichtigen Meilenstein in ihrem Kampf gegen die Deflation erreicht. Der Kampf, die Inflation auf Kurs zu halten, müsse jedoch ständig weitergeführt werden, sagte Gouverneur Kazuo Ueda. Uedas Äußerungen auf einer Pressekonferenz folgten auf die Mitteilung der Bank of Japan, dass die zugrunde liegende Inflation zum ersten Mal seit 2013 in etwa ihr Ziel von 2 Prozent erreicht habe. Damals hatte die Notenbank eine Vereinbarung mit der Regierung zur Bekämpfung der Deflation unterzeichnet.
Ukraine greift russische Ölraffinerie an - Rückschlag für Trump
Die Ukraine hat am frühen Freitag eine Ölraffinerie in der russischen Region Samara angegriffen. Die Armee beendete damit eine zweiwöchige Pause bei derartigen Angriffen, die unter starkem Druck der Trump-Regierung zustande gekommen war. Washington hatte Kiew aufgefordert, solche Operationen bis zu den Midterms-Wahlen einzustellen. Fotos und Videoaufnahmen, die in sozialen Medien veröffentlicht wurden, zeigten Rauchsäulen, die über der Raffinerie von Nowokuibyschewsk in den Himmel aufstiegen.
DJG/DJN/apo
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October 30, 2026 08:30 ET (12:30 GMT)
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