DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
SOZIALVERSICHERUNG - Auch mit den geplanten Reformen wird der Gesamtbeitragssatz zur Sozialversicherung bis 2035 von derzeit 42,8 Prozent auf 49,3 Prozent steigen. Das geht aus einer Studie des Instituts IGES für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor. Demnach wird der Satz bei Umsetzung der geplanten Reformen bei Pflege und Gesundheit bis 2035 auf 47,5 Prozent steigen, wenn die Bundesregierung nicht noch weitere Strukturreformen in den Sozialversicherungen beschließt. Schon 2028 wird der Gesamtbeitragssatz auf 45,4 Prozent steigen. Wird zugleich die Kapitalrente eingeführt, erhöht sich der Gesamtbeitragssatz auf 49,3 Prozent. (Bild)
WOHNEN - Die Schieflage am deutschen Wohnungsmarkt bremst nach Ansicht des wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Das geht aus einem neuen Gutachten der 37 Ökonominnen und Ökonomen, die das Ressort der Ministerin Katherina Reiche (CDU) unabhängig beraten, hervor, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Hohe Wohnkosten behinderten gerade in Wachstumsregionen die Mobilität von Arbeitskräften, was "erhebliche volkswirtschaftliche Kosten" mit sich bringe. Der Beirat schlägt vor, vor allem die Anreize für Kommunen zu erhöhen, mehr Bauland auszuweisen. (Handelsblatt)
BUNDESBAUGESELLSCHAFT - Die Spitzen von SPD und Union verhandeln derzeit intensiv darüber, mindestens 1 Milliarde Euro für die Gründung einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft bereitzustellen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) scheint entschlossen, das Projekt durchzufinanzieren - auch wenn er den Koalitionspartner von der Union irritiert. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) plant eine Gesellschaft, an der der Bund 51 Prozent der Anteile halten würde. Die restlichen 49 Prozent sollten bei Externen liegen. Der Bund würde demnach nicht selbst bauen, sondern Aufträge an diese Partner vergeben - Unternehmen aus der freien Wirtschaft oder kommunale und landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Der Bund würde demnach mit seiner hohen Bonität für die Bauprojekte bürgen. (Spiegel)
AUTOBAUER - Für die deutschen Hersteller werden die USA zum wichtigsten Hoffnungsmarkt. Die Amerikaner kaufen große und teure Autos: Mehr als vier von fünf Neuwagen sind SUVs, Pick-ups oder Vans, im Schnitt zahlten Käufer im September mehr als 50.000 Dollar. Zudem bleiben die Deutschen dort von chinesischer Konkurrenz verschont, weil Strafzölle und ein Verbot chinesischer Fahrzeugsoftware ab dem Modelljahr 2027 Hersteller aus der Volksrepublik fernhalten. (Handelsblatt)
ÖPNV - Im festgefahrenen Streit zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) schlagen die Verkehrsunternehmen Alarm und warnen davor, dass schon bald Bus- und Zugverbindungen aus Kostengründen gestrichen werden müssen. Nach gescheiterten Verhandlungen bei der jüngsten Verkehrsministerkonferenz Ende Oktober liegen wichtige Vorhaben auf Eis, wie die Ausarbeitung eines Mobilitätspakets für eine grundlegende Reform des ÖPNV. Die Regionalisierungsmittel für das nächste Jahr müssten angehoben werden, sagte Alexander Möller, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). "Wir sind alarmiert, was die Entwicklung in den nächsten vier bis sechs Wochen angeht." (Frankfurter Allgemeine)
CLOUD - Die Kapitalinvestitionen der Cloud-Anbieter überschreiten in diesen Wochen auf Jahressicht die historische Marke von einer Billion Dollar. Laut der US-Bank JP Morgan summieren sich die Ausgaben 2026 bereits auf 967 Milliarden Dollar. Für 2027 erwartet sie mehr als 1,4 Billionen Dollar. Allein Alphabet, Amazon und Microsoft gaben im jüngsten Quartal rund 173 Milliarden Dollar aus - ein Rekord. (Handelsblatt)
STREIKS - Bertram Brossardt, Chef der bayerischen Metall-Arbeitgeber, attackiert die Gewerkschaft wegen deren Aufrufe zum Ausstand in der Industrie. Er bringt längere Arbeitszeiten ins Spiel - und fordert, die Beschäftigten in Krisenbetrieben müssten auf die nächste Lohnerhöhung verzichten. (Süddeutsche Zeitung)
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November 02, 2026 00:58 ET (05:58 GMT)
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