Bonn (ots) -
Eine Krebserkrankung belastet Menschen nicht nur gesundheitlich, sondern auch sozial und finanziell. Besonders schwierig kann die Situation für Menschen sein, die bereits vor ihrer Erkrankung in einer finanziell oder sozial benachteiligten Lage leben. Wie soziale Ungleichheiten die Krebsversorgung beeinflussen und welche finanziellen Folgen eine Krebserkrankung haben kann, ist bislang jedoch nur unzureichend erforscht. Mit einem gezielten, neuen, wissenschaftlichen Förderschwerpunktprogramm will die Deutsche Krebshilfe diese Zusammenhänge genauer untersuchen. Dafür fördert sie sechs Forschungsvorhaben über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 3,1 Millionen Euro.
Mit einer Krebsdiagnose beginnt für viele Menschen ein Leben in Ungewissheit. Die Sorge gilt zunächst der eigenen Gesundheit - doch schon bald kann eine weitere existenzielle Frage hinzukommen: Wie soll es finanziell weitergehen? Denn eine Krebserkrankung kann das Einkommen erheblich mindern, etwa durch längere Arbeitsunfähigkeit oder eine Reduzierung der Arbeitszeit. Gleichzeitig können zusätzliche finanzielle Belastungen entstehen, beispielsweise durch Fahrtkosten, Zuzahlungen für Medikamente und Behandlungen oder notwendige Unterstützung im Alltag.
"Die soziale und finanzielle Situation eines Betroffenen darf nicht darüber entscheiden, wie gut ein Mensch medizinisch versorgt wird und welche Chancen er auf ein Leben mit und nach dem Krebs hat. Dennoch wissen wir bislang zu wenig darüber, wie soziale und finanzielle Belastungen den Umgang mit einer Krebserkrankung und die Versorgung beeinflussen", sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. "Mit einem gezielten Forschungsprogramm 'Krebs und Armut' wollen wir diese Zusammenhänge genauer untersuchen. Denn nur wenn wir wissen, wo und wie genau soziale und finanzielle Benachteiligungen entstehen und welche Folgen sie haben, können wir gezielt Ansatzpunkte für Verbesserungen entwickeln und vor allem die Gesundheits- und Sozialpolitik auf die dringende Behebung der Defizit drängen."
Soziale Ungleichheiten in der Krebsversorgung besser verstehen
Die sechs Forschungsprojekte untersuchen unterschiedliche Patientengruppen und Aspekte sozialer Ungleichheiten. Dabei gehen die Forschenden zwei zentralen Fragestellungen nach:
- Wie wirken sich sozioökonomische Unterschiede, u. a. Bildung, Beruf, Einkommen, auf die Gesundheitsversorgung von Krebserkrankten aus?
- Welche finanziellen Folgen entstehen aus einer Krebserkrankung, insbesondere für Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status?
"Der Fokus in der Forschung zu Prävention und Gesundheitsförderung liegt bislang überwiegend auf der Frage, wie Menschen erreicht werden können, die von sozialer und gesundheitlicher Benachteiligung betroffen sind. Armut wird dabei nur selten explizit als Forschungsaspekt betrachtet", sagt Regina Brunnett, Professorin für Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit an der Hochschule Fulda und Mitglied des Expertenpanels der Deutschen Krebshilfe, das das wissenschaftliche Programm begleitet. "Der neue Förderschwerpunkt der Deutschen Krebshilfe setzt genau an diesem Punkt an. Wir erhoffen uns daraus wichtige Erkenntnisse darüber, wo Verbesserungen ansetzen können und notwendig sind."
Die sechs von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekte im Überblick
1. DICCS - Wer erhält welche Versorgung und warum?
(Schwerpunkt: Zugang zur Versorgung am Beispiel von Lungenkrebs)
In dem Projekt "Soziale Ungleichheit in der Krebsversorgung. Eine Mixed-Methods-Studie basierend auf Primär- und Sekundärdaten (DICCS)" wird am Beispiel von Lungenkrebs untersucht, welche sozialen Unterschiede beim Zugang zu medizinischer Versorgung und bei der Nutzung von Versorgungsangeboten bestehen. Das Projekt soll einen Einblick geben, welche Barrieren und unterstützenden Faktoren Patientinnen und Patienten erleben und wie sich eine Krebserkrankung auf ihre soziale und finanzielle Situation auswirkt.
