Berlin (ots) -
Anlässlich der Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments am 4. November über die Revision der CO2-Flottengrenzwerte warnt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor einem dreisten klimapolitischen Täuschungsmanöver. Vorgesehen ist die Einführung einer neuen Fahrzeugkategorie für Verbrenner, sogenannte "Vehicles Running Exclusively on Eligible Fuels" (VEEF). Damit sollen konventionelle Verbrennerautos künftig als vollständig emissionsfrei gelten, wenn sie zum Beispiel mit Agrokraftstoffen, etwa auf Basis von Soja, Raps oder Getreide, betrieben werden - obwohl diese Kraftstoffe aufgrund ihres immensen Flächenverbrauchs insgesamt sogar noch mehr Treibhausgasemissionen verursachen als fossiler Treibstoff. Zusätzlich stößt jedes Verbrennerfahrzeug unabhängig vom Kraftstoff gesundheitsschädliche Abgase aus.
Die DUH sieht in der VEEF-Kategorie den Versuch, die CO2-Regulierung zu zerstören, die die Autohersteller eigentlich zum schrittweisen Umstieg auf Elektroantriebe bewegen soll. Mit der VEEF-Option könnten Hersteller künftig unbegrenzt Verbrenner verkaufen und auf dem Papier dennoch eine emissionsfreie Flotte ausweisen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:
"Die VEEF-Kategorie für Verbrennerautos ist die vollständige Pervertierung von Klimaschutz: Wenn Verbrennungsmotoren künftig als emissionsfrei zählen, verliert dieser Begriff jegliche Bedeutung. VEEF ist eine Forderung der Öl- und Kraftstoffindustrie, die uns auf Gedeih und Verderb an den Verbrennungsmotor ketten will. Damit werden nicht nur die europäischen Klimaziele untergraben, es droht auch ein neuer globaler Boom für noch mehr Sprit aus Getreide und Pflanzenölen, obwohl die EU sich von Lebensmitteln im Tank eigentlich perspektivisch verabschieden wollte. Gleichzeitig öffnet die VEEF-Kategorie Tür und Tor für Betrug, denn niemand kann zuverlässig sicherstellen, dass nicht doch mit fossilem Benzin oder Diesel getankt wird. Wir fordern die Abgeordneten im Umweltausschuss auf, diesen Irrsinn zu stoppen und die VEEF-Kategorie abzulehnen."
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
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Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/22521/6381978
Anlässlich der Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments am 4. November über die Revision der CO2-Flottengrenzwerte warnt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor einem dreisten klimapolitischen Täuschungsmanöver. Vorgesehen ist die Einführung einer neuen Fahrzeugkategorie für Verbrenner, sogenannte "Vehicles Running Exclusively on Eligible Fuels" (VEEF). Damit sollen konventionelle Verbrennerautos künftig als vollständig emissionsfrei gelten, wenn sie zum Beispiel mit Agrokraftstoffen, etwa auf Basis von Soja, Raps oder Getreide, betrieben werden - obwohl diese Kraftstoffe aufgrund ihres immensen Flächenverbrauchs insgesamt sogar noch mehr Treibhausgasemissionen verursachen als fossiler Treibstoff. Zusätzlich stößt jedes Verbrennerfahrzeug unabhängig vom Kraftstoff gesundheitsschädliche Abgase aus.
Die DUH sieht in der VEEF-Kategorie den Versuch, die CO2-Regulierung zu zerstören, die die Autohersteller eigentlich zum schrittweisen Umstieg auf Elektroantriebe bewegen soll. Mit der VEEF-Option könnten Hersteller künftig unbegrenzt Verbrenner verkaufen und auf dem Papier dennoch eine emissionsfreie Flotte ausweisen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:
"Die VEEF-Kategorie für Verbrennerautos ist die vollständige Pervertierung von Klimaschutz: Wenn Verbrennungsmotoren künftig als emissionsfrei zählen, verliert dieser Begriff jegliche Bedeutung. VEEF ist eine Forderung der Öl- und Kraftstoffindustrie, die uns auf Gedeih und Verderb an den Verbrennungsmotor ketten will. Damit werden nicht nur die europäischen Klimaziele untergraben, es droht auch ein neuer globaler Boom für noch mehr Sprit aus Getreide und Pflanzenölen, obwohl die EU sich von Lebensmitteln im Tank eigentlich perspektivisch verabschieden wollte. Gleichzeitig öffnet die VEEF-Kategorie Tür und Tor für Betrug, denn niemand kann zuverlässig sicherstellen, dass nicht doch mit fossilem Benzin oder Diesel getankt wird. Wir fordern die Abgeordneten im Umweltausschuss auf, diesen Irrsinn zu stoppen und die VEEF-Kategorie abzulehnen."
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