BERLIN (dpa-AFX) - Das Geschäft mit Bio-Lebensmitteln hat nach Branchendaten auch über den Sommer zugelegt. Von Juli bis Ende September stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent auf 4,42 Milliarden Euro, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ermittelte. Der Bio-Anteil am gesamten deutschen Lebensmittelmarkt sei damit im dritten Quartal erstmals auf eine Höchstmarke von 8,1 Prozent geklettert.
Nach den ersten neun Monaten des Jahres stand demnach ein Umsatzplus von 4,3 Prozent auf 14,08 Milliarden Euro. Verbandschefin Tina Andres sagte: "Der wachsende Biomarkt ist ein Weckruf." Viele erwarteten zu Recht, dass gerade die Biobranche Lebensmittel regional erzeuge und Wasser, Insekten und Vögel schütze. Die Bundesregierung müsse daher für gute Rahmenbedingungen für "heimisches Bio" sorgen und Betriebe zur Umstellung auf Öko ermutigen.
Einbußen beim Fachhandel
Die größten Marktanteile bei Lebensmitteln und Getränken aus Bio-Produktion haben weiterhin Supermärkte mit 31,3 Prozent und Discounter mit 27,8 Prozent im dritten Quartal. Ein kräftigeres Umsatzplus verbuchten Drogeriemärkte, die nun auf 12,7 Prozent Marktanteil kommen. Umsatzeinbußen von 2,0 Prozent hatte dagegen der Naturkostfachhandel (Marktanteil 17,3 Prozent). Ein Grund könnten neben allgemeiner Kaufzurückhaltung häufige Hitzetage im Sommer gewesen sein, hieß es. Denn Wege zu Bioläden seien für viele weiter.
Der Bio-Spitzenverband BÖLW veröffentlicht in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft erstmals aktuelle Quartalszahlen, die auf Daten von vier Marktforschungsinstituten basieren. Grundlage für den Vergleich zu 2025 sind demnach damalige Marktdaten der Institute.
Nachfrage wächst stärker als heimischer Anbau
Die Nachfrage nach Bio-Produkten, die meist etwas mehr kosten, wächst bis auf einen Dämpfer 2022 wegen der damals sehr hohen Inflation kontinuierlich. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 6,7 Prozent auf das Rekordniveau von 18,23 Milliarden Euro gestiegen. Die heimische Öko-Produktion auf den Feldern und in den Ställen bleibt aber hinter den Wachstumszahlen zurück./sam/DP/zb