Projektleitung: Prof. Dr. Hajo Zeeb, PD Dr. Tilmann Brand/beide Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Abteilung Prävention und Evaluation, Bremen, Prof. Dr. Ulrike Haug/Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Abteilung Klinische Epidemiologie, Bremen.
2. SOFIE - Wie unterscheidet sich die Versorgung nach sozialem Status?
(Schwerpunkt: Versorgungszugang, Erreichbarkeit und Zufriedenheit)
Das Vorhaben "Soziale Ungleichheit in der onkologischen Versorgung und ihre sozialen und finanziellen Folgen (SOFIE)" untersucht, wie sich die Krebsversorgung je nach sozioökonomischem Status der Patientinnen und Patienten unterscheidet. Im Fokus stehen der Zugang zu und die Erreichbarkeit von Versorgungsangeboten sowie die Zufriedenheit mit Behandlung und Nachsorge. Darüber hinaus untersucht das Projekt, welche sozialen und finanziellen Folgen eine Krebserkrankung für Betroffene hat und in welchem Zusammenhang diese mit ihrem sozioökonomischen Status stehen.
Projektleitung: Dr. Matthias H. Belau, Dr. Christian Wiessner/beide Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie.
3. FiBel - Was kostet eine Krebserkrankung Familien mit einem erkrankten Kind?
(Schwerpunkt: Familien mit krebskranken Kindern und Jugendlichen)
Das Projekt "Finanzielle Belastungen bei Eltern krebskranker Kinder: Eine partizipative Mixed-Methods-Studie (FiBel)" untersucht erstmals systematisch für Deutschland wie sich eine Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter auf die finanzielle Situation der Familie auswirkt. Erfasst werden dabei direkte und indirekte Kosten, Einkommensveränderungen und psychosoziale Folgen. Die Resultate des Projektes dienen als Grundlage, um Familien mit erhöhtem Risiko für finanzielle und psychosoziale Belastungen frühzeitig zu erkennen und bedarfsgerecht zu unterstützen. Projektleitung: Dr. Julia Roick/Technische Universität München, Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften, Lehrstuhl für Soziale Determinanten der Gesundheit, Prof. Dr. Irene Teichert-von Lüttichau/Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin.
4. SoVer - Wo gibt es soziale Ungleichheiten bei der Brustkrebsversorgung?
(Schwerpunkt: Versorgung über mehrere Phasen der Erkrankung hinweg)
Ziel des Vorhabens von "Soziale Ungleichheiten im Versorgungsverlauf bei Brustkrebs: Eine Mixed-Methods Studie zu Inanspruchnahme, Versorgungsqualität und Versorgungserleben (SoVer)" ist es, soziale Unterschiede bei der Inanspruchnahme und Qualität der Brustkrebsversorgung zu untersuchen und besser zu verstehen, wie Patientinnen die Versorgung erleben. Im Fokus stehen die akutstationäre Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge sowie die soziale und berufliche Teilhabe und gegebenenfalls die palliative Versorgung. Projektleitung: Prof. Dr. Lena Ansmann, Dr. Tamara Schwertel/beide Universität zu Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft, Prof. Dr. Olaf von dem Knesebeck, Dr. Jens Klein/beide Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Medizinische Soziologie.
