BERLIN (dpa-AFX) - Gegen die von der Bundesregierung geplante Grüngasquote für Heizungen formiert sich Widerstand von Umweltschützern und Verbrauchervertretern. Das vorgesehene Instrument sei eine "teure Scheinlösung" und sorge nicht für wirksamen Klimaschutz, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von zehn Verbänden, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zu den Unterzeichnern gehören Umweltverbände wie Greenpeace und WWF sowie der Deutsche Mieterbund, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Sozialverband VdK.
Die schwarz-rote Koalition will eine Grüngas- und Grünheizölquote für private Heizungen einführen. Sie soll Gas- und Öllieferanten verpflichten, ab 2028 schrittweise auf klimaneutrale Brennstoffe umzustellen - vor allem auf Biomethan und Bioöl, aber auch auf grünen und kohlenstoffarmen Wasserstoff sowie synthetisches Methan.
Dadurch werden nach Ansicht der Kritiker allerdings falsche Anreize gesetzt. In der Verbände-Erklärung heißt es, die geplante Quote suggeriere, dass Gas- und Ölheizungen weiterbetrieben werden können, statt sie durch klimafreundliche Alternativen zu ersetzen. Dabei stünden "grüne" Gase gar nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Außerdem drohten durch das Vorhaben erheblich steigende Heizkosten - vor allem für Mieter, die nicht über die Heiztechnologie in ihrer Wohnung entscheiden könnten./ax/hrz/DP/zb