5. APRETOX - Wie lässt sich finanzielle Toxizität verhindern?
(Schwerpunkt: Prävention und konkrete Handlungsansätze)
Finanzielle Belastungen, die auch als "finanzielle Toxizität" bezeichnet werden, können die Lebensqualität, Therapietreue und Überlebenswahrscheinlichkeit von Krebspatientinnen und -patienten erheblich beeinträchtigen. Bei dem Forschungsvorhaben "Handlungsansätze zur Prävention von finanzieller Toxizität bei Krebserkrankung in Deutschland (APRETOX)" erarbeiten Wissenschaftler Handlungsansätze zur Prävention von finanzieller Toxizität. Projektleitung: Prof. Dr. Eva Münster, Nessia Rachma Dianti, Kristin Rolke, Dr. Judith Tillmann, Prof. Dr. Klaus Weckbecker/alle Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung, Prof. Dr. Kerstin Herzog/Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen, Wiesbaden, Dr. Sally Peters/Institut für Finanzdienstleistungen e.V., Hamburg, Prof. Dr. Patricia Pfeil/Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, Fakultät Soziales und Gesundheit.
6. RELIEF - Wann entstehen finanzielle Belastungen und wer ist besonders gefährdet?
(Schwerpunkt: Entwicklung finanzieller Belastungen im Zeitverlauf)
Das Projekt RELIEF "Repräsentative Längsschnittstudie zur Identifikation und Entlastung finanziell belasteter Risikogruppen infolge einer Krebserkrankung" untersucht, wie sich finanzielle Belastungen und der sozioökonomische Status von Krebspatientinnen und -patienten im Krankheitsverlauf verändern, welche Risikofaktoren und besonders gefährdete Gruppen es gibt und wie Betroffene frühzeitig erkannt und gezielt unterstützt werden können. Projektleitung: Dr. Katja Mehlis, Prof. Dr. Eva Winkler/beide Institut für Medizin- und Datenethik, Universität Heidelberg, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Abteilung Medizinische Onkologie, Heidelberg, Prof. Dr. Natalja Menold/Technische Universität Dresden, Institut für Soziologie, Prof. Dr. Volker Arndt/Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Arbeitsgruppe Cancer Survivorship, Prof. Dr. Wolfgang Greiner/Universität Bielefeld, Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Anne Müller/Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Selbsthilfekoordination, Heidelberg.
Pressekontakt:
Deutsche Krebshilfe
Pressestelle
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/116010/6382448
Eine Krebserkrankung belastet Menschen nicht nur gesundheitlich, sondern auch sozial und finanziell. Besonders schwierig kann die Situation für Menschen sein, die bereits vor ihrer Erkrankung in einer finanziell oder sozial benachteiligten Lage leben. Wie soziale Ungleichheiten die Krebsversorgung beeinflussen und welche finanziellen Folgen eine Krebserkrankung haben kann, ist bislang jedoch nur unzureichend erforscht. Mit einem gezielten, neuen, wissenschaftlichen Förderschwerpunktprogramm will die Deutsche Krebshilfe diese Zusammenhänge genauer untersuchen. Dafür fördert sie sechs Forschungsvorhaben über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 3,1 Millionen Euro.
Mit einer Krebsdiagnose beginnt für viele Menschen ein Leben in Ungewissheit. Die Sorge gilt zunächst der eigenen Gesundheit - doch schon bald kann eine weitere existenzielle Frage hinzukommen: Wie soll es finanziell weitergehen? Denn eine Krebserkrankung kann das Einkommen erheblich mindern, etwa durch längere Arbeitsunfähigkeit oder eine Reduzierung der Arbeitszeit. Gleichzeitig können zusätzliche finanzielle Belastungen entstehen, beispielsweise durch Fahrtkosten, Zuzahlungen für Medikamente und Behandlungen oder notwendige Unterstützung im Alltag.
"Die soziale und finanzielle Situation eines Betroffenen darf nicht darüber entscheiden, wie gut ein Mensch medizinisch versorgt wird und welche Chancen er auf ein Leben mit und nach dem Krebs hat. Dennoch wissen wir bislang zu wenig darüber, wie soziale und finanzielle Belastungen den Umgang mit einer Krebserkrankung und die Versorgung beeinflussen", sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. "Mit einem gezielten Forschungsprogramm 'Krebs und Armut' wollen wir diese Zusammenhänge genauer untersuchen. Denn nur wenn wir wissen, wo und wie genau soziale und finanzielle Benachteiligungen entstehen und welche Folgen sie haben, können wir gezielt Ansatzpunkte für Verbesserungen entwickeln und vor allem die Gesundheits- und Sozialpolitik auf die dringende Behebung der Defizit drängen."
Soziale Ungleichheiten in der Krebsversorgung besser verstehen
Die sechs Forschungsprojekte untersuchen unterschiedliche Patientengruppen und Aspekte sozialer Ungleichheiten. Dabei gehen die Forschenden zwei zentralen Fragestellungen nach:
- Wie wirken sich sozioökonomische Unterschiede, u. a. Bildung, Beruf, Einkommen, auf die Gesundheitsversorgung von Krebserkrankten aus?
- Welche finanziellen Folgen entstehen aus einer Krebserkrankung, insbesondere für Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status?
"Der Fokus in der Forschung zu Prävention und Gesundheitsförderung liegt bislang überwiegend auf der Frage, wie Menschen erreicht werden können, die von sozialer und gesundheitlicher Benachteiligung betroffen sind. Armut wird dabei nur selten explizit als Forschungsaspekt betrachtet", sagt Regina Brunnett, Professorin für Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit an der Hochschule Fulda und Mitglied des Expertenpanels der Deutschen Krebshilfe, das das wissenschaftliche Programm begleitet. "Der neue Förderschwerpunkt der Deutschen Krebshilfe setzt genau an diesem Punkt an. Wir erhoffen uns daraus wichtige Erkenntnisse darüber, wo Verbesserungen ansetzen können und notwendig sind."
Die sechs von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekte im Überblick
1. DICCS - Wer erhält welche Versorgung und warum?
(Schwerpunkt: Zugang zur Versorgung am Beispiel von Lungenkrebs)
In dem Projekt "Soziale Ungleichheit in der Krebsversorgung. Eine Mixed-Methods-Studie basierend auf Primär- und Sekundärdaten (DICCS)" wird am Beispiel von Lungenkrebs untersucht, welche sozialen Unterschiede beim Zugang zu medizinischer Versorgung und bei der Nutzung von Versorgungsangeboten bestehen. Das Projekt soll einen Einblick geben, welche Barrieren und unterstützenden Faktoren Patientinnen und Patienten erleben und wie sich eine Krebserkrankung auf ihre soziale und finanzielle Situation auswirkt.
Projektleitung: Prof. Dr. Hajo Zeeb, PD Dr. Tilmann Brand/beide Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Abteilung Prävention und Evaluation, Bremen, Prof. Dr. Ulrike Haug/Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Abteilung Klinische Epidemiologie, Bremen.
2. SOFIE - Wie unterscheidet sich die Versorgung nach sozialem Status?
(Schwerpunkt: Versorgungszugang, Erreichbarkeit und Zufriedenheit)
Das Vorhaben "Soziale Ungleichheit in der onkologischen Versorgung und ihre sozialen und finanziellen Folgen (SOFIE)" untersucht, wie sich die Krebsversorgung je nach sozioökonomischem Status der Patientinnen und Patienten unterscheidet. Im Fokus stehen der Zugang zu und die Erreichbarkeit von Versorgungsangeboten sowie die Zufriedenheit mit Behandlung und Nachsorge. Darüber hinaus untersucht das Projekt, welche sozialen und finanziellen Folgen eine Krebserkrankung für Betroffene hat und in welchem Zusammenhang diese mit ihrem sozioökonomischen Status stehen.
Projektleitung: Dr. Matthias H. Belau, Dr. Christian Wiessner/beide Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie.
3. FiBel - Was kostet eine Krebserkrankung Familien mit einem erkrankten Kind?
(Schwerpunkt: Familien mit krebskranken Kindern und Jugendlichen)
Das Projekt "Finanzielle Belastungen bei Eltern krebskranker Kinder: Eine partizipative Mixed-Methods-Studie (FiBel)" untersucht erstmals systematisch für Deutschland wie sich eine Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter auf die finanzielle Situation der Familie auswirkt. Erfasst werden dabei direkte und indirekte Kosten, Einkommensveränderungen und psychosoziale Folgen. Die Resultate des Projektes dienen als Grundlage, um Familien mit erhöhtem Risiko für finanzielle und psychosoziale Belastungen frühzeitig zu erkennen und bedarfsgerecht zu unterstützen. Projektleitung: Dr. Julia Roick/Technische Universität München, Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften, Lehrstuhl für Soziale Determinanten der Gesundheit, Prof. Dr. Irene Teichert-von Lüttichau/Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin.
4. SoVer - Wo gibt es soziale Ungleichheiten bei der Brustkrebsversorgung?
(Schwerpunkt: Versorgung über mehrere Phasen der Erkrankung hinweg)
Ziel des Vorhabens von "Soziale Ungleichheiten im Versorgungsverlauf bei Brustkrebs: Eine Mixed-Methods Studie zu Inanspruchnahme, Versorgungsqualität und Versorgungserleben (SoVer)" ist es, soziale Unterschiede bei der Inanspruchnahme und Qualität der Brustkrebsversorgung zu untersuchen und besser zu verstehen, wie Patientinnen die Versorgung erleben. Im Fokus stehen die akutstationäre Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge sowie die soziale und berufliche Teilhabe und gegebenenfalls die palliative Versorgung. Projektleitung: Prof. Dr. Lena Ansmann, Dr. Tamara Schwertel/beide Universität zu Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft, Prof. Dr. Olaf von dem Knesebeck, Dr. Jens Klein/beide Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Medizinische Soziologie.
5. APRETOX - Wie lässt sich finanzielle Toxizität verhindern?
(Schwerpunkt: Prävention und konkrete Handlungsansätze)
Finanzielle Belastungen, die auch als "finanzielle Toxizität" bezeichnet werden, können die Lebensqualität, Therapietreue und Überlebenswahrscheinlichkeit von Krebspatientinnen und -patienten erheblich beeinträchtigen. Bei dem Forschungsvorhaben "Handlungsansätze zur Prävention von finanzieller Toxizität bei Krebserkrankung in Deutschland (APRETOX)" erarbeiten Wissenschaftler Handlungsansätze zur Prävention von finanzieller Toxizität. Projektleitung: Prof. Dr. Eva Münster, Nessia Rachma Dianti, Kristin Rolke, Dr. Judith Tillmann, Prof. Dr. Klaus Weckbecker/alle Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung, Prof. Dr. Kerstin Herzog/Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen, Wiesbaden, Dr. Sally Peters/Institut für Finanzdienstleistungen e.V., Hamburg, Prof. Dr. Patricia Pfeil/Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, Fakultät Soziales und Gesundheit.
6. RELIEF - Wann entstehen finanzielle Belastungen und wer ist besonders gefährdet?
(Schwerpunkt: Entwicklung finanzieller Belastungen im Zeitverlauf)
Das Projekt RELIEF "Repräsentative Längsschnittstudie zur Identifikation und Entlastung finanziell belasteter Risikogruppen infolge einer Krebserkrankung" untersucht, wie sich finanzielle Belastungen und der sozioökonomische Status von Krebspatientinnen und -patienten im Krankheitsverlauf verändern, welche Risikofaktoren und besonders gefährdete Gruppen es gibt und wie Betroffene frühzeitig erkannt und gezielt unterstützt werden können. Projektleitung: Dr. Katja Mehlis, Prof. Dr. Eva Winkler/beide Institut für Medizin- und Datenethik, Universität Heidelberg, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Abteilung Medizinische Onkologie, Heidelberg, Prof. Dr. Natalja Menold/Technische Universität Dresden, Institut für Soziologie, Prof. Dr. Volker Arndt/Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Arbeitsgruppe Cancer Survivorship, Prof. Dr. Wolfgang Greiner/Universität Bielefeld, Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Anne Müller/Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Selbsthilfekoordination, Heidelberg.
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